ÖGB-Verzetnitsch fordert Erhalt der Bundesbahn-Lehrwerkstätten

Regierung und ÖBB-Management untergraben Bemühungen um mehr Lehrstellen

Wien (ÖGB) - "Anstatt nur zusätzliche Förderzusagen an die Lehrlingsausbilder zu geben, sollte die Bundesregierung in ihrem eigenen Einflussbereich, bei den ÖBB, dafür sorgen, dass weiterhin alle vorhandenen Ausbildungskapazitäten ausgeschöpft werden"; sagt ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch zu den geplanten Schließungen von Lehrwerkstätten. Bisher haben die ÖBB gerade einmal 54 Jugendlichen eine fixe Zusage für eine Lehrstelle gegeben - um 300 weniger als in den vergangenen Jahren.++++

Verzetnitsch fordert Bundeskanzler Wolfgang Schüssel sowie die Minister Hubert Gorbach und Martin Bartenstein auf, über deren Vertreter im ÖBB-Aufsichtsrat dafür zu sorgen, dass die Lehrlingsausbildung bei den Bundesbahnen im bisherigen Umfang gesichert bleibt. Auch der für die heutige Aufsichtsratssitzung geplante Beschluss zur Einrichtung einer neuen Stiftung für die Lehrlingsausbildung bei der Bahn stößt beim ÖGB-Präsidenten auf Ablehnung. "Wir brauchen echte Lehrstellen mit echten Lehrlingen, die auch eine echte Lehrlingsentschädigung bekommen und nicht mit einem Taschengeld abgespeist werden", sagt Verzetnitsch. Käme es zu der Stiftung, würde ein "Lehrling" nur mehr 225 Euro im Monat als finanzielle Entschädigung bekommen. Über die gesamte Ausbildungszeit gerechnet bedeutete dies einen Verlust von über 70 Prozent im Vergleich zur bisher üblichen Lehrlingsentschädigung.

Mit dieser neuen Art von Ausbildung bei den ÖBB würden nicht nur junge Menschen zu reinen "Bittstellern" degradiert, darüber hinaus verabschiede sich die Regierung vom bewährten dualen System der Lehrlingsausbildung, für das bisher die ÖBB immer wieder staatlich ausgezeichnet worden seien. Verzetnitsch: "Man hat den Eindruck, dass die Politik mit dieser Vorgangsweise das ehrliche Bemühen des Lehrlingsbeauftragten der Bundesregierung, Egon Blum, auf dem Ausbildungssektor zu einer Entspannung zu kommen, unterläuft und diese zum Scheitern verurteilt." (fk)

ÖGB, 7. Juni
2005
Nr. 370

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