Katholische Jungschar: Unsere Kinder brauchen Freiräume außerhalb der Schule

Schulreform muss mehr sein als "Anpassung an die Arbeitswelt"

Wien (OTS) - "Der heute beschlossene Ausbau der
Nachmittagsbetreuung an den Schulen ab Herbst 2006 erscheint der Katholischen Jungschar Österreichs übereilt. Noch liegen keine überzeugenden Konzepte vor, wie in den gegebenen Schulräumlichkeiten die Kinder einen ganzen Tag so verbringen können, dass sie sich wirklich wohl fühlen. Wer will denn schon von frühmorgens bis in den späten Nachmittag auf harten, abgenutzten Schulsesseln sitzen?" fragt Dr. Gerald Faschingeder, Vorsitzender der Katholischen Jungschar Österreichs (KJSÖ), zu dem heute im Ministerrat beschlossenen ersten Schul-Reformpaket. Für eine bauliche Adaptierung der Schulen fehle doch ebenso das Geld wie für innovative pädagogische Konzepte.

"Die Reform erleichtert unbestritten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, was zu begrüßen ist. Dennoch: Mädchen und Buben brauchen auch Freiräume abseits von Institutionen. Überhaupt vermissen wir in der gesamten Reformdebatte die Frage nach den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen. Wie und mit wem wollen Kinder ihre Lebens- und Lernzeit verbringen? Bisher ist es nur darum gegangen, dass Österreich seine Position im europäischen und globalen Standortwettbewerb verbessern kann", so Faschingeder. In der Schulreform dürfe es aber nicht nur um eine "Anpassung an die Arbeitswelt" gehen, wie es Bildungsministerin Elisabeth Gehrer heute im Ministerrat erklärte. "Vielmehr sollten Kinder die Vielfalt des Lebens kennen lernen und zu selbständigen und selbstbestimmten Persönlichkeiten werden" heißt es dazu in der Katholischen Jungschar. Viele Heranwachsende werden täglich derart beansprucht, dass ihnen keine Zeit mehr bleibe, um alleine, mit Freunden und Freundinnen oder der Familie zu spielen und sich zu entspannen. In der größten Kinderorganisation des Landes ist man deshalb besorgt, ob es auch weiterhin die Möglichkeit geben wird, dass Mädchen und Buben sich auch wochentags in frei gewählten Gruppen und Organisationen - wie etwa in der Katholischen Jungschar - ehrenamtlich engagieren bzw. am örtlichen Vereinsleben teilnehmen können.

Für die Umsetzung dieses ersten Schulpaketes sieht die Katholische Jungschar Österreichs derzeit die entsprechenden räumlichen, personellen und materiellen Ressourcen keineswegs gesichert:
"Freizeitpädagogische Angebote im Rahmen der Schule müssen von eigens dafür qualifizierten und beauftragen Personen geleistet werden. Es wäre fatal, wenn Kinder und Jugendliche an den Schulen mit ihrer derzeitigen Ausstattung auch noch ihre Freizeit verbringen müssten. Die aktuelle Finanzierungslage im Schulsektor lässt dazu viele Fragen offen", kritisiert abschließend Faschingeder.

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Mag. Elisabeth Schaffelhofer-Garcia Marquez
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