Erklärung von Landtagspräsident DI Jörg Freunschlag

Klagenfurt (OTS) - Es gibt keine größere Herausforderung für einen Demokraten, als seine ihm gestellten Aufgaben stets unter dem Blickwinkel der Toleranz und Menschlichkeit zu erfüllen.
Ich habe in den vielen Jahren meiner politischen Tätigkeit stets versucht, diesem Anspruch gerecht zu werden.
Aus dieser Haltung heraus habe ich stets menschenverachtende und totalitäre Regime, wie es auch der Nationalsozialismus war, entschieden abgelehnt und jeden Versuch, Verbrechen an unschuldigen Menschen wegen deren Rasse, Religion oder Weltanschauung zu leugnen, zu beschönigen oder zu relativieren, auf das Schärfste verurteilt. Dies habe ich auch vor kurzem im Landtag sowie anlässlich der Festsitzung "60 Jahre Republik - 50 Jahre Staatsvertrag" am 3.5.2005 eindeutig zum Ausdruck gebracht.

Es liegt mir deshalb fern, Verständnis für Äußerungen aufzubringen, welche im Zusammenhang mit Kriegs- und Nachkriegsgeschehnissen nicht den Tatsachen entsprechen, verallgemeinern oder gar als kränkend empfunden werden.
Es ist aber auch meine feste Überzeugung, dass in einer zivilisierten und demokratischen Gesellschaft jeder verpflichtet ist, seinen Beitrag zu einem besseren gegenseitigen Verstehen zu leisten und alles zu unternehmen hat, damit sich Geschehenes nicht wiederholt.

Ich habe nicht die Absicht, mit meinem Hinweis auf die Verfolgung von Nazis im Zusammenhang mit deren Verhaftung und Internierung nach dem Krieg einen Vergleich oder gar eine Aufrechnung mit den grausamen Erlebnissen jener Menschen herzustellen, die in der Nazizeit verfolgt, vertrieben, gequält und getötet wurden. Ich wollte im Hinblick auf ein besseres gegenseitiges Verstehen darauf hinweisen, dass die Erinnerung heute noch bei vielen Menschen, auf welcher Seite sie auch gestanden haben mögen, lebendig ist.

Jedes Erinnerungsbild sollte uns zum Nachdenken anregen und uns Mahnung und Verpflichtung sein, aus der Geschichte zu lernen und alle unsere Kräfte für Demokratie und Menschenrechte einzusetzen.
Und dazu gehören insbesondere eine demokratische Gesinnung, Toleranz und Menschlichkeit. Sollte ich durch meine Wortwahl Menschen verletzt oder gekränkt haben, so stehe ich nicht an, mich bei diesen aufrichtig zu entschuldigen.

Ich erlaube mir auch eine Klarstellung meiner Äußerung betreffend die studentischen Korporationen. Das Naziregime hat nicht wie verkürzt berichtet, die Korporationen mit Füßen getreten sondern viele ihrer Ideale, wie das Eintreten für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte schändlich missbraucht, da es in dieser Zeit weder Freiheit und Demokratie gab, noch Menschenrechte geachtet wurden.

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