Darabos: Unterberger bringt nicht die Größe auf, Fehlleistung einzugestehen

"Wiener Zeitung"-Chefredakteur verteidigt Glosse, in dem antisemitische Vorurteile bedient werden

Wien (SK) Es sei "ziemlich abwegig", dass der Chefredakteur
der regierungsamtlichen "Wiener Zeitung", Andreas Unterberger, nicht die Größe aufbringe, eine Fehlleistung seiner Tageszeitung einzugestehen und zu bedauern, erklärte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos am Samstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Darabos bezieht sich dabei auf eine Glosse in der "Wiener Zeitung" vom 09. Juni, in dem antisemitische und ausländerfeindliche Ressentiments durchgeklungen sind. Wenn nun Unterberger in der heutigen Ausgabe der "Wiener Zeitung" den Versuch unternehme, dieses "Machwerk" mit den Werken bekannter österreichischer Literaten und Satiriker gleichzusetzen, so sei dies "in höchstem Maße anmaßend", stellte der SPÖ-Bundesgeschäftsführer fest. ****

Konkret hieß es in dem am 09. Juni erschienenen Kommentar über die Hundstrümmerln in der "Wiener Zeitung" unter dem Titel "Wiener Hundeleben":
"AW: Früher haben die Hund' viel weniger g'schissen.
UW: Unterm Hitler war alles sauber.
AW: Und wenn wo a Dreck war - die Juden haben's müssen wegputzen. UA: Aber heut'!
AW: Heut' müssat das wer anderer machen.
UA: Aber wer?
AW: Zum Beispiel die Asylanten."

Der SPÖ-Bundesgeschäftsführer bekräftigte seine Kritik, dass diese "nicht einmal halblustige Glosse" zum Abdruck gelangt ist. Dass Unterberger sich jetzt mit dem Hinweis, hier handle es sich um Satire, "aus der Bredouille retten will", sei leicht durchschaubar, so Darabos. "Der Inhalt dieser Glosse ist völlig humor- und satirefrei. Und dass der rechtskonservative Journalist Unterberger keinerlei Erfahrung auf dem Gebiet der Satire mitbringt, ist keine Entschuldigung für diese Fehlleistung", so Darabos. Aber offenbar sei der "gereizte Ton", den Unterberger in seinem heutigen Kommentar anschlage, ein Zeichen dafür, dass sich der Chefredakteur bewusst ist, hier "ein erträgliches Maß" überschritten zu haben, sagte der SPÖ-Bundesgeschäftsführer abschließend. (Schluss) ps

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