KHOL ERÖFFNET BENEFIZ-KUNSTAUSSTELLUNG IM PARLAMENT Initiative anlässlich der Dekade der Knochen und Gelenke

Wien (PK) - Nationalratspräsident Andreas Khol hat heute
Nachmittag eine Benefiz-Kunstausstellung im Parlament eröffnet.
Der Verkaufserlös der Bilder, die eine Woche lang im Hohen Haus ausgestellt werden, soll Kindern mit Knochen- und Gelenkserkrankungen zugute kommen. Die Vereinten Nationen und die Weltgesundheitsorganisation haben das Jahrzehnt 2000-2010 zur
Dekade der Knochen und Gelenke erklärt. In Österreich wurde deshalb eine interdisziplinäre Plattform (http://www.taeglich-beweglich.at) ins Leben gerufen, die durch gezielte Aktionen die Inhalte und Botschaften der Bone and Joint Decade (BJD) in die Bevölkerung tragen soll. Die Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates sind die häufigste Ursache für Invalidität und Frühpensionen, erklärte Nationalratspräsident Khol. Es handle sich dabei also um eine Thematik, die für die gesamte
Gesellschaft von großer Bedeutung sei. Er dankte den österreichischen Künstlern, wie zum Beispiel Adolf Frohner oder Wolfgang Hutter, die ihre Werke zugunsten von kranken Kindern zur Verfügung gestellt haben.

Der Koordinator des Nationalen Komitees der BJD, Rainer Kotz, erläuterte die Ziele der "Dekade der Knochen und Gelenke", die
auf einer Idee von Experten aus dem Gesundheitsbereich basiere. Nicht nur weltweit, sondern auch in Österreich leide ein großer Teil der Bevölkerung an Krankheiten des Bewegungs- und Stützapparates. 40 % der Krankenstandstage, 40 % der Berufsunfähigkeiten und 40 % der Frühpensionen seien auf diese Leiden zurückzuführen. Deshalb haben Spezialisten für Orthopädie, physikalische und Rehabilitationsmedizin, Rheumatologie, Unfallchirurgie, Radiodiagnostik, Nuklearmedizin und Pathologie
eine Plattform gebildet, um gemeinsam mit
Patientenorganisationen, Versicherungen und der Industrie diese Herausforderung zu bewältigen.

Auch der Präsident der "European League against Rheumatism",
Josef Smolen, betonte die Wichtigkeit der fächerübergreifenden Zusammenarbeit auf diesem Gebiet. So soll es etwa an der Medizinischen Universität einen Schwerpunkt für Knochen und Gelenke geben, kündigte er an. Darüber hinaus bemühe sich die Europäische Rheumaliga um eine verstärkte Forschungsförderung durch die EU und die nationalen Ministerien und Fonds. Er
wünschte sich, dass Österreich hier Vorreiter wird und ein
eigenes Forschungsprogramm etabliert. Obwohl weltweit 100
Millionen Menschen und ein Viertel der europäischen Bevölkerung betroffen sind werden die rheumatischen Erkrankungen noch immer nicht von der Kommission als "major desease" anerkannt, bedauerte er. Aus diesem Grund habe man eine Deklaration ausgearbeitet, die
im Europäischen Parlament aufliegen wird.

Hartmut Pelinka, der ärztliche Direktor der AUVA, informierte darüber, dass 75 % der Verkehrsunfälle mit Todesausgang oder dauerhaften, schweren Verletzungen in den Entwicklungsländern passieren. Schätzungen gehen davon aus, dass dadurch Kosten in
der Höhe von 100 Mrd. US-Dollar verursacht werden. Auch in Österreich sind 33 % der Patienten, die bei Unfällen verletzt werden, im Straßenverkehr zu Schaden gekommen. Aus diesem Grund werde der Prävention große Bedeutung beigemessen. Als Beispiel führte Pelinka an, dass am 16. Juli eine Aktion "Gurte retten Leben" starten wird.

DAS JAHRZEHNT DER KNOCHEN UND GELENKE

Die Bone and Joint Decade (BJD) ist eine unabhängige
internationale Non-Profit-Initiative mit dem Ziel, in den Jahren 2000–2010 die Lebensqualität für Menschen, die an Erkrankungen des Bewegungsapparates leiden, weltweit zu verbessern. An der Initiative, die von Ärzte- und Patientenorganisationen gestartet wurde, beteiligen sich die UNO, die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Weltbank, nationale Regierungen, über 750 Ärzte- und Patientenorganisationen, wissenschaftliche Gesellschaften und Institutionen.

Weltweit leiden mehrere hundert Millionen Menschen an
Erkrankungen und Verletzungen der Knochen und Gelenke. So sind
etwa die Hälfte aller chronischen Erkrankungen älterer Menschen auf Gelenkserkrankungen zurückzuführen. Rückenschmerzen sind aber auch die häufigste Ursache für Aktivitätseinschränkungen bei jüngeren Menschen, eine der häufigsten Gründe für Arztbesuche, die häufigste arbeitsbedingte Erkrankung und die zweithäufigste Ursache für Krankenstände. Dem Gesundheitssystem entstehen
dadurch enorme Kosten, die durch die demographische Entwicklung
der nächsten Jahre weiter ansteigen werden. (Schluss)

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