Tumpel zu Arbeitsmarkt: Regierung enttäuscht Monat für Monat Hunderttausende Menschen

Frauenarbeitslosigkeit steigt weiter - Wiedereinsteigerinnen besonders betroffen

Wien (OTS) - Exakt 274.919 Menschen (223.352 beim Arbeitsmarktservice vorgemerkt, 51.567 in Schulungen) suchten im Mai Arbeit. Das sind um 6,5 Prozent oder 16.812 Betroffene mehr als im Mai des Vorjahres. Die Arbeitslosigkeit stieg in beinahe allen Altersgruppen und in so gut wie allen Branchen. "Monat für Monat enttäuscht diese Regierung Hunderttausende Menschen, weil sie nichts tut, um ihre Ankündigungen und Versprechungen auch endlich rasch umzusetzen", kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel. Der Anstieg der Arbeit Suchenden geht dabei hauptsächlich auf Kosten der Frauen: Die Zahl der arbeitsuchenden Frauen ist gegenüber dem Vorjahr um mehr als acht Prozent gestiegen. Besonders betroffen sind Frauen im Haupterwerbsalter, die einen Wiedereinstieg ins Berufsleben nicht schaffen. Die aktuellen Zahlen des Arbeitsmarktservice aus dem Vormonat belegen: Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der arbeitsuchenden Wiedereinsteigerinnen von über 12.600 auf fast 17.000 gestiegen, das ist ein Anstieg um ein Drittel. "Die Regierung soll sich nicht länger um Lösungsmöglichkeiten herumschwindeln", fordert Tumpel eine erwerbsfreundliche Gestaltung des Kinderbetreuungsgeldes, zusätzliche Mittel und Sonderprogramme zur Unterstützung des Wiedereinstiegs, mehr und bessere Kinderbetreuungseinrichtungen.

"Frauen wollen in das Berufsleben zurück, wollen Arbeit. Aber der Wiedereinstieg wird ihnen sehr schwer gemacht. Wer lange wegbleibt, findet schwerer zurück", so Tumpel. Aber Wiedereinsteigerinnen sind nicht nur durch die triste Lage am Arbeitsmarkt betroffen, die Rückkehr in das Arbeitsleben wird zusätzlich durch erwerbshemmende Regelungen des Kinderbetreuungsgeldes und fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten benachteiligt. "Die Regierung verwendet viel Zeit und Energie darauf, das Kindergeld als Erfolgsmodell darzustellen", sagt Tumpel, "die Regierung täte gut daran, die Energie dafür zu verwenden, das Kindergeld so umzugestalten, dass es erwerbsfreundlich und keine Hürde für den Wiedereinstieg mehr ist."

Die AK fordert insbesondere:
+ Eine erwerbsfreundliche Ausgestaltung des Kinderbetreuungsgeldes Freie Wahl beim Kinderbetreuungsgeld - die Eltern sollen die Wahlfreiheit haben, das Kinderbetreuungsgeld kürzer, aber dafür in größerer Höhe beziehen zu können.

+ Wahlmöglichkeit beim Zuverdienst
Die Eltern sollen wählen können zwischen einer Geldgrenze wie bisher und einer Arbeitszeitgrenze unabhängig von der Höhe des Zuverdienstes. Zuverdienst ist wichtig für einen erfolgreichen Wiedereinstieg. Dadurch bleibt der Kontakt zum Betrieb aufrecht, erworbene Qualifikation gehen nicht verloren.

+ Beseitigung des Defizits in der Kinderbetreuung.

+ Sonderprogramme zur Unterstützung beim Wiedereinstieg im Rahmen eines 250 Millionen Euro-Arbeitsmarktpaketes.

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