Alsergrund: Erinnerungen an Dr. Gerhard Ksander

Wien (OTS) - Mit einer berührenden "Gedenkausstellung" erinnert
der "Kulturverein Alsergrund" an den manchmal sehr schwierigen Lebensweg von Dr. Gerhard Ksander. Eröffnet wird die Schau am Montag, 6. Juni, um 19 Uhr, im "Begegnungsraum Berggasse" des Vereines in Wien 9., Berggasse 3. Die Gestalter der Ausstellung berichten ganz bewusst über keinen "Prominenten", so wie viele andere Österreicher hatte Ksander im Zweiten Weltkrieg sowie in der folgenden "Gefangenschaft" zu leiden. Alte Fotografien und Dokumente, vor allem aus den Jahren 1944 bis 1955, und weitere Exponate geben Auskunft über das Leben des Dr. Gerhard Ksander und warnen vor grausigen Gedanken des Nationalsozialismus. Die Schau läuft bis Dienstag, 28. Juni, und ist jeweils Dienstag zwischen 18 und 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.

Brief aus der "Gefangenschaft" an die Eltern

Viele Jahre war Dr. Gerhard Ksander in der sozialdemokratischen Partei am Alsergrund politisch engagiert. Im Mai 1979 wurde der Bundesbeamte mit dem "Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich" ausgezeichnet.

Dr. Gerhard Ksander (1924 - 2004) war über längere Zeit als Kriegsgefangener in amerikanischen Lagern. In der Ausstellung sind Artikel aus amerikanischen und heimischen Zeitungen, Tagebuch-Eintragungen, Briefe aus der "Gefangenschaft" mit sehr persönlichen Inhalten, Karikaturen und Beispiele für die NS-Propaganda zu finden. Vom alten Opern-Programm bis zu einem Abzeichen aus dem Jahr 1955 anlässlich des Abzuges der Besatzungsmächte ("Vier Elefanten") gibt es viel zu sehen.

Der im Jänner 1924 in Wien geborene Dr. Gerhard Ksander legte im März 1942 die Matura ab und hatte sodann von April 1942 bis Mai 1944 als Soldat in der Deutschen Wehrmacht zu dienen. Nach einer Verwundung im Mai 1944 in Italien und der anschließenden Gefangennahme durch amerikanische Soldaten brachte der Wiener geraume Zeit in US-Lagern zu. Kurz nach der Heimkehr (Februar 1946) begann Ksander das Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Wien. 1949 erfolgte der Eintritt des Juristen in den Bundesdienst, 1975 wurde der überzeugte Sozialdemokrat zum Leiter-Stellvertreter der Präsidialabteilung bestellt. Ab 1985 fungierte der Beamte als Sektionschef im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft. (Schluss) enz

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