TOW: Gefahr der Aufweichung des neuen Bundestierschutzgesetzes

Das seit 1. Jänner 2005 gültige Bundestierschutzgesetz könnte auf Kosten der Tiere verwässert werden

Wien (OTS) - Derzeit wird im Ministerium von der für den
Tierschutz in Österreich zuständigen Bundesministerin Rauch-Kallat über einer Verordnungsnovelle nachgedacht, um das Fangen und Halten von Singvögeln, wie Stieglitz, Zeisig und Gimpel für die traditionellen Singvogelausstellungen im Salzkammergut wieder zu legitimieren. "Beim Singvogelfang wird unter dem Deckmantel der Brauchtumspflege und anderer fadenscheiniger Vorwände der Tierquälerei Vorschub geleistet", sagt der Wiener Tierschutzombudsmann Mag. Hermann Gsandtner. Die Vögel leiden durch den Fang und in den kleinen Ausstellungs- und Lockkäfigen unter Dauerstress, ihre Fitness leidet und der Aufenthalt in geheizten Räumen macht sie krankheitsanfällig.

"Singvogelfang und Wildtiere im Zirkus mit Tierschutz nicht vereinbar!"

Ein weiteres Beispiel für die befürchtete Aufweichung des neuen Bundestierschutzgesetzes ist der Umgang mit dem Verbot der Haltung und Mitwirkung von Wildtieren in Zirkussen. Auch hier wird im zuständigen Bundesministerium offensichtlich die Meinung vertreten, dass unter bestimmten Voraussetzungen Wildtierhaltung möglich ist. "Es ist zu befürchten, dass künftig in Zirkussen Wildtiere wieder gehalten und mitwirken dürfen", so der Wiener Tierschutzombudsmann. Dabei hatten bereits vor fünf Jahren die Landeshauptleute aller Bundesländer ein weitgehendes Verbot von Wildtieren in Zirkussen, Varietes und ähnlichen Einrichtungen beschlossen.

Eine Abkehr von den derzeit gültigen Bestimmungen zu Ungunsten der Tiere ist für den Wiener Tierschutzombudsmann nicht akzeptabel. Wenn man im Ministerium schon über eine Änderung des Tierschutzgesetzes nachdenkt, so hat dies im Interesse der Tiere zu erfolgen. So fordert der Wiener Tierschutzombudsmann konkret u.a. die Überarbeitungen der Regelungen zum betäubungslosen Enthornen der Rinder, eine Überarbeitung der erlaubten Eingriffe an Schweinen und neue Richtlinien für die Haltung von Heimkaninchen.

Wien hat auch im Bereich des Tierschutzes immer eine Vorreiterrolle eingenommen. "Ich werde alles daran setzen, um eine Aufweichung des Tierschutzgesetzes zu verhindern", so der Wiener Tierschutzombudsmann. (Schluss) gsa/pea

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