Jugendausbildung: Bartenstein soll Nägel mit Köpfen machen

Volle Auslastung der ÖBB Lehrwerkstätten gefordert

Wien (ÖGJ/ÖGB) - "Es ist begrüßenswert, wenn Minister Bartenstein gestern im ORF ankündigt, dass es mehr Geld für die Jugendausbildung geben soll. Leider bleibt nach den bereits unzähligen Ankündigungen des Ministers der schlechte Beigeschmack, dass es sich wieder Mal nur um leere Versprechen handelt", sagt Jürgen Eder, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) und erinnert an die schon öfters abgegebenen Versprechen des Ministers, dass jeder Jugendliche eine Ausbildung erhält. "Dennoch hat die Zahl der Lehrstellensuchenden im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 28,3 Prozent zugenommen. Ein eindeutiger Beweis, wie viel die Versprechen des Ministers wert sind."++++

"Es wäre angesichts der Horrorzahlen dringend notwendig, der Jugendbeschäftigung mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Bartenstein soll nun so rasch wie möglich auf den Tisch legen, um wie viel mehr Geld es sich handelt und wofür er es genau einsetzen will. Erst danach ist es möglich, die Sinnhaftigkeit dieses Unterfangens zu beurteilen. Denn beispielsweise Förderungen nach dem Gießkannenprinzip an die Unternehmer haben nachweisbar bis jetzt keine Wirkung gezeigt und werden auch in Zukunft nichts bringen", so Eder.

Eines sollte aber nicht vergessen werden, so Mario Lindner, Bundessekretär der Gewerkschaftsjugend: "Während Bartenstein öffentlichkeitswirksam Ankündigungen macht, sollen in seinem Wirkungsbereich hunderte Lehrplätze eingespart werden." Lindner erinnert an die ÖBB, die bis jetzt jährlich 358 Lehrlinge aufgenommen und ihnen eine qualitativ hochwertige Ausbildung ermöglicht hat. "Ab diesem Jahr sollen in ganz Österreich nur noch 54 Lehrlinge ausgebildet werden und die restlichen Lehrplätze durch das Auffangnetz des AMS ersetzt werden. Das bedeutet, dass das Gehalt der Auszubildenden um 70 Prozent gesenkt wird und die Auszubildenden geringere arbeitsrechtliche Ansprüche haben werden. Wir fordern Minister Bartenstein auf seiner politischen Verantwortung nachzukommen und die vorhandenen Ausbildungsplätze der Lehrwerkstätten bei den ÖBB voll auszulasten - und zwar mit regulären Lehrverträgen."

ÖGB, 13. Juni
2005 Nr. 382

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