Schicker: Neue Sicht auf das Weltkulturerbe

Die Neugestaltung des Vorplatzes Schönbrunn nimmt Form an

Wien (OTS) - Am Montag präsentierte Wiens Planungs- und Verkehrsstadtrat DI Rudi Schicker gemeinsam mit dem Tourismusdirektor für Wien, Mag. Karl Seitlinger, und dem Abteilungsleiter der MA 28, DI Dr. Herwig Klinke, alle Fakten zur Neugestaltung des Vorplatzes Schönbrunn.

Das barocke Schloss Schönbrunn ist die meistbesuchte Attraktionen des Wiener Fremdenverkehrs. Bislang wurde das historische Ambiente durch den mit Fahrzeugen verparkten Vorplatz beeinträchtig. Dieser Bereich erhält nun im Rahmen eines groß angelegten Umbauprogramms ein neues Gesicht. "Das Weltkulturerbe Schönbrunn kommt damit wieder besser zur Geltung", freut sich Wiens Planungs- und Verkehrsstadtrat Rudi Schicker.

"Bis Ende 2005 wird der Bereich vor dem Schloss Schönbrunn übersichtlich und klar gestaltet, die Verkehrsorganisation verbessert und attraktive Wege für die Fußgängerinnen und Fußgänger geschaffen", ergänzt Schicker. Durch den Neubau der öffentlichen Beleuchtung mit schlanken Masten, sowie neuen Leuchtentypen werde das Erscheinungsbild sowie die Ästhetik des Platzes zusätzlich aufgewertet. Das architektonische Konzept und eine verkehrstechnische Überprüfung bilden dabei die Grundlage der Umbauarbeiten.

Die Ausführungsplanung der Landschaftsarchitekten basiert auf den Ergebnissen eines städtebaulichen Wettbewerbes aus dem Jahr 2001 zur Vorfeldgestaltung des Weltkulturerbes. Grundidee des Siegerprojektes der Architekten Schindler & Szedenik sowie der Landschaftsplaner Auböck & Kárász ist die Verlegung der stadteinwärts führenden Bundesstraße B1 vom Schloss weg zur U-Bahn-Trasse hin. Die dadurch frei werdenden Flächen lassen eine weitläufige, teilweise begrünte Vorplatzgestaltung zu.****

"Die derzeitige Sanierung und Attraktivierung der Schönbrunner Schloßbrücke ist der zweite Teil dieses, 2003 vorgestellten Umbauvorhabens. Die vorliegende Planung ermöglicht eine spätere Verschwenkung der B1 - Schönbrunner Schloßstraße in Richtung U-Bahn und Wienfluss, wie im Wettbewerb zur Neugestaltung des Vorfeldes vorgesehen", betont Schicker abschließend.

Das Projekt im Überblick

Die Neugestaltung der Schönbrunner Schloßbrücke beruht im Wesentlichen auf der Entfernung des ruhenden Verkehrs aus dem Mittelbereich. Der Charakter als Platz soll stärker betont werden und der Mittelteil zum Aufenthalt und Verweilen einladen. Dieser Bereich wird zum Schloss hin durch drei großzügige Treppen abgestuft.

Beidseitig dieses Mittelstücks entstehen zwei breite, leicht nach Süden abfallende Gehwege, die im gleichen Naturstein wie die gesamte Platzfläche belegt sind. Die Seitenteile werden begrünt. Mit Sträuchern werden zwei grüne Achsen geschaffen, wodurch der Zug zum Schloss betont wird. Die Sphingen und Löwen verbleiben auf ihrem jetzigen Standort und bezeichnen die historische Kontinuität seit der Barockzeit.

Für die FußgängerInnen werden zusätzliche lichtsignalgeregelte Übergänge geschaffen, sodass die zentrale Mittelinsel gefahrlos erreicht werden kann. Für den Radverkehr werden neben den bestehenden Relationen noch weitere Verbindungen geschaffen, sodass einerseits das Schloss Schönbrunn mit dem Fahrrad erreicht und andererseits bei einer geplanten Verlegung der B1 Richtung stadteinwärts der Radverkehr mitberücksichtigt werden kann. Am südwestlichen Ende der Schönbrunner Schloßbrücke ist eine Fahrradabstellanlage vorgesehen.

Der Autoverkehr wird im Wesentlichen analog der derzeitigen Verkehrsorganisation geführt.

Die Straßenbahnen 10 und 58 inklusive der Haltestellen bleibt wie im Bestand erhalten. Die Autobuslinie 10 A wird künftig auf der stadteinwärts gelegenen Richtungsfahrbahn im Bereich Schlossbrücke im Gegenverkehr geführt. Die Haltestelle und die Linienführung der Autobuslinie 10A Richtung Norden ändert sich nicht. Die Buslinie in Fahrtrichtung Süden erhält nicht nur eine neue Fahrspur sondern auch eine neue Stationsanlage. Die Bushaltestelle der "hopp-on-hopp-off" Linie in der Schönbrunner Schloßstrasse muss Richtung stadteinwärts verschoben werden.

Infrastrukturelle Maßnahmen von großer Bedeutung für den Wien-Tourismus

Das Schloss Schönbrunn repräsentiert geradezu idealtypisch jene drei Aspekte, die aus der aktuellen Gästebefragung als stärkste ausschlaggebende Gründe für die Wahl Wiens als Reiseziel hervorgegangen sind: 83 % der Besucher nannten Kunst und Kultur als Hauptgrund, 71 % Stadtbild und Architektur und 68 % den Besuch von Sehenswürdigkeiten. Das Schloss allein zieht jährlich über 2 Millionen Besucher an und ist damit die meistbesuchte Sehenswürdigkeit der Stadt, nahezu ebenso viele kommen in den Tiergarten, außerdem erhöhen weitere Attraktionen in diesem Areal, wie das Palmenhaus, die Wagenburg und natürlich der Schlosspark, zusätzlich den Besucherstrom.

Die touristische Bedeutung dieses Konglomerates an Publikumsmagneten ist evident, und entsprechend wichtig ist es dem Wien-Tourismus auch, dass die Gäste ihren Aufenthalt an diesem so stark frequentierten Ort bestmöglich genießen können. Wiens Tourismusdirektor Mag. Karl Seitlinger betont dazu:
"Infrastrukturelle Maßnahmen spielen dabei eine große Rolle, und können ein an sich schon ausgezeichnetes Produkt noch attraktiver machen." Ein nicht mehr durch parkende Autos verstellter Blick auf das Schloss gehört da eindeutig dazu und wird auch alle Besucher freuen, die Erinnerungsfotos schießen wollen. Die verbesserte Sicherheit bei der Straßenüberquerung erhöht den Komfort bei der Besichtigung. Solche Rahmenbedingungen haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Gesamterlebnis einer Stadt und die Zufriedenheit der Besucher mit ihrem Aufenthalt. Wien hat dabei ein sehr hohes Niveau erreicht: In der Gästebefragung vergaben 58 % der Besucher punkto Zufriedenheit ihrem Wien-Aufenthalt auf einer sechsstelligen Skala die Bestnote, 39 % vergaben die Note 2 und 3 % die Note 3, bei den Noten 4 bis 6 gab es gar keine Einträge. "Will man so ein Ergebnis halten, oder es womöglich noch übertreffen, sind Maßnahmen auf allen Ebenen gefragt; die Verbesserung von Rahmenbedingungen rund um die Top-Attraktion einer Destination ist dabei ein sehr effizienter Beitrag", schließt Seitlinger.

Mitte Juni Beginn der Straßenbauarbeiten

"Mitte Juni beginnt der Straßenumbau auf der Schönbrunner Schloßbrücke", berichtet Dr. Klinke, Leiter der für den Straßenbau zuständigen Magistratsabteilung 28 zu den eigentlichen Bauarbeiten. Die Straßenbauarbeiten schließen damit direkt an die bereits im März 2005 gestarteten Vorarbeiten der Wiener Linien (Verstärkung des Tragwerkes der U4) und der Wiener Wasserwerke an. Dann beginnt jener Teil des Bauvorhabens, der für die VerkehrsteilnehmerInnen ebenso wie für die SchlossbesucherInnen am meisten spürbar wird. Bis Ende November 2005 soll das 7,0 Mio. Euro teure Umbauvorhaben abgeschlossen werden. "In weniger als einem halben Jahr werden etwa 19.000 m2 Fläche neu gestaltet. Hiervon entfallen allein 6.700 m2 auf Gehflächen und 2.300 m2 auf Grünflächen", erläutert Dr. Klinke die Größenordnung dieses Bauvorhabens. Hinzu kommen noch etwa 1.000 m2 Radwege und fast 9.000 m2 Fahrbahnflächen. Im Zuge der Straßenbauarbeiten werden auch die öffentliche Beleuchtung erneuert und die Ampelanlagen umgebaut bzw. neu errichtet sowie die Grünflächen in der Mittelzone der Schönbrunner Schloßbrücke neu gestaltet.

"Vor allem während der Ferienmonate Juli und August müssen sich die VerkehrsteilnehmerInnen auf Behinderungen einstellen. In dieser Zeit werden zur Herstellung der Kreuzungsplateaus Schönbrunner Schloßbrücke/Hadikgasse bzw. Schönbrunner Schloßbrücke/Schönbrunner Schloßstrasse die Fahrspuren auf der Hauptstraße B 1 auf zwei Fahrspuren reduziert", führt Dr. Klinke aus und ergänzt: "Wenn mit Schulbeginn das Verkehrsaufkommen wieder auf die gewohnte Höhe anwächst, sollen die Arbeiten in den Kreuzungen abgeschlossen und wieder alle Spuren für den Hauptstraßenverkehr entlang der HB1 zur Verfügung stehen".

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Infoline Straße und Verkehr 95559 und im Internet unter
http://www.wien.gv.at/verkehr/strassen/ .

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/

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