GPA-Jugend: Die Dicke der Geldbörse darf nicht über Unizugang entscheiden!

Eliteunis sind indiskutabel, Rektoren sollen sich Studenten nicht selbst aussuchen dürfen!

Wien (GPA/ÖGB) - In einer aktuellen Umfrage sprechen sich 61 Prozent der MedizinstudentInnen gegen jede Studienplatzbeschränkung aus. Das besonders ungerechte 'first-come-first-serve-Prinzip' erhielt bei einer parallel zur ÖH-Wahl stattfindenden Abstimmung von 93,5 Prozent der Studierenden eine Abfuhr. "Rektoren, die Kapazitätsbeschränkungen fordern, und Knock-Out-Prüfungen einführen wollen, sind an unseren Unis fehl am Platz!", ist der Vorsitzende der GPA-Jugend, Rene Pfister, verärgert. ++++

"Es ist absolut indiskutabel, dass sich Rektoren die Studierenden für irgendeinen Teil eines Studiums selbst aussuchen können! Das steht sogar im Widerspruch zu Aussagen von Bildungsministerin Gehrer, die in den letzten Jahren nicht gerade als Verfechterin einer fortschrittlichen Bildungspolitik aufgefallen ist. Elitebildung war noch nie zum Vorteil einer Gesellschaft", gibt sich Pfister überzeugt. "Die bestehenden Hochschulen werden durch eine wie auch immer geartete Eliteuni finanziell und in ihrem Image nachhaltig benachteiligt. Das 'frische Geld', mit dem diese Eliteuni offensichtlich finanziert werden soll, ist schlichtweg nicht da!"

"Wir lehnen den Abzug von SpitzenwissenschafterInnen durch Eliteausbildungsstätten ab. Eine qualifizierte Hochschulausbildung muss für jede und jeden zugänglich sein und darf nicht nur Kindern, deren Eltern über eine dicke Geldbörse verfügen, vorbehalten sein. Statt über die Schaffung von weiteren Eliteeinrichtungen nachzudenken, soll sich Bildungsministerin Gehrer lieber Gedanken darüber machen, wie die schulische Ausbildung verbessert und somit auch der allgemeine Zugang zu den Universitäten erleichtert werden kann", fordert der GPA-Jugendvorsitzende.

Sämtlichen Überlegungen zur Einführung eines Numerus Clausus erteilt der GPA-Jugendvorsitzende eine Abfuhr: "Der freie Hochschulzugang muss trotz der österreichischen Verpflichtungen in der EU und der aktuellen Diskussion der Rektorenkonferenz erhalten bleiben. Wir brauchen keine Knock-Out-Prüfungen, keine Zugangsbeschränkungen und auch keine Eliteuniversitäten. Das einzige, das wir brauchen, ist mehr Geld für die Ausbildung junger Menschen", endet Pfister.

ÖGB, 10. Juni
2005
Nr. 377

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