Fachverband der Reisebüros: "Edward Gordon als Obmann bestätigt"

Großes Potential für Österreichs Tourismus in Russland und China - auch Märkte in neuen EU-Staaten gewinnen zusehends an Bedeutung

Wien (OTS) - Der Fachverband der Reisebüros hat sich gestern für die Funktionsperiode 2005 bis 2010 neu konstituiert. Der bisherige Fachverbandsobmann KR Dkfm. Edward Gordon wurde erneut zum Obmann gewählt. Zu Obmannstellvertretern wurden KR Dr. Carl-Ludwig Richard (wie bisher) und Andreas Kröll (neu) bestellt.

Gordon unterstrich die bisherigen Leistungen des Fachverbandes und hob unter anderem hervor: das Informationssystem für Krisenfälle, die Eingliederung der ReisebüroassistentInnen unter die administrativen Lehrberufe, die kollektivvertragliche Regelung der Beschäftigung am Samstag Nachmittag, das ADS-Abkommen mit China zur Steigerung des Incoming-Tourismus, die Reiserechtssymposien in Zusammenarbeit mit der FH Wiener Neustadt und die Flugpassagierrechte der EU.

Zur Lage der Reisebürobranche merkte Gordon an, dass es Ende 2004 in Österreich 2.469 Reisebüro-Betriebsstätten gab, davon verfügten 1.908 über eine unbeschränkte Reisebüroberechtigung, 496 Reisebüros sind in das Veranstalterverzeichnis beim Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit eingetragen (Stand 1. Juni 2005). Seit dem Höchststand Mitte der 90er Jahre hat sich die Zahl der Reisevertriebsstellen lediglich um knapp über ein Prozent reduziert. In Deutschland verringerte sich dagegen das Angebot um fast 12 Prozent. Gemessen an der Bevölkerungszahl hat Österreich eine hohe Reisebürodichte, statistisch gesehen versorgt ein Reisebüro rund 3.300 Einwohner.

Die Leistungen der Reisebüros und Reiseveranstalter sind beachtlich. Sie haben wesentlichen Anteil daran, dass der Konjunkturmotor Tourismus auf Touren bleibt: Österreichweit erwirtschaften die rund 2.400 Unternehmen einen Umsatz von 3 Milliarden Euro und beschäftigen dafür 10.500 Mitarbeiter - um 10 Prozent mehr als im Jahr 2001.

"Terroranschläge, Irakkrieg, SARS und die Flutkatastrophe in Asien konnten die Reiselust der Österreicher nicht nachhaltig verändern. Trotz weltweiter Krisen und steigender Lebenshaltungskosten haben die österreichischen Reisebüros und Reiseveranstalter 2004 eine Trendwende geschafft und nach Jahren erstmalig wieder ein leichtes Umsatzplus erreicht, das wirtschaftliche Umfeld ist aber unverändert schwierig", meint Gordon.

Dabei hob er die besondere Bedeutung des Incoming-Tourismus und der Hoffnungsmärkte hervor. Laut einer Studie, die im Auftrag des Fachverbandes der Reisebüros erstellt wurde, vermitteln die österreichischen Incoming-Reisebüros rund 22 Millionen Gästenächtigungen und erwirtschaften bei Gesamtaufwendungen von 56 Millionen Euro für Marketing, Personal und Administration einen Umsatz von rund 900 Millionen Euro. Durch zielgruppenorientierte Angebote und die Teilnahme an Messen und Veranstaltungen sorgen die österreichischen Incoming-Reisebüros zudem für die nötige Präsenz und Imagepflege Österreichs im touristischen Ausland.

Die Märkte in den neuen EU-Ländern gewinnen zusehends an Bedeutung, die stark wachsende Region der mittel- und osteuropäischen Länder ist bereits jetzt der drittgrößte Quellmarkt für Österreich mit rund 6 Prozent der Ankünfte. Laut Prognosen wird sich dieser Anteil in den nächsten 10 Jahren verdoppeln. Auch die Ausgabefreudigkeit der Gäste aus diesen Ländern hat merklich zugenommen.

Großes Potential für Österreichs Tourismus liegt auch in Russland und Fernost, hier vor allem China. Seit dem 1. September 2004 brauchen chinesische Staatsbürger keine Einladung einer österreichischen Firma mehr, um nach Österreich zu kommen. Mit dem In-Kraft-Treten des Memorandum of Understanding ist nun auch für Touristengruppen ab 5 Personen ein Urlaub in der EU möglich. Das Memorandum, welches zwischen der EU und China geschlossen wurde, räumt fast allen EU-Mitgliedsstaaten den Status einer autorisierten Destination ein (ADS). Damit wurde auch eine legale Bewerbung von Österreich als Urlaubsland in China möglich. Im Jahr 2002 wurden 105.000 Ankünfte (160.000 Nächtigungen), 2004 bereits 172.000 Ankünfte (237.000 Nächtigungen) chinesischer Touristen verzeichnet. Die Volkswirtschaft Chinas wächst überdurchschnittlich und immer mehr Menschen können sich einen Urlaub im Ausland leisten. Vor allem die gut situierte Mittelschicht ist von einem hohen Bildungsniveau und einer ausgeprägten Konsumfreude gekennzeichnet.

Daraus folgerte er, dass es für die österreichischen Incomingbüros von besonderer Bedeutung ist, sich mit der Mentalität, den Bräuchen und Gewohnheiten der Chinesen vertraut zu machen, um eine optimale Betreuung sicher zu stellen. Die Berücksichtigung der Essgewohnheiten, die Übersetzung von Informationsmaterialien und die Kenntnis der Vorlieben im Zusammenhang mit Freizeitaktivitäten werden für den Erfolg ausschlaggebend sein. Wichtigstes Ziel muss es sein, die Aufenthaltsdauer der chinesischen Touristen zu verlängern, da Österreich meist nur eine kurze Etappe auf der Europatour von chinesischen Reisegruppen ist.

Österreichs Tourismusbranche bemüht sich zunehmend um die lukrativen Hoffnungsmärkte. Im Rahmen der China-Reise von Bundeskanzler Schüssel und Bundesminister Bartenstein habe er mit Tourismusexperten wie z.B. Rudolf Kadanka, Gründer des Reisebüros Mondial, für die Tourismusdestination Österreich geworben.

Gordon gab eine Übersicht über die derzeit anstehenden Themen und nannte dabei insbesondere Flughafentaxen, Senkung der Provisionen durch Fluglinien, die Reisebürosicherungsverordnung zur Kundengeldabsicherung, nachträgliche Zuschläge bei Kerosinpreiserhöhungen, Preisauszeichnung, Haftungsübernahme bei Verpflichtungserklärungen in Zusammenhang mit der Visaerteilung für Incominggäste, die Überarbeitung der Kollektivvertragsverhandlungen, den Vorbereitungskurs für die Befähigungsprüfung und die Aktualisierung der Lehrpläne der Berufsschule. (RH)

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