VP-Tschirf und ÖAAB-Gajdosik: Aktive Lehrlingsförderung statt Hochglanzbroschüren

Wien (VP-Klub) - Der Klubobmann der ÖVP Wien, LAbg. Matthias Tschirf, und der Fraktionsobmann der Fraktion ÖAAB-Christliche Gewerkschafter in der Wiener Arbeiterkammer, Alfred Gajdosik, appellierten heute im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz an die Verantwortlichen der Stadt Wien in Sachen Lehrlingsbeschäftigung und Jugendarbeitslosigkeit endlich aktiv zu werden. "Die Anzahl der in Wien arbeitslos gemeldeten Jugendlichen bis 25 Jahre ist im Mai 2005 zum Vergleichmonat des Vorjahres um 822 oder 9,5 Prozent auf 9.381 Personen gestiegen. Diese Zahlen belegen, dass Feuer am Dach ist", so Tschirf dazu.

Gajdosik warnte seinerseits vor einem Jugendbeschäftigungsgau im Jahr 2007. "Bis zu 2.000 weitere junge Menschen werden, wenn sich nichts ändert, ohne einem Lehrplatz dastehen", erklärte der Fraktionsobmann dazu.

Ausbildungsverbund schaffen

Um der Entwicklung aktiv gegenzusteuern forderten beide in Anlehnung an das in Vorarlberg bestehende System die Schaffung eines Lehrlingsausbildungsverbundes in dem Arbeitnehmer, Arbeitgeber, die Ausbilder und die öffentliche Hand sehr eng zusammenarbeiten. "Die Lehrbilder, Lehrinhalte und Arbeitstechniken werden regelmäßig auf deren Effektivität und Sinnhaftigkeit überprüft. Durch eigene Fonds werden weiterführende Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für Lehrlinge, aber auch für die Lehrer organisiert. Diese enge Verzahnung führt dazu, dass die Anforderungen und Bedürfnisse aller Beteiligten besser aufeinander abgestimmt werden", so Gajdosik.

Um die Finanzierung des geforderten Ausbildungsverbundes zu garantieren, schlug Tschirf vor, die städtischen Aufwendungen für die Medienarbeit zu kürzen. "Ca. 100 Millionen EUR fließen jährlich in den riesigen und zuweilen undurchschaubaren Medienapparat des Rathauses. Wenn man nur die Hälfte dieser Mittel für diesen Ausbildungsverbund verwendet, wird dessen Bestehen auf viele Jahre hinweg gesichert", meinte der VP-Klubobmann dazu.

JASG-Plätze massiv aufstocken

Zusätzlich zu dieser Maßnahme forderte Gajdosik eine Aufstockung der JASG-Ausbildungsplätze. "Derzeit sind 6.800 Plätze vorgesehen. Um aber allen Jugendlichen eine Ausbildung zu ermöglichen, muss das Auffangnetz auf mindestens 10.000 Plätze aufgestockt werden", hielt er dazu fest.

Beide warnten jedoch auch davor, vom bestehendem Modell der dualen Ausbildung von Lehrlingen abzugehen. "Wir werden weltweit um dieses System beneidet. Deshalb müssen wir das bestehende verbessern. Es aber gegen etwas vollkommen anderes, total verschultes einzutauschen wäre groß fahrlässig", so Gajdosik.

Und Klubobmann Matthias Tschirf abschließend: "Es liegt auch in der Verantwortung der Stadt Wien, etwas gegen die Lehrlingsmisere zu unternehmen und endlich den geforderten Ausbildungsverbund in Wien zu schaffen!"

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