Hauptverband schlägt nationale Anti-Tabak-Strategie vor!

Wien/St. Pölten (OTS) - Anlässlich des von der Sozialversicherung und vom Fonds Gesundes Österreich veranstalteten Symposiums zum Welt-Nichtrauchertag am 2. Juni in St. Pölten werden internationale ExpertInnen Strategien zur Tabakprävention vorstellen.

Rauchen ist heute die wichtigste vermeidbare Ursache von Krankheit und vorzeitigem Tod. Die Hälfte aller Raucher wird an den Folgen ihrer Sucht sterben, ein Viertel zwischen dem 35. und dem 69. Lebensjahr - das bedeutet eine durchschnittliche Abnahme der Lebenserwartung um 20 bis 25 Jahre. Rauchen ist nicht nur ursächlich für den Großteil der Lungenkrebserkrankungen und anderer Tumorerkrankungen, sondern auch für die Entstehung und Verschlechterung von Herz-, Kreislauf- und Atemwegserkrankungen verantwortlich.

So verursacht Zigarettenkonsum in Ländern wie Österreich oder Deutschland jährlich mehr Todesfälle als Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen genommen. Angesichts dieses Ausmaßes tabakbedingter Folgen und der hinreichenden Nachweise für die Wirksamkeit umfassender Maßnahmen der Tabakkontrolle ist gemeinsames Handeln dringend erforderlich.

"Laut Artikel 5 des Rahmenübereinkommens der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauches soll eine umfassende sektorübergreifende nationale Anti-Tabak-Strategie entwickelt werden", analysiert Dr. Josef Probst, stellvertretender Generaldirektor im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger die Lage für Österreich.

"Im Rahmen des Innovationsprojektes "Zukunftskonzept Gesundheitsförderung und Prävention", - eines von 12 zukunftsweisenden Innovationsprojekten der Sozialversicherung -, wurde vom Wissenschaftszentrum Josefhof der VAEB die epidemiologische Lage in Österreich analysiert und auf Basis internationaler Evidenz ein wirksamkeitsüberprüfter möglicher Maßnahmenkatalog erstellt", so Probst.

Dieser Maßnahmenkatalog umfasst unter anderem folgende Punkte:

  • Umfassendes Werbeverbot für Tabakprodukte
  • Schaffung einer rauchfreien Umwelt
  • Tabakprävention in den Massenmedien
  • Eindämmung der Abgabe und des Vertriebes von Tabakprodukten
  • Schulische Tabakprävention
  • Maßnahmen zur Tabakentwöhnung

Der Hauptverband lädt sämtliche Stakeholder ein, sich an der Entwicklung einer nationalen Anti-Tabak-Strategie zu beteiligen. Nur durch eine gemeinsame, alle Politik- und Gesellschaftsbereiche umfassende Kraftanstrengung können wir dem Problem des Tabakkonsums und den daraus resultierenden Folgen für die Gesundheit der Menschen Einhalt gebieten, so Probst.

Gemeinsam mit internationalen ExpertInnen wie Dr. Martina Pötschke-Langer, Leiterin des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle in Deutschland und Prof. Dr. Karl O. Fagerström, Entwickler des international anerkannten Fagerström-Tests zur Nikotinabhängigkeit, sowie anderen namhaften nationalen ExpertInnen werden im Rahmen einer Pressekonferenz zum Symposium Welt-Nichtrauchertag nationale und internationale Anti-Tabak-Strategien erörtert.

Pressegespräch, Donnerstag, 2. Juni 2005, 10:00 Uhr

"Raucherprävention in Österreich - eine gemeinsame Strategie der Sozialversicherung"

WIFI St. Pölten
Mariazeller Straße 97, 3100 St. Pölten

Teilnehmer:

Am Podium:

Dr. Josef Probst, stv. Gen.-Dir. des Hauptverbandes
Konrad Köck, Generaldirektor der NÖGKK
Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze, Vorst. Inst. f. Sozialmedizin
Dr. Klaus Ropin, Fonds Gesundes Österreich
Dr. Franz Pietsch, Bundesdrogenkoordinator, BMGF
Dr. Martina Pötschke-Langer
Prof. Dr. Karl O. Fagerström

Rückfragen & Kontakt:

Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71132-1122
http://www.sozialversicherung.at

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