PRÖLL: UMWELTPOLITIK MUSS GLOBALISIERT WERDEN

Start der Gesprächsreihe von Umweltminister Pröll "IMPULSE 2020"

Wien (OTS) - Die Frage, ob sich die Umweltpolitik in der Globalisierungsfalle befindet, stand gestern, Dienstag, im Mittelpunkt der von Umweltminister Josef Pröll im Wiener Uniqa Tower gestarteten Gesprächsreihe Impulse 2020 über die Zukunft der Umweltpolitik. Sue Tierney, geschäftsführende Direktorin der Analysis Group und ehemaliges Mitglied der Clinton Regierung, Jacqueline McGlade, Geschäftsführerin der Europäischen Umweltagentur, Bjorn Lomborg, Wissenschaftler und Autor von "The Skeptical Environmentalist" sowie Dr. Hans Haider, Verbund-Generaldirektor, und Präsident von Eurelectric skizzierten unter Moderation der früheren Abgeordneten zum Nationalrat und Geschäftsführerin der Firma Brainbows, Monika Langthaler, Trends und Herausforderungen der internationalen Umweltpolitik. ****

Als wichtigstes globales Umweltproblem identifizierte Sue Tierney in ihrem Eröffnungsstatement die Klimaerwärmung. Sie habe Auswirkungen auf alle Ökosysteme der Erde. Darum seien international Anstrengungen zur Minderung des Treibhausgasausstoßes unerlässlich, wobei das Thema Energieeffizienz eine zentrale Rolle spielen würde. Tendenzen in diese Richtung seien auch in einzelnen US-Bundestaaten erkennbar, die auf sparsamere Verbrennungsmotoren und die Drosselung des Einsatzes von Kohle zur Energieerzeugung abzielten. Europa habe aber mit der Unterzeichnung des Kyotoprotokolls gegenüber den USA eine Vorreiterrolle eingenommen.

Einig war sich das Podium, dass die rasante wirtschaftliche Entwicklung Indiens und Chinas, aber auch in anderen Entwicklungsländern, das Weltklima weiter belasten wird. Umweltminister Josef Pröll erklärte, dass es notwendig sei, der globalen Wirtschaftspolitik auch eine globale Umweltpolitik zur Seite zu stellen. Nur so sei es möglich, dass wirtschaftliche Entwicklung in den aufstrebenden Ländern Asiens ohne jene Fehler passiere, für die wir heute in Europa büßen. "Umweltpolitik wird immer mehr zu einer Frage der Sicherung der Lebensqualität. In Österreich haben wir schon viel erreicht. Umweltpolitik wird nicht mehr als Verhinderungspolitik begriffen, die sich gegen die Wirtschaft richtet. Wir haben erfolgreich bewiesen, dass Umweltschutz Arbeitsplätze schafft. Das zeigen zahlreiche österreichische Umwelttechnologie-Unternehmen, die heute zur Weltspitze gehören", so der Ressortchef.

Die Geschäftsführerin der Europäischen Umweltagentur, Jacqueline McGlade, wies auf die weltweit drastischen Auswirkungen der Umweltverschmutzung vor allem auf Kinder hin. 60% aller Krankheiten dieser besonders exponierten Gruppe seien demnach umweltbedingt. Weiters betonte sie die Notwendigkeit vor allem in Europa Ressourcen schonender zu wirtschaften und Innovationen zu nutzen.

Professor Lomborg betonte die Notwendigkeit, Prioritäten zu setzen, da die zur Verfügung stehenden Geldmittel begrenzt seien. Er plädierte für Maßnahmen im Bereich Luftreinhaltung oder im Gesundheitsbereich, aber nicht zur Bekämpfung der Klimaveränderung, da diese seiner Meinung nach nicht das größte Problem darstellt. Er meinte, dass wirtschaftliche Entwicklung in allen Teilen der Welt auch zu Umweltverbesserungen führen würde..

Generaldirektor Haider betonte die Bedeutung eines sparsamen Umgangs mit Energie. Der Verbrauch müsse reduziert werden, damit Österreich nicht zum Strom-Importland werde, so Haider. Für die aufstrebenden Entwicklungsländer empfahl er, saubere Energiesysteme zu forcieren. Ebenso wichtig wäre aus der Sicht Haiders die Förderung von Bildung und Dialog.

"Um nicht in die aufgestellte Globalisierungsfalle zu tappen, muss es uns gelingen, die Gegensätze zwischen Wirtschafts- und Umweltinteressen aufzulösen und in eine Gewinn bringende Strategie für die Gesellschaft umzumünzen", erklärte Pröll abschließend.

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