"Horizonte 05": Chinas Wachstum - Chance oder Bedrohung?

Stark besuchter China-Vortragsabend im Haus der Wirtschaft - Chinas Boom beflügelt ausländische Investoren

Wien (PWK392) - China beflügelt die Phantasie ausländischer Investoren. Die Wirtschaftsdaten versprechen weiteres rasches Wachstum. Liegt das "Reich der Mitte" derzeit unter den Wirtschaftsräumen der Welt an sechster Stelle, so wird es in der "Champions League der Weltwirtschaft" - so das Thema der von der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ unter dem Titel "AWO Horizonte 05" durchgeführten Veranstaltungsreihe - vielleicht schon bis 2015 nach den USA an die zweite Stelle vorstoßen.

Zur letzten Veranstaltung aus dieser Serie begrüßte der stellvertretende Leiter der AWO, Christian Kesberg, Dienstag Abend im bis auf den letzten Platz besetzten Julius Raab-Saal im Haus der Wirtschaft den chinesischen Chefökonomen Ma Yu (CAITEC, Chinese Academy of International Trade and Economic Cooperation), den Industriellen und China-Investor Hannes Androsch sowie den Journalisten und China-Buchautor Joe Studwell (The Economist und The Financial Times). An die Referate schloss sich eine Publikumsdiskussion über Chinas wirtschaftliche Entwicklung und Positionierung ("Chinas Wachstum - Chance oder Bedrohung?")

"China ist der wichtigste Außenhandelspartner Österreichs in Asien und nach den USA bereits der zweitwichtigste Markt außerhalb Europas. Seit 1999 haben sich Österreichs China-Exporte mehr als verdreifacht. Die anhaltende Dynamik der chinesischen Volkswirtschaft wird durch Großereignisse wie die Olympischen Spiele 2008 in Peking oder die Weltausstellung 2010 in Shanghai noch verstärkt", skizzierte Kesberg einleitend das enorme Geschäftspotenzial Chinas für heimische Unternehmen.

China hat mehrere Gesichter. So ist es ein Entwicklungsland, das noch Jahre brauchen wird, um eine höhere Stufe zu erreichen. Seine Wirtschaft erreicht andererseits ein Volumen von mehr als einer Trillion (1.000 Milliarden) Dollar, und sein Handelsvolumen ist das drittgrößte der Welt. Dies bedeutet aber auch, dass eine erfolgreiche WTO für China wichtiger ist als für andere Entwicklungsländer, stellte Ma Yu fest. Gleichzeitig verfügt China über einen enorm großen Binnenmarkt. Die günstigen Produktionsbedingungen stärken seine Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Markt.

China gehört keiner der Gruppen der entwickelten bzw. in Entwicklung befindlichen Länder in der WTO an und sollte deshalb eine eigenständige Offen-Markt-Strategie verfolgen, rät Ma Yu, der auch Chefredakteur des chinesischen WTO-Jahresberichts ist. Chinas Marktmechanismus stehe noch nicht auf festen Füßen. Es sei notwendig, so Ma Yu weiter, dass sich das Land schrittweise weiter öffnet und die Fähigkeit bewahrt, ausländische Kapitalzuflüsse zu bewältigen. China ziehe Auslandsinvestitionen "wie ein Magnet" an, das jährliche Volumen liege bei mehr als 60 Milliarden Dollar. Die Verbesserung der Investitionsbedingungen habe für die Regierung in Peking daher oberste Priorität. "Als neues WTO-Mitglied und Staat mit einer besonderen Situation im Inland und einer wichtigen internationalen Rolle sollte China einen konstruktiveren Zugang zur Mitarbeit in der Organisation finden. Um dies zu erreichen, braucht China mehr Weisheit und frische Ideen in seiner wirtschaftlichen Diplomatie", schloss Ma Yu. (hp)

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