Josef Pröll: Umwelttechnologie zum Exportschlager für Rußland machen

Durch Technologieexport Umwelt sichern und Arbeitsplätze schaffen

Wien/Moskau (OTS) - Die Fehler der Vergangenheit rächen sich: Denn sage und schreibe 15 Prozent der Staatsfläche Rußlands gelten heute als ökologisch bedenklich; die meisten Industriestandorte sowie die sie umgebenden Gewässer sind mit Chemikalien und Schwermetallen stark belastet; etliche russische Städte kämpfen mit den klassischen Problemen der Luftreinhaltung oder der Abfall- und Abwasserbehandlung. Nur ein Bruchteil der Gebäude in Rußland ist mit regelbaren Heizungen oder Wärmemengenzählern ausgestattet, die Gebäude sind großteils schlecht wärmegedämmt. Angesichts dieser Situation verwies Österreichs Umweltminister Josef Pröll heute anläßlich der Eröffnung der Exportinitiative österreichischer Ökotech-Unternehmen in Moskau auf die enormen Chancen im Export österreichischer Umwelttechnologie nach Rußland: "Wir haben hier eine Riesenchance österreichische Umwelttechnologie zu einem Exportschlager nach Rußland zu machen und damit Umweltnutzen mit wirtschaftlichen Erfolg zu verbinden." Diese Chance gelte es rasch zu nutzen und unseren Unternehmen einen guten Marktzugang für Rußland zu ver-schaffen. An der von Umweltminister Pröll gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich initiierten Exportinitiative nach Rußland nehmen insgesamt 14 Unterneh-men aus dem Bereich der Umwelttechnologie teil - der Bogen spannt sich von Anlagenbau und Filtertechnik über Abfallbehandlung bis hin zur Siedlungswasserwirtschaft.****

Die russische Regierung habe die Probleme im Umweltbereich erkannt und mit strengen Umweltgesetzen eine erste Antwort gegeben, so Pröll. Eine dringende Herausforderung bestehe nun darin, die ökologischen Altlasten aus der Sowjet-Ära in den Griff zu bekommen. Das Marktpotential sei dementsprechend hoch: Allein 2004 wurden Umwelttechnologien im Wert von über 31 Mrd. USD nach Rußland importiert. Schwerpunkt der Investitionen liegen, so Pröll, in den Bereichen der Wasserversorgung, der Abwasserentsorgung, dem Abfallbereich, der Altlastensanierung und dem Klimaschutz bzw. der Luftreinhaltung. Vor dem Hintergrund der niedrigen Energieeffizienz gehöre Rußland schließlich auch zu einem attraktiven Land für Investitionen in effizienter Energietechnik und anderen Klimaschutzmaßnahmen.

Angesicht der ökologischen Wirksamkeit von Umwelttechnologieinvestitionen verwies Pröll darauf, daß mit projektbezogen verhältnismäßig geringem Aufwand große Emissionsminderungen erreicht werden können. Werden diese Projekte als JI/CDM Projekte - also als grüne Auslandsinvestitionen im Rahmen des Kyoto-Protokolls - durchgeführt, so könne ein Teil der Emissionsminderungen durch den Investor ver-marktet, bzw. der heimischen Kyoto-Bilanz angerechnet und damit eine durchaus attraktive Zusatzfinanzierung erschlossen werden, so der Umweltminister. Um politisch den Weg für die österreichischen Ökotech-Unternehmen nach Rußland zu ebnen, sind neben Treffen mit Wirtschaftsvertretern auch Gespräche mit dem Umweltminister der russischen Föderation, Yuri Trutnew, sowie der Umweltministerin des Moskauer Gebietes, Frau Katschan, vorgesehen.

Pröll verwies darauf, daß zwischen Österreich und Rußland bereits jetzt sehr gute wirtschaftliche Kontakte im bereich des Öko-Business bestehen. So investiere beispielsweise die niederösterreichische EVN in die thermische Abfallverwertungsanlage für Moskau bis 2007 rund 175 Mio. Euro und in die Trinkwasseraufbereitungsanlage Südwestwasserwerk bis 2006 rund 190 Mio. Euro. An diese erfolgreiche Zusammenarbeit gelte es anzuknüpfen und die "win-win" Situation für die russische Umwelt- und Lebensqualität einerseits sowie die österreichische Wirtschaftsentwicklung andererseits weiter auszubauen, so der österreichische Umweltminister abschließend.

(SCHLUSS)

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