Neue Zinsen-Richtlinie der EU kann auch für Österreicher unangenehme Überraschungen bringen

Sparkassenverband: Ausländische Banken sind ab 1. Juli verpflichtet, Zinseinkünfte an das Wohnsitz-Finanzamt zu melden

Wien (OTS) - Die neue Zinsenrichtlinie der EU, die ab 1. Juli in
22 EU-Staaten ein Meldesystem vorsieht, kann auch für Österreicher unangenehme Überraschungen bringen, warnt der Österreichische Sparkassenverband in einer Aussendung. Zwar wird in Belgien, Luxemburg und Österreich statt eines Informationsaustausches eine Quellensteuer für EU-Ausländer automatisch vom Kreditinstitut abgezogen und an das Finanzamt abgeführt. Wer als Österreicher jedoch in den übrigen europäischen Ländern Zinsen für Sparguthaben oder Wertpapiere bekommt, muss nach dem 30. Juni mit einer Meldung der Bank an sein Wohnsitz-Finanzamt rechnen.

Sämtliche Zinsgutschriften sind relevant. Selbst wenn beispielsweise am Wertpapier-Depot die von der Richtlinie erfassten Rentenwerte nicht mehr vorhanden sind, wären die für Guthaben am Verrechnungskonto verbuchten Zinsen zu melden. Auch wenn es sich nur um Cent-Beträge handelt.

Anleger, die ihre zugeflossenen Zinsen auf ausländischen Konten bisher in der Steuererklärung "vergessen" haben, können sich peinliche Fragen des Finanzamtes nur dann ersparen, wenn sie ihre Auslandskonten noch vor dem 1. Juli schließen und in Österreich veranlagen.

Erleichtert wird ihnen die Rückkehr durch die Abschaffung der nicht unbedeutenden Sicherungssteuer bei bestimmten Auslandsfonds (sogenannte "blütenweiße Fonds) ab dem 1. Juli. Dann erfolgt die Meldung der relevanten Steuerdaten durch die Fondsgesellschaft an die Banken, die für den Kunden automatisch die KESt abziehen, was bei Aktienfonds nur geringe Beträge ausmachen wird. Der Kunde hat somit nichts mehr mit der Steuer zu tun.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Anleger zur Übertragung ihres Wertpapiervermögens ihre im Ausland "geparkten" Wertpapiere weder verkaufen noch in Bargeld transferieren müssen. Ein einfacher Übertrag auf ein österreichisches Depot genügt, dann sollten insbesondere bei deutschen Banken keine Spesen anfallen. Bedenkt man die weitreichenden Probleme, die eine Meldung an das Finanzamt auslösen könnte, dürfte sich dieser geringe Aufwand für die Kunden auszahlen. Der Sparkassenverband empfiehlt allen betroffenen Anlegern rasch zu handeln, denn am 31. Juni ist es bereits zu spät. Weitere Informationen geben die Berater in den über 1.000 Filialen der Erste Bank und Sparkassen.

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