- 02.06.2005, 11:18:22
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71 tote Kinder sind 71 zu viel
Unfälle sind die häufigste Todesursache bei Kleinkindern. Die Tagung "Unfallverhütung für Kinder und Jugendliche" im Donauspital SMZ-Ost informiert über Präventivmaßnahmen
Wien (OTS) - Jährlich verunglücken etwa 170.000 Kinder, und das
obwohl die meisten Unfälle vermeidbar sind. Bei der fünften Tagung
zum Thema Kindersicherheit im Donauspital SMZ-Ost am 4. Juni 2005
gibt es umfassende Informationen darüber, wie man Unfälle von Kindern
und Jugendlichen verhindern kann. Auch Dr. Rupert Kisser, Leiter des
Instituts Sicher Leben, wird auf dieser Tagung neueste Erkenntnisse
zu Präventivmaßnahmen präsentieren.
Unfälle sind die häufigste Todesursache bei Kleinkindern
Kleine Verletzungen bei Spiel und Sport gehören zur Entwicklung eines
Kindes dazu und verheilen meist schnell. Nicht akzeptabel sind
hingegen jene Unfälle, bei denen Kinder aufgrund fehlender
Sicherheitsmaßnahmen sterben oder bleibende Schäden davon tragen.
Laut Freizeitunfallstatistik des Instituts Sicher Leben hatten im
Jahr 2004 insgesamt rund 173.500 Kinder unter 15 Jahren Unfälle, die
im Spital behandelt werden mussten. 91.800 Unfälle davon passierten
zu Hause bzw. in der Freizeit, 36.500 beim Sport, 41.342 in der
Schule und 3.872 im Straßenverkehr.
Unfälle sind bei Kindern die häufigste Todesursache, allein im Jahr
2003 verun-glückten 71 Kinder unter 15 Jahren tödlich. 35 Kinder
kamen im Straßenverkehr ums Leben, 12 Kinder ertranken, acht Kinder
überlebten einen Sturz nicht und vier Kinder starben bei einem Brand.
"Erfreulich ist, dass die Zahl der tödlichen Unfälle in den letzten
Jahren zurückgegangen ist. Sind im Jahr 1990 noch 131 Kinder bei
Unfällen gestorben, so waren es im Jahr 2003 fast um die Hälfte
weniger. Das ist sowohl auf die verbesserte medizinische Versorgung
als auch auf die Wirkung erster Präventivmaßnahmen zurückzuführen.
Dennoch, 71 tote Kinder sind 71 zu viel!" meint Kisser. Im Vergleich
zu den letzten Jahren hat sich die Zahl der tödlich verunglückten
Kinder leider wieder erhöht, denn im Jahr 2001 starben 50 und im Jahr
2002 52 Kinder bei Unfällen. Um einer möglichen tödlichen Trendwende
zu entgehen, müssen Präventivmaßnahmen verstärkt werden.
Sicherheit ist machbar
"Unfallhergänge laufen in diesem Alter vielfach typisch ab. Dort
liegt die Möglichkeit der Prävention", erläutert Prim. Univ. Prof.
Dr. Alexander Rokitansky. So kommt es immer wieder vor, dass
Kleinkinder zu Hause ungesicherte Treppen hinunterpurzeln oder
Putzmittelbehälter ohne Sicherheitsverschluss vorfinden. Eine
Treppen-sicherung von beiden Seiten ist jedenfalls ratsam und
Putzmittel sollten immer außer Reichweite von Kindern aufbewahrt
werden. Gegen den Griff auf die heiße Herdplatte schützen
Herdschutzgitter und für Kinder im schulpflichtigen Alter ist die
richtige Sportausrüstung besonders wichtig. "Auf unserer Tagung im
Donauspital SMZ-Ost am 4. Juni geht es nicht nur darum, die Eltern
auf typische Unfallhergänge und deren Vermeidung anzusprechen,
sondern wir möchten auch den Lehrkörper und die Stellen der Kinder-
und Jugendbetreuung informieren, um die moderne Welt des Kindes und
der Jugendlichen sicherer zu gestalten", erklärt Rokitansky.
Auch die Politik ist gefordert
"Um die Sicherheit für Kinder zu erhöhen, muss sich auch die Politik
einschalten", fordert Kisser. Gewisse Sicherheitsmaßnahmen müssen in
den Bauordnungen verankert werden, wie etwa serienmäßige
Temperaturbegrenzer im Badezimmer, Fenstersicherungen im Kinderzimmer
und Rauchmelder in allen Räumen.
Außerdem muss in punkto Produktsicherheit einiges verbessert werden.
In den USA sind z.B. kindersichere Feuerzeuge schon lange gesetzlich
vorgeschrieben, in Österreich sind sie nicht einmal im Handel
erhältlich. Ein anderer Bereich ist die Sicherheit im Auto. Leider
ist die polizeiliche Kontrolle von Kindersitzen sehr gering, darauf
sollte in Zukunft mehr geachtet werden. Auch Biotope und Schwimmbäder
sind für Kinder eine Gefahr, die professionelle Absicherung sollte
Pflicht sein. "Kinder sind die Zukunft von uns allen, deshalb sind
nicht nur Eltern für ein sicheres Umfeld verantwortlich, sondern auch
der Gesetzgeber", meint Kisser.
Tagung im Donauspital SMZ-Ost
Zielgruppe der Tagung am 4. Juni sind Multiplikatoren aus dem
pädagogischen, medizinischen und industriellen Bereich sowie alle
Eltern und Großeltern. Der Besuch der Tagung ist kostenlos, aufgrund
der limitierten Anzahl von Plätzen aber nur nach Voranmeldung
möglich. (Infos unter 01/28802-4402 / dsp.kic@wienkav.at)
Wien, am 2. Juni 2005
Rückfragehinweis:
Mag. Katharina Kaschel
Institut Sicher Leben, Marketing und Kommunikation
Tel.: 01-717 70 373
E-mail: katharina.kaschel@kfv.at
www.sicherleben.at
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