Kukacka: Österreich unterstützt ökologisch vertretbare Donau-Ausbaupläne Bayerns

Staatssekretär Kukacka stärkt Donauschifffahrt auf der Messe "transport logistic 2005" in München

Wien (OTS) - "Die Beseitigung der Bottelnecks auf der gesamten schiffbaren Strecke der Donau durch ökologisch verträgliche Projekte ist eine wesentliche Voraussetzung zur einer ganzjährigen Verbesserung der Transportkapazität auf der Donau. Wir müssen diese alternativen Verkehrsträger rechtzeitig ausbauen, denn die prognostizierte Verdoppelung des Transportaufkommens bis 2015 im Donaukorridor ist für Strasse und Schiene logistisch alleine kaum zu bewältigen", erklärte heute, Mittwoch, Verkehrsstaatssekretär Mag. Helmut Kukacka auf der Messe "transport logistic 2005" in München. Österreich unterstütze daher auch grundsätzlich die Ausbaupläne der Bayrischen Staatsregierung zur Beseitigung der Donauengstellen bei Straubing-Vilshofen, wenn sie ökologisch vertretbar realisiert werden.****

Die Messe "transport logistic" ist die größte Veranstaltung für Transport und Logistik in Europa. Heuer nehmen von 31. Mai bis 3. Juni 1330 Unternehmen und 540 internationale Aussteller aus 51 Ländern daran teil, 28 Aussteller kommen davon aus Österreich.

Das Transportaufkommen werde von 54 Millionen Tonnen im Jahr 2000 auf 94 Millionen im Jahr 2015 steigen, so dass der Donau-Korridor bis in zehn Jahren der wichtigste österreichische Verkehrskorridor sein wird. Als Beispiel verwies Kukacka auf die besondere Dynamik des Außenhandels Österreichs mit den Donauanrainerstaaten. Der Handelsverkehr mit der Slowakei wuchs beispielsweise seit der EU-Erweiterung 2004 im vergangenen Jahr um 30 Prozent, jener mit Rumänien und Bulgarien um 25 Prozent. Dazu komme die wachsende Bedeutung Österreichs als Direktinvestor in diesen Ländern. Diese große Herausforderung für die Verkehrslogistik sei daher nur gemeinsam mit den anderen Donauanrainerstaaten zu meistern. Auch der ökologische Aspekt der Verlagerung des Verkehrs sei ein wichtiger Aspekt: Ein Schubverband mit 3.700 Tonnen Ladung entspreche 148 LKWs zu 25t auf der Straße!

Seit der Errichtung des Rhein-Main-Donau-Kanals 1992 entstand eine 3500 km lange durchgehende Wasserstraße zwischen der Nordsee und dem Schwarzen Meer. Andererseits kam es in den 90er Jahren auf Grund des Balkankrieges zeitweise zum kompletten Zusammenbruch der Güterströme auf der Unteren Donau. Nach der Wiedererrichtung der Donau-Brücke bei Novi Sad, die im April 1999 durch Nato-Bomben zerstörten worden war, werde im September endlich eine große Engstelle für die Binnenschifffahrt beseitigt. Die behelfsmäßige Pontonbrücke war nur dreimal die Woche für die Schifffahrt geöffnet worden, werde aber im September endgültig beseitigt.

Als wesentliche Voraussetzung zur Steigerung der Transportkapazität auf dem österreichischen Teil der Donau nannte Kukacka das flussbauliche Gesamtprojekt östlich von Wien. Ohne Verbesserung der Fahrwasserverhältnisse auf 25dm Abladetiefe könne der Schiffstransport laut Berechnungen bis 2015 lediglich um vier Millionen Tonnen anwachsen. Würden die Schritte zur ganzjährigen Schifffbarkeit der Donau wie geplant bis 2010 umgesetzt, würde der Anstieg rund 18 Mio. Tonnen betragen.

Die Einreihung dieses Projektes als EU-TEN Projekt, beweise das hohe Interesse in Europa an der Umsetzung und erleichtere die Finanzierung; rund 50 Prozent für die Planung und 20 Prozent für den Bau könne Österreich aus den TEN-Förderungen lukrieren. Den Großteil des Güterverkehrs machen auf der österreichischen Donau derzeit die traditionellen Schüttguttransporte wie Getreide und Erz und Flüssigguttransporte aus. Ein Ziel sei es aber, auch Container und Ro-Ro-Verkehre zu forcieren, um ihren Anteil am Gesamtaufkommen von derzeit unter 1 Prozent auf rund 7 Prozent, ähnlich wie am Rhein, zu erhöhen.

Das Verkehrsministerium werde im Rahmen der österreichische EU-Präsidentschaft 2006 mit dem Schwerpunkt Schifffahrt alle Anstrengungen unternehmen, starke Akzente für eine ökologisch verträgliche Donauschifffahrt zu setzen, am 15. Februar 2006 werde dazu eine "High-Level-Group" zum Thema Europäische Binnenschifffahrt in der Wiener Hofburg unter Einbeziehung der politischen Ebene der EU - und Donauanrainerstaaten stattfinden.

"Selbstverständlich ist für eine ökologische verträgliche Beseitigung der Bottlenecks an der Wasserstrasse Donau eine Abstimmung mit den anderen Donauanrainerstaaten ganz besonders wichtig. Ich habe deshalb zur akkordierten Beseitigung der infrastrukturellen Engpässe auf der gesamten Donau zusätzlich einen multilateralen Dialog angeregt und Vertreter der Oberen Donauländer - Deutschland, Slowakei und Ungarn diesen Herbst nach Wien eingeladen, um eine abgestimmte Vorgangsweise für den Donauausbau in einer entsprechenden Expertenarbeitsgruppe festzulegen", schloss Kukacka.

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