Neues Volksblatt: "Spekulation" (von Michaela Ecklbauer)

Ausgabe vom 13. Juni 2005

Linz (OTS) - Sollten sich ÖVP und BZÖ in der Frage des EU-Beitrags - derzeit steht eine Erhöhung um 20 Millionen Euro pro Jahr im Raum -nicht einigen, könnte das "auch ein Grund sein, zu sagen, da trennen sich einfach unsere Wege", sagt BZÖ-Obmann Jörg Haider. Dabei legt er aber großen Wert darauf, dass es sich bei dieser Äußerung nicht um eine "Drohung" handle. Wie ist der Satz denn sonst zu verstehen? Als leises Säbelrasseln oder als aktuelle Laune seines Produzenten? Aufmüpfig gibt sich Haider auch in der Frage einer weiteren vorgezogenen Steuerreform. Dieses Begehr hatte schon einmal zum Bruch der Regierung geführt. Nur diesmal, bei einem neuerlichen Koalitionsbruch, ist das Verschwinden der BZÖ von der parlamentarischen Bildfläche mehr als wahrscheinlich. Vielleicht ist es aber gerade das, womit der wankelmütige BZÖ-Obmann angesichts der Umfragen spekuliert, die eher der FPÖ als dem BZÖ ein politisches Überleben attestieren. Vielleicht bastelt Haider schon jetzt - ohne es nach außen hin zuzugeben - an einem Ausstiegsszenario, um ein Wahldebakel den anderen in die Schuhe schieben zu können.

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