Eisenbahner: Neue ÖBB-Lehrlingsstiftung verdient Namen nicht

GdE-Vorsitzender Haberzettl: Keine Zustimmung für Verschlechterungen für Lehrlinge im morgigen ÖBB-Aufsichtsrat

Wien (GdE/ÖGB) - Die ArbeitnehmervertreterInnen im Aufsichtsrat
der ÖBB-Dienstleistungsgesellschaft werden morgen, Dienstag, der von Regierung und Management vorgesehenen Einrichtung einer neuen Stiftung für die Lehrlingsausbildung bei der Bahn nicht zustimmen, kündigte GdE-Vorsitzender Wilhelm Haberzettl am Montag in Wien an. "Diese neue Stiftung verdient nicht einmal ihren Namen. Über diese Stiftung sollen nur junge Menschen mit weniger sozialen Rechten ausgestattet zu Taschengeldbeziehern und Bittstellern degradiert werden", kritisierte Haberzettl, dass es zukünftig für rund 300 Jugendliche bei den ÖBB keinen ordentlichen Lehrvertrag mehr geben soll. "Einem Konstrukt, das angesichts des Österreich-weiten Lehrstellenmangels lediglich der Befriedigung persönlicher Eitelkeiten und der Publicitysucht einer an allen Ecken und Enden politisch ins Rudern geratenen Bundesregierung und eines reichlich überbezahlten und überbesetzten ÖBB-Managements dient, können wir nicht zustimmen", bekräftigte der GdE-Vorsitzende. ++++

Vor der Zerschlagung der ÖBB durch die Bundesregierung sei die Lehrlingsausbildung im Unternehmen in bewährter sozialpartnerschaftlicher Weise zum Besten der jungen Menschen geregelt gewesen, so Haberzettl weiter. Nun gebe es trotz tausender Lehrstellensuchender erst 54 fixe Zusagen für einen Ausbildungsplatz mit Lehrvertrag bei den ÖBB. "Alle anderen Behauptungen und vagen Zusagen seitens der Regierung und des ÖBB-Managements sind Täuschungsmanöver, um davon abzulenken, dass bei gleichzeitig überhöhten Verträgen für das Management in unverständlicher Weise bei der Jugendausbildung gespart werden soll", sagte der GdE-Vorsitzende.

Wie vor kurzem bekannt geworden ist, organisiere der Regierungsbeauftragte der Bundesregierung, Egon Blum, ein neues Förderprogramm für Lehrbetriebe. Ausbildende Betriebe sollen pro Lehrling und Monat im ersten Lehrjahr mit 400 Euro gefördert werden. "Die Förderung der Lehrlingsausbildung ist natürlich zu begrüßen", sagte der GdE-Vorsitzende weiter. "Allerdings erscheint es vor diesem Hintergrund um so absurder, dass die Bundesregierung gerade über Jahre hinweg staatlich ausgezeichnete Lehrplätze wie die 300 bei den ÖBB praktisch dem Verfall Preis gibt und andererseits versucht, Betriebe mit Steuergeldern zur Schaffung von Lehrplätzen zu

animieren", stellte Haberzettl abschließend fest. (Schluss) ÖGB, 6. Juni 2005 Nr. 367

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