Faymann eröffnet Behindertenwohnheim Antonigasse

Wien (OTS) - "Die Stadt Wien fördert die Integration behinderter Menschen durch vielerlei Maßnahmen. So hat die Stadt gemeinsam mit Vertretern von Behindertenorganisationen und Bauträgern sowie mit Architekten und Stadtplanern in den letzten Jahren erfolgreich behindertenfreundliche Regelungen mit ökonomischer Vernunft erarbeitet. Die Änderung der Bauordnung im Sommer 2004 war das Ergebnis dieser ausführlichen Auseinandersetzung. Sie stellt einen deutlichen Fortschritt zur Barrierefreiheit der Stadt dar und berücksichtigt die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Bauträger und wird das Leben von behinderten Menschen spürbar erleichtern. So müssen die Zugänge zu Kinderspielplätzen barrierefrei sein, Aufzüge sind bereits für Gebäude mit drei, statt bisher mit vier Stockwerken vorgeschrieben und der Mindest-Wendekreis für Rollstuhlfahrer auf den Gängen wurde auf 75 cm vergrößert. Eine Garage mit mehr als 30 Stellplätzen muss einen barrierefrei erreichbaren Aufzug oder eine maschinelle Aufstiegshilfe haben.

Zusätzlich unterstützt die Stadt mit speziellen Förderungen die Errichtung von Behindertenheimen. In den letzten zehn Jahren hat Wien acht derartige Projekte gefördert, um behinderten Menschen eine geeignete Unterkunft, Versorgung und Therapie zukommen zu lassen. Teilweise in Kombination mit sanierten und neu errichteten Wohnprojekten wie beispielsweise die "Waffelfabrik" in Ottakring oder den "Wohnraum Rosenstein" in Hernals und teilweise als Einzelprojekte. All diese Maßnahmen haben das Ziel, das Alltagsleben behinderter Menschen möglichst lebenswert zu gestalten", erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann.

Darüber hinaus unterstützt die Stadt durch Einzelwohnungsverbesserungs- und Haussanierungsförderungen jedes Jahr den behindertengerechten und barrierefreien Umbau von etwa 3.000 Wohnungen.

Antonia & Eduard

Bei Antonia & Eduard handelt es sich um ein totalsaniertes Wohnhaus, das zu einem Wohnheim für behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit integrativen und in der Wohnheimnutzung eingebundenen Therapie-, Lern- und Pflegemöglichkeiten umgebaut wurde. 20 Heimplätze stehen den Bewohnern zur Verfügung. Darüber hinaus sind in diesem Haus auch 20 Wohnungen untergebracht, in denen hauptsächlich MitarbeiterInnen des benachbarten AKH leben.

"Das Projekt ist auf Grund seiner technischen und pflegetherapeutischen Anforderungen, insbesondere im integrativen Wohnheim, außergewöhnlich und erfüllt Ansprüche, die bisher im Bereich der Unterbringung, kongenialen Pflege und Beschäftigung behindeter Menschen in diesem Ausmaß nicht geleistet werden konnten", berichtete der Geschäftsführer der Antonia & Eduard Immobilienvermietung Martin Schwanzer.

Die Gesamterrichtungskosten liegen bei 2,2 Millionen Euro. Die Stadt hat das Projekt mit 1,37 Millionen Euro unterstützt.

Die Heimbewohner sind großteils mehrfach behindert und werden zumeist in Klein-Gruppen therapiert. Die meisten der Heimbewohner sind Spastiker. Auf Grund ihrer Behinderungsform sind sie von sekundären Folgeschäden bedroht (wie Wirbelsäulenverkrümmungen, Hüftgelenksluxationen, Beengung der inneren Organe), denen nur durch regelmäßiges, tägliches therapeutisches Training entgegengewirkt werden kann.

Dementsprechend werden bei Antonia & Eduard die Behinderten nach dem "konduktiv mehrfachtherapeutischen Förderungskonzept" betreut, das sowohl im Wohn- als auch im Freizeit- und Tagesbereich umgesetzt wird. Folgende Behandlungsschwerpunkte werden dabei umgesetzt:

o bewegungstherapeutische Gruppenförderung
o Steh- und Gangschulung im Innen- und Außenbereich
o ergotherapeutisches Selbsthilfetraining
o Psychomotorik/Motopädagogik
o Lebensorientierungshilfe
o psychologische und pädagogische Beratungen

Neben den 20 Bewohnern des Heimes stehen die Therapie- und Behandlungsräume auch für ambulante Behandlungen zur Verfügung. Ein Heimplatz kostet max. 150,- Euro pro Monat, da ein Großteil der Kosten vom Fonds Soziales Wien getragen wird.

Die regionale Infrastruktur ist hervorragend. Die Nähe zum AKH, zur U-Bahn und zum Therapiezentrum Bergsteingasse ist ebenso günstig wie zum Markt und zu Geschäften.

Standorte der seit 1994 errichteten Heime für Menschen mit besonderen Bedürfnissen ("Behindertenwohnheime") unter Zuhilfenahme von Neubauförderungsmitteln:

o 3., Dietrichgasse 48 (Wiener Stadtwerke)
o 10., Landgutgasse 51-53 (Hilfswerk für Taubblinde)
o 12., Oswaldgasse 27-31 (MIGRA)
o 15., Schanzstraße 18-22 (GESIBA)
o 16., Joachimsthalerplatz 1 (GESIBA)
o 16., Liebknechtgasse 32 (Stadt Wien/Caritas)
o 16., Redtenbachergasse 57 ("Heimat Österreich"/Caritas)
o 21., Jandagasse 2 ("Heimat Österreich"/Caritas)

(Schluss) gmp

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