WO LICHT IST, MUSS KEIN SCHATTEN SEIN!

Übergangsfrist für Licht am Tag ist nicht mit Wunsch nach mehr Forschung zu begründen - Internationale Ergebnisse sind eindeutig

Wien (OTS) - Morgen wird der Ministerrat erneut im Rahmen der 26. Novelle zum Kraftfahrgesetz über Fahren mit Licht am Tag beraten. Vergangenen Dienstag war es wegen Meinungsverschiedenheiten über eine mögliche verwaltungsstrafrechtliche Schonfrist zu keiner Einigung gekommen. "Egal wie die Entscheidung über die Toleranzfrist ausfällt:
Entscheidend ist, dass nicht die Chance verpasst wird, Fahren mit Licht am Tag verpflichtend einzuführen und damit einen wertvollen Beitrag für mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen zu leisten. Eine gesetzliche Regelung - selbst wenn anfangs ohne strafrechtliche Folgen - unterstützt den Bewusstseinsbildungsprozess enorm", urteilt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). "Eine Übergangsfrist einzuführen, nur um in dieser Zeit neue Erkenntnisse über die tatsächlichen Auswirkungen von Fahren mit Licht am Tag auf die Verkehrssicherheit gewinnen zu wollen, ist allerdings nicht sinnvoll! Nicht zuletzt die 2004 publizierte EU-Studie "Daytime Running Lights" hat zweifelsfrei nachgewiesen, dass Fahren mit Licht am Tag Vorteile für wirklich jeden Verkehrsteilnehmer bringt. Weitere Forschungen würden diese Ergebnisse nur bestätigen.

In der Studie "Daytime Running Lights" wurden 41 bestehende internationale Arbeiten zum Fahren mit Licht am Tag in einer Analyse begutachtet und erneut ausgewertet. Zusätzlich wurde eine experimentelle Untersuchung durchgeführt, in der die potenziellen wahrnehmungs- und verhaltenspsychologischen sowie kognitiven Effekte von Fahren mit Licht am Tag untersucht wurden. Das Ergebnis war eine vorbehaltlose Empfehlung für die Verkehrssicherheitsmaßnahme Fahren mit Licht am Tag.

Schwache Verkehrsteilnehmer erkennen mögliche Gefahrenquellen schneller

Auch das immer wiederkehrende Vorurteil, Fahren mit Licht am Tag verschärfe die Situation im Straßenverkehr für schwache Verkehrsteilnehmer, ist in dieser EU-Studie widerlegt worden. Vielmehr noch: Fußgänger, Radfahrer, Moped- und Motorradfahrer profitieren von Licht am Tag, denn es ermöglicht ihnen die schnellere Wahrnehmung der "starken" Verkehrsteilnehmer. Ein Beispiel: Beim Überqueren einer Straße steht der Fußgänger seitlich zur Fahrbahn. Im seitlichen Sehfeld, der so genannten Peripherie, erkennt das menschliche Auge keine Farben mehr, sondern kann nur noch zwischen hell und dunkel unterscheiden, ist also auf Kontraste angewiesen. Diese Kontraste liefert Fahren mit Licht am Tag. Hat ein schnell herannahendes Auto die Scheinwerfer eingeschaltet, so kann es vom Fußgänger schneller und manchmal vielleicht gerade noch rechtzeitig wahrgenommen werden. "Machen Sie doch einmal selbst den Test: Halten Sie ein Feuerzeug unangezündet mit seitlich von Ihrem Körper ausgestrecktem Arm. Blicken Sie geradeaus nach vorne. Sie können das Feuerzeug nicht erkennen. Zünden Sie jetzt das Feuerzeug an. Sie nehmen sofort den Schein des Lichtes im seitlichen Sehfeld wahr", fordert Thann alle Skeptiker zum Selbsttest auf.

Dieser Vorteil gilt besonders auch für ältere Personen: Da die Sehkraft im Alter nachlässt, haben es Senioren schwer, rechtzeitig Gefahrenquellen zu erkennen. Licht am Tag kann helfen, dieses Defizit durch eine Erhöhung des Kontrastes teilweise zu kompensieren. Auch Kindern fällt es leichter, bewegte Gegenstände wahrzunehmen, wenn sie beleuchtet und damit auffälliger sind. Ebenfalls zum Erkennen möglicher Gefahrensituationen trägt bei, dass Distanzen und Geschwindigkeiten herannahender Fahrzeuge mit Licht viel leichter zu schätzen sind als bei unbeleuchteten Kfz. Es profitieren also gerade die schwächsten Verkehrsteilnehmer von Fahren mit Licht am Tag.

"Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie in Österreich eine so einfach umsetzbare und in vielen anderen Ländern lang etablierte Verkehrssicherheitsmaßnahme solche teils unnötigen und sich wiederholenden Diskussionen auslösen kann. Es ist an der Zeit, etwas mehr Vertrauen in Erfahrungen anderer Staaten und ausführliche Forschungsstudien zu haben", appelliert Thann.

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