Csörgits: Frauenarbeitsgipfel raschest einberufen

Massiver Anstieg der Arbeitslosigkeit erfordert sofortiges Handeln

Wien (ÖGB) - "Ich erwarte mir, dass Frauenministerin Rauch-Kallat nicht weiterhin 'nobel' schweigt, sondern umgehend den von ihr vor Wochen angekündigten Frauenarbeitsgipfel einberuft", sagt ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits angesichts des massiven Anstiegs der Arbeitslosenzahlen. Die Arbeitslosigkeit der Frauen ist im Mai im Vergleich zum Mai des Vorjahres um 5,1 Prozent auf insgesamt 104.092 Frauen angestiegen. ++++

Arbeit suchende Frauen in Schulungen sind in diesen Zahlen noch nicht enthalten.
"Wir brauchen jetzt rasch ein Maßnahmenbündel zur aktiven Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Bisher hat die Regierung die Frauenarbeitslosigkeit ja bestenfalls ignoriert. In den vergangenen Tagen wurden sogar Maßnahmen gesetzt, die die Arbeitslosigkeit in einigen typischen Frauenberufen in Zukunft noch weiter ansteigen lassen dürfte", spielt Csörgits auf die von der Regierung beschlossene Einführung eines freiwilligen Sozialdienstes für Frauen und AusländerInnen an.

Csörgits fordert eine Qualifizierungsoffensive für Wiedereinsteigerinnen, mehr Mittel für eine aktive Arbeitsmarktpolitik, eine Reform des Kindergeldes und den raschen Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen. "Ein flächendeckendes Netz an Kinderbetreuungseinrichtungen würde neue Arbeitsplätze schaffen, die vornehmlich von Frauen besetzt werden und den Müttern einen rascheren Wiedereinstieg ermöglichen", so Csörigts.

Zusätzlich fordert die ÖGB-Frauenvorsitzende zur Ankurbelung der Wirtschaft eine Lohnsteuersenkung von einer Milliarde Euro. Kernpunkte dabei seien die Entlastung kleinerer und mittlerer Einkommen und die Verdoppelung der Negativsteuer von 110 Euro auf 220 Euro. "Mit anderen Worten: Wir wollen eine Steuerreform, die auch den Frauen was bringt", so Csörgits abschließend.

ÖGB, 1. Juni
2005
Nr. 357

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