Südosteuropa: dynamische Wirtschaftsregion vor Österreichs Haustüre

Ausbildungsniveau in der Region sehr gut - Österreich ist Nummer Eins unter den Auslandsinvestoren in vielen Ländern Südosteuropas

Wien (PWK419) - "Während Anfang der 90er Jahre noch 80% der Unternehmen Expatriates bei ihren Niederlassungen in Ost- und Südosteuropa beschäftigten, sind es heute nur mehr 36% -40%", sagte Wolfgang Breidert, Gründer und CEO des Personalberatungsunternehmens PMC Int. beim AWO-Business Breakfast ‚Personalmarkt Südosteuropa' heute (Dienstag) in der Wirtschaftskammer Österreich. Das Ausbildungsniveau in Südosteuropa sei allgemein bereits sehr gut, es gäbe lokal marktorientierte, karrierebewusste und flexible Talente, die die aus dem Ausland entsandten Manager verdrängen, so Breidert.

Fallstricke für ausländische Arbeitgeber in Südosteuropa seien mangelnde Kenntnisse des Personalmarktes sowie mangelndes Verständnis für kulturelle Unterschiede wie Arbeitseinstellungen. Breidert:
"Gerade da tun sich die Österreicher jedoch in der Region leichter als viele andere." Die Forderung, statt auch englisch- nur deutschsprachige Mitarbeiter für die Auslandsniederlassungen zu rekrutieren, vermindere den Pool potentieller Bewerber um 90% und erhöhe die Kosten, warnt der Personalberater.

"Die Personalfluktation sei in der Region noch immer relativ hoch. Die Mitarbeiter wechseln im Durchschnitt alle drei bis vier Jahre, meist aufgrund höherer Gehaltsmöglichkeiten", erklärte Eduard Tonchew, Geschäftsführer der PMC Niederlassung in Belgrad. Zunehmend spielen auch Sonderleistungen des Arbeitsgebers wie zusätzliche Urlaubstage, Dienstwägen, private Nutzungsmöglichkeiten des Mobiltelefons, Gehaltsvorschüsse, private Kranken- und Lebensversicherungen sowie das betriebliche Ausbildungswesen eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung für einen bestimmten Arbeitgeber. Tonchew: "Österreichische Dienstgeber genießen in Südosteuropa aber generell ein gutes Images." Er rät davon ab, Gehaltsstatistiken internationaler Personalberater blindlings zu vertrauen. Diese beruhen hauptsächlich auf Erfahrungen von Besetzungen in internationalen Unternehmen und seien daher oft für die Allgemeinheit nicht übertragbar. Weiterhin sei auch der ‚Brain Drain', also die Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte ins Ausland, noch ein Problem in der Region.

Franz Rößler, für Südosteuropa zuständiger Experte der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ, wies darauf hin, dass "die Region Südosteuropa nach wie vor die dynamischste Wirtschaftsregion direkt vor der österreichischen Haustür ist." Die gesamte Region werde voraussichtlich im Jahr 2015 EU-Mitglied sein. Rößler:
"Ausfuhrseitig liegen mit Südosteuropa vier Märkte in der Größe Chinas in unserer unmittelbaren Nachbarschaft." Die österreichischen Exporte nach Südosteuropa wuchsen 2004 um 18% auf 4,4 Mrd. Euro, auch die Einfuhren boomten mit einem Plus von 22% auf 2,5 Mrd. Euro. "Die österreichischen Unternehmen haben kräftigst in die Region investiert, in Rumänien, Bulgarien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina sind die Österreicher die führenden Investoren, in Serbien-Montenegro nehmen wir Platz 2 und in Mazedonien Platz 7 ein", so Rößler.

Die im Jahr 1979 gegründete PMC International ist vornehmlich im Executive Search mit Fokus auf Zentral- und Südosteuropa mit eigenen Tochtergesellschaften in 12 europäischen Städten mit rund 60 Mitarbeitern tätig. (BS)

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