Greenpeace beweist Illegalität giftiger Parfüms in Österreich

Ministerin Rauch-Kallat muss Parfüms vom Markt zurück rufen

Wien. (OTS) - Greenpeace hat vier zum letzten Muttertag veröffentlichte Parfümtests wiederholt und bewiesen, dass alle vier getesteten Produkte illegal im Regal stehen. Die Eau de Parfüms wurden von einem unabhängigen Labor positiv auf Stoffe aus der Gruppe der Phthalate getestet, die seit dem ersten April 2005 EU-weit aufgrund ihrer Giftigkeit in Kosmetika verboten sind. "Gesundheitsministerin Rauch-Kallat muss die getesteten Produkte nun endgültig umgehend vom Markt zurück rufen. Sollte die Ministerin sich weigern und die Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung ignorieren, können wir nur noch an den Handel appellieren, die Produkte sofort freiwillig aus den Regalen zu nehmen", kündigt Greenpeace Konsumentensprecherin Nina Thüllen an. Greenpeace hatte sich zu den Tests entschlossen, als Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat trotz der Ende April veröffentlichten Ergebnisse kein Parfümtestprogramm einleitete.
In allen vier untersuchten Proben wurde das Phthalat DEHP nachgewiesen. Zwei Proben wiesen etwa dieselben Konzentrationen wie bei der ersten Messung auf ("in Leather" von Aigner, "Eternity" for Woman von Calvin Klein). In zwei der Proben wurde eine Verringerung der Konzentration zum ersten Test erhoben (Chanel No 5; Dior Poison). Die EU hat festgestellt, dass DEHP sowohl "die Fruchtbarkeit beeinträchtigen" als auch "das Kind im Mutterleib schädigen" kann. Das Phthalat DBP wurde wie beim ersten Test in drei der vier Proben gemessen ("Eternity" for Woman von Calvin Klein, Dior "Poison", "in Leather" von Aigner). DBP kann laut der EU "möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen".
Greenpeace Konsumentensprecherin Nina Thüllen: "Mit ihrer Untätigkeit nimmt Gesundheitsministerin Rauch-Kallat wissend eine Gesundheitsgefährdung der Österreicher in Kauf. Sie kümmert sich weder darum, die Produkte mit giftigen Stoffen vom Markt zu nehmen, noch darum dass solche Fälle zukünftig ausgeschlossen werden. Dabei hat Österreich jetzt die Chance auf EU-Ebene dafür zu kämpfen, dass gefährliche Stoffe im Rahmen der neuen Chemie-Gesetzgebung (REACH) zukünftig verpflichtend durch ungefährliche ersetzt werden müssen." Auf EU-Ebene wird gegenwärtig ein neues Chemikalien-Gesetz verhandelt. Am Montag kommender Woche wird Minister Bartenstein an einer wichtigen EU-Sitzung zu diesem Thema teilnehmen. "Minister Bartenstein muss sich dafür einsetzen, dass Risiko-Chemikalien zukünftig endlich verpflichtend durch unschädliche ersetzt werden müssen und Konsumenten ein Recht darauf erhalten, vollständig über die Eigenschaften von Chemikalien in Produkten informiert zu werden", so Thüllen abschließend.

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MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel. 01-5454580-29 oder 0664-6126721.
Dipl. Biol. Nina Thüllen, Konsumentensprecherin Greenpeace, tel. 01-545458036 oder 0664-5484553.
Liste der Parfüms und Factsheets im Internet: http://marktcheck.greenpeace.at/parfumliste.html.

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