OeNB - Vortrag von Herrn Dir. Christl anlässlich des SUERF Seminars am 3. Juni 2005 in Wien

Wien (OTS) - Hauptgrund für bessere Ertragssituation von Banken in Osteuropa liegt in höheren Zinsspannen

Vor dem Hintergrund des starken Ost-Engagements der österreichischen Banken betonte Direktor Christl von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), dass die Ertragssituation der nationalen Bankensektoren in den neuen EU Mitgliedstaaten nach wie vor deutlich besser sei als jene der Banken im Euroraum. Im Rahmen seines Vortrages anlässlich des SUERF (Société Universitaire Européenne de Recherches Financières) Seminars "The Future for Private Banking in the New EU Member States of Central and Eastern Europe" merkte Direktor Christl an: "Höhere Zinsspannen, insbesondere im Einlagen- und im Privatkundengeschäft, bildeten den Hauptgrund für die bessere Ertragsentwicklung der Banken in Zentral- und Osteuropa." Die Nettozinseinkommen überdeckten bisher die höheren Verwaltungsaufwendungen und die schlechtere durchschnittliche Kreditqualität sowie die generell niedrigere Effizienz der Banken in diesen Ländern.

Stärkerer Wettbewerb wird Zinsspannen an Euroraum-Niveau annähern

Direktor Christl sieht hier auch bedeutende Herausforderungen auf die Banken zukommen: "Im Zuge des stärkeren Wettbewerbs werden sich die Zinsspannen im Laufe der nächsten Jahre an das Niveau im Euroraum annähern. Bei Unternehmenskrediten ist dieser Prozess schon weiter fortgeschritten als in anderen Geschäftsfeldern." Der Entwicklungsstand der Bankensektoren in den neuen EU-Mitgliedsstaaten sei dabei unterschiedlich. "Für viele Banken bedeuten diese Änderungen noch viel Arbeit, aber in einigen Ländern konnten wir bereits in den letzten Jahren beeindruckende Verbesserungen miterleben", so Direktor Christl zur Situation der Banken in den neuen Mitgliedstaaten. Direktor Christl hob insbesondere die Bedeutung einer ausgewogenen Wirtschaftspolitik hervor. Ebenso wichtig sei eine Verbesserung der Fähigkeit von Banken in den neuen Mitgliedsstaaten, Auswirkungen unerwarteter Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld abfangen zu können. "Diese beiden Aufgaben", so Direktor Christl abschließend, "bedeuten nicht nur für die Banken selbst, sondern auch für die Aufsichtsbehörden und die Wirtschaftspolitik eine große Herausforderung."

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