Ausstellung "Geheimsache Leben" über Geschichte Homosexueller

Stadtrat Mailath-Pokorny fordert Anerkennung Homosexueller als NS-Opfergruppe

Wien (OTS) - Unter dem Titel "Geheimsache Leben" wird derzeit an einer umfassenden Ausstellung über die Verfolgung Homosexueller in Österreich während und nach der NS-Zeit gearbeitet. Das Projekt wurde im Rahmen eines Mediengesprächs heute, Mittwoch, von Ausstellungsleiter Hannes Sulzenbacher (Ecce Homo), Kuratorin Ines Rieder und Wiens Stadtrat für Kultur und Wissenschaft, Andreas Mailath-Pokorny, vorgestellt.

Die Ausstellung "Geheimsache Leben" setzt sich erstmals umfassend mit der Geschichte von Lesben und Schwulen im Wien (und Österreich) des 20. Jahrhunderts auseinander und wird von 26. Oktober 2005 bis zum 8. Jänner 2006 in der Wiener "Neustifthalle" im 7. Bezirk zu sehen sein.

"Geheimsache Leben ist ein Pilotprojekt, da die Geschichte der Schwulen und Lesben in Österreich wissenschaftlich kaum aufgearbeitet ist", erklärte dazu Wissenschaftsstadtrat Mailath-Pokorny. Zusätzlich zu der Ausstellung wurden daher mehrere Forschungsstipendien vergeben, um die Geschichte der Verfolgung von Homosexuellen während der NS-Zeit, aber auch die Geschichte der Homosexualität in Österreich generell zu erforschen und zu dokumentieren. "Neben einer offiziellen Geschichtsschreibung soll das Gedenkjahr 2005 auch dazu dienen, die tabuisierte Geschichte der Homosexuellen in Österreich zu be-schreiben".

Stadtrat Mailath-Pokorny forderte in diesem Zusammenhang die Bundesregierung auf, die unter dem NS-Regime verfolgten Homosexuellen "ohne wenn und aber" als Opfergruppe anzuerkennen.

Vier Kapitel sollen in der Ausstellung "Geheimsache Leben" behandelt werden:

o Selbstbilder und Fremdbilder - Das Labor
o Der Weg durch Wien - Die Stadt
o Verfolgung und Vernichtung - Der Spiegel
o Begehren und Stilisierung - Die Leidenschaften

Unter dem Leiter Hannes Sulzenbacher arbeiten die Kurator/innen Andreas Brunner (Literaturagent), Ines Rieder (Autorin und Historikerin),Nadja Schefzig (Philosophin) und Niko Wahl (Historiker)

Neben der Ausstellung ist auch ein umfassender Katalog, ein Vermittlungsprogramm und die begleitende wissenschaftliche Dokumentation des Projekts geplant. Eintrittspreise: 7 Euro (ermäßigt 4 Euro)

Zuletzt forderten die Veranstalter alle Zeitzeugen und Betroffene auf, über ihre homosexuelle Geschichte und/oder ihr eigenes Leben zu berichten und Fotos, Dokumente und Gegenstände der Ausstellung zur Verfügung zu stellen.

Auf Wunsch werde selbstverständlich Anonymität zugesichert.

o Mehr Informationen und Kontakt:
Büro Geheimsache
office@geheimsache.at
Tel.: 966 01 10
Bartls Most / Professional Strategies
Romana Bartl
mobile: 0699/12696310
romana.bartl@bartlsmost.at

(Schluss) sas

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Saskia Schwaiger
Tel.: 4000/81 854
sas@gku.magwien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0020