- 02.06.2005, 10:36:23
- /
- OTS0093 OTW0093
Gesundheitsreform: Ärzte kritisieren burgenländische Pläne
Brettenthaler: "Anschlag auf die wohnortnahe Versorgung" - "Weg in englische Verhältnisse"
Wien (OTS) - Scharfe Kritik am Vorhaben burgenländischer
Landespolitiker, frei werdende Kassenstellen in die Spitäler zu
verlegen, hat heute der Präsident der Österreichischen Ärztekammer
(ÖÄK), Dr. Reiner Brettenthaler, geübt. "Das ist ein Schritt in
Richtung Staatsmedizin und bringt den Burgenländern englische
Verhältnisse: Unterversorgung im ländlichen Bereich und lange
Wartezeiten auf Spitalsbehandlungen ", warnte Brettenthaler in einer
Aussendung am Donnerstag vor einem "heimtückischen Anschlag auf die
wohnortnahe Versorgung". Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden
und auch die Bürgerinnen und Bürger seien aufgefordert, sich gegen
diese "patientenfeindliche Kahlschlagpolitik" zu wehren.
Brettenthaler: "Was die Menschen brauchen, sind mehr Kassenstellen
auf dem Land, mehr niedergelassene Fachärzte und Allgemeinmediziner,
die sich dezentral um sie kümmern, und nicht weniger."
Als "entlarvend" bezeichnete Brettenthaler die von der APA
zitierte Äußerung des burgenländischen Landesrats Peter Rezar in
diesem Zusammenhang, der Auftrag des Bundes sei, dass die Länder in
den nächsten vier Jahren "Einsparungspotenziale erzielen" müssten.
Brettenthaler: "Hier zeigt sich des Pudels wahrer Kern: Es geht nicht
um Verbesserungen für die Patienten, sondern ums Sparen, um
Leistungsabbau." Er könne nur eindringlich vor derartigen Tendenzen
warnen: "Wohin das führt, sieht man in England, wo wohnortnahe
Strukturen im niedergelassenen Bereich seinerzeit ebenfalls abgebaut
wurden", berichtete der ÖÄK-Präsident. Nun suche man händeringend
diese unter großen Mühen wieder aufzubauen - allerdings bislang
erfolglos.
Er finde es, "alarmierend und beschämend, dass man in Österreich
derart gravierende Fehler wiederholen will, statt daraus zu lernen,
wie man Gesundheitspolitik nicht macht", so der Ärztepräsident
abschließend. Die Politik solle stattdessen endlich den Weg frei
machen, für Ärztezentren und Gruppenpraxen im niedergelassenen
Bereich, die weitaus einfacher für die Patienten erreichbar seien und
wesentlich besser flexible Öffnungszeiten und Dienstleistungen
anbieten könnten. Die burgenländische Ärztekammer sei aufgefordert,
den Plänen der burgenländischen Landespolitik entschieden entgegen zu
treten.
Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAE






