Entwicklungsfinanzierung gemeinsam mit den Ärmsten

Existenzsicherung durch Kleinstkredite

Wien (OTS) - Kleinstkredite geben auch armen Menschen die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen, Einkommen zu schaffen und am Wirtschaftsleben teilzunehmen. Sie sind ein effektives Mittel zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele. Zu diesem Ergebnis kamen internationale Expertinnen und Experten, die gestern auf Einladung der Vereinten Nationen in Wien und der Austrian Development Agency (ADA) am Symposium über die "Förderung finanzieller globaler Partnerschaften für Entwicklung" teilnahmen. Weiters wurden erfolgreiche Beispiele und innovative Modelle der Mikrofinanzierung vorgestellt.

Ohne die erforderlichen Absicherungen wie Landbesitz oder Eigentum ist es armen Menschen unmöglich, an Kredite zu üblichen Konditionen heranzukommen. Mikrofinanzierung schließt diese Lücke. Sie funktioniert ähnlich wie das traditionelle Bankgeschäft, passt sich aber dem entsprechenden Umfeld an. Dadurch kommen auch wirtschaftlich aktive, aber arme Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern in den Genuss von Finanzdienstleistungen. Mikrofinanzierung kann daher als Demokratisierung von Krediten verstanden werden. Friedhelm Boschert, Vorstandsvorsitzender der Volksbank International Aktiengesellschaft, stellte beim Symposium fest: "Nachhaltige Entwicklung kann nicht für Arme, sondern nur gemeinsam mit ihnen erfolgen."

Österreich habe sich mit einer breiten Palette an Mikrofinanzprodukten als innovativer Nischenplayer positionieren können, erklärte Hermann Spirik, Leiter der Programmplanung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium. In Uganda beispielsweise arbeitet die Austrian Development Agency am Aufbau eines Krankenversicherungssystems mit, das der Bevölkerung sowohl eine bessere Gesundheitsversorgung als auch den Zugang zu Spar- und Kreditformen ermöglicht. Hanns Martin Hagen, Vizepräsident der KfW Entwicklungsbank, ging auf die Bedeutung von Finanzdienstleistungen der Entwicklungsbanken in Krisengebieten näher ein. "Kommerzielle Banken scheuen das Risiko, dabei sind einige Mikro-Finanzierer wirtschaftlich erfolgreich", so Hagen. Positive Impulse beschrieb Mamadou Wane von North-South Net Solidarity: "In Senegal haben wir die Erfahrung gemacht, dass viele junge Leute mit Hilfe von Mikrokrediten ihre Existenz aufbauen konnten und nicht mehr, wie ursprünglich geplant, auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen nach Europa oder in die USA auswandern wollten."

Wie wichtig kleine Kredite und Finanzdienstleistungen für die Bekämpfung der Armut und damit das Erreichen der Millenniums-Entwicklungsziele sind, stellte Kathryn Imboden, Senior Policy Advisor des United Nations Capital Development Fund (UNCDF), anschaulich dar. Die UNO möchte deshalb durch das Internationale Jahr der Mikrokredite 2005 diese Art der Entwicklungsfinanzierung mehr ins öffentliche Bewusstsein rufen. Gleichzeitig soll es auch den Brückenschlag zwischen Investoren und Kleinstunternehmern in armen Ländern fördern. Die Ergebnisse des Symposiums werden in die UN-Konferenz über die Millenniums-Entwicklungsziele im September 2005 einfließen.

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