WIR GRATULIEREN Runde Geburtstage im Juni

Wien (PK) – Im Juni feiern folgende (ehemalige) MandatarInnen runde Geburtstage:

der ehemalige Abgeordnete Dr. Edgar SCHRANZ (S) – 75. Geburtstag am 2. Juni,

der Bundesminister a.D. und ehemalige Abgeordnete Dr. Kurt STEYRER (S) – 85. Geburtstag am 3. Juni,

der Bundesminister und Abgeordnete a.D. Bundeskanzler Dr. Wolfgang SCHÜSSEL (V) – 60. Geburtstag am 7. Juni,

der ehemalige Bundesminister und Abgeordnete DI Michael SCHMID (F) – 60. Geburtstag am 7. Juni,

der ehemalige Abgeordnete Dipl.-Vw. Michael KILLISCH-HORN (V) – 65. Geburtstag am 9. Juni,

der ehemalige Abgeordnete Dr. Johann STIPPEL (S) – 65. Geburtstag am 15. Juni,

der ehemalige Bundesrat Anton FÜRST (V) – 65. Geburtstag am 20. Juni,

der ehemalige Präsident des Bundesrats Komm.-Rat Erich HOLZINGER (V) – 75. Geburtstag am 22. Juni,

der ehemalige Abgeordnete und Bundesrat DDr. Kurt NEUNER (V) – 80. Geburtstag am 26. Juni,

der ehemalige Abgeordnete und Bundesrat Karl PISCHL (V) – 65. Geburtstag am 30. Juni.

KURT STEYRER 85

Am 3. Juni feiert der ehemalige Abgeordnete und Bundesminister Dr. Kurt STEYRER seinen 85. Geburtstag. Geboren 1920 in Linz, absolvierte Steyrer nach der Volksschule das Realgymnasium, wo er 1938 maturierte. Er begann ein Medizinstudium in Wien und später in Prag, welches er 1945 mit der Promotion abschloss.

Schon früh engagierte sich Steyrer in der Standesvertretung der Ärzte. Seit 1946 Funktionär der Ärztekammer Wien, wurde er 1963 Vorsitzender der Sozialistischen Ärztevereinigung. Seit 1966 gehörte er auch dem Landessanitätsrat Wien an. Schon ab 1951 betrieb Steyrer seine eigene Facharztpraxis. Politisch hatte sich Steyrer unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg der SPÖ angeschlossen und war auch in zahlreichen sozialistischen Nebenorganisationen wie dem BSA, dem ARBÖ und den Naturfreunden aktiv.

Zu Beginn der XIV. Gesetzgebungsperiode im November 1975 zog Steyrer für die SPÖ in den Nationalrat ein, dem er in der Folge bis zum 31. Mai 1983 angehören sollte. Als Mediziner engagierte er sich insbesondere in Gesundheits-, aber auch in Umweltangelegenheiten. Das Revirement nach dem Ausscheiden des bisherigen Vizekanzlers Androsch aus dem Kabinett Kreisky IV, durch welches Herbert Salcher zum Finanzminister avancierte, brachte Steyrer in die Bundesregierung. Am 20. Januar 1981 übernahm er die Verantwortung für das Bundesministerium für Gesundheit und Umweltschutz. In dieser Funktion verblieb er auch im Kabinett Sinowatz.

Im Herbst 1985 gab Steyrer seine Kandidatur für die Bundespräsidentschaftswahlen im darauf folgenden Jahr bekannt. Um sich auf die entsprechende Wahlwerbung voll konzentrieren zu können, aber auch, um nicht in den Verdacht zu kommen, eventuell aus seinem Ministeramt politisches Kapital schlagen zu wollen, schied Steyrer Ende Dezember 1985 aus der Bundesregierung aus. Steyrer sollte schließlich in der Stichwahl seinem konservativen Mitbewerber Kurt Waldheim unterliegen und zog sich vorerst aus der aktiven Politik zurück.

Nach den Wiener Gemeinderatswahlen im Herbst 1987 wurde Steyrer als Seniorensprecher Mitglied der SPÖ-Rathausfraktion. Zeitgleich wählte ihn der ARBÖ zu seinem Präsidenten. Ende der 80er Jahre jedoch begab sich der langjährige Betriebsarzt von SGP in den wohlverdienten Ruhestand.

WOLFGANG SCHÜSSEL 60

Kaum ein Politiker war so lange Zeit in Amt und Würden wie Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, der dieser Tage seinen 60. Geburtstag feiert. Geboren am 7. Juni 1945 in Wien trat er mit finanzieller Unterstützung der Kirche 1955 in das elitäre Wiener Schottengymnasium ein, wo er 1963 die Matura ablegte. Danach studierte er an der Wiener Universität Jus und promovierte 1968 zum Doktor der Rechte.

Als sich die Frage nach einem Beruf stellte, ging Schüssel in die Politik und gehört seit nunmehr 37 Jahren zum Führungszirkel der ÖVP, der er sich schon frühzeitig angeschlossen hatte. 1968 bis 1975 wirkte er als Klubsekretär im Parlament, 1975 wurde er Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes, wo er schnell zu einem der ideologischen Vordenker seiner Partei wurde. Im Alter von 33 Jahren zog Schüssel als Abgeordneter ins Hohe Haus ein.

Zu dieser Zeit ging das sozialdemokratische Jahrzehnt, in dem Politiker wie Bruno Kreisky, Willy Brandt und Olof Palme versucht hatten, die Gesellschaft mit Demokratie zu durchfluten und eine gerechtere Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums zu bewerkstelligen, zu Ende. Der konservative Rollback wurde mit den Schlagworten von "Reaganomics" und "Thatcherismus" auch in Mitteleuropa eingeleitet.

Auch Wolfgang Schüssel profilierte sich als Kritiker der in den 70er Jahren geübten wirtschaftlichen Praxis und legte in seinen Publikationen klar, dass für ihn die Marktwirtschaft jeder Form der politisch gelenkten Wirtschaft vorzuziehen sei. Schüssel stellte dabei die These auf, dass der Staat nicht wirtschaften könne und dass es ausschließlich der privaten Initiative sowie eines entsprechenden Wettbewerbs bedürfe, um wirtschaftliche Erfolge erzielen zu können.

Nach zehn Jahren als Abgeordneter bekam Schüssel im Kabinett Vranitzky II die Gelegenheit, seine Theorien selbst in die Praxis umzusetzen. Im April 1989 wurde er Wirtschaftsminister. 1995 suchte die ÖVP einen neuen Obmann und fand ihn in der Person Wolfgang Schüssels. Dieser erklärte, er wolle die ÖVP zur stärksten Partei in Österreich machen, was damals freilich nur wenige politische Beobachter für realistisch hielten, zumal die ÖVP seit Jahren schwächelte und Gefahr lief, sogar noch von der FPÖ überholt und auf den dritten Platz verwiesen zu werden. Zunächst wurde Schüssel Vizekanzler und Außenminister im Kabinett Vranitzky IV.

Nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt versuchte Schüssel, seine Ankündigungen wahr zu machen. Er kündigte die Koalition mit der SPÖ auf und ging unter dem Motto "Schüssel-Ditz-Kurs" in vorzeitige Neuwahlen, die aber für ihn in einer herben Niederlage endeten. Wenig später musste er einen weiteren Rückschlag verkraften, als die "bürgerliche" Creditanstalt gegen den Willen der ÖVP an die "rote" Bank Austria, die sich als Bestbieter erwiesen hatte, verkauft wurde. Schüssel kritisierte damals, dass durch diesen Verkauf gleichsam der staatliche Besitz prolongiert worden sei und gar keine richtige Privatisierung stattgefunden habe, und manche Politologen orten in dieser Causa einen der Gründe für den endgültigen Bruch zwischen ÖVP und SPÖ.

Im Vorfeld der regulären Neuwahlen vom Herbst 1999 kündigte Schüssel im Falle einer neuerlichen Niederlage seiner Partei - also falls die ÖVP tatsächlich hinter die FPÖ zurückfallen sollte - den Gang in die Opposition an. Am Wahltag wurde die FPÖ hinter der SPÖ zweitstärkste Partei. Schüssel blieb zunächst in der Koalition mit der SPÖ, verhandelte aber später mit der FPÖ über eine Regierungsbildung. Im Februar 2000 wurde er schließlich in einer Koalition mit den Freiheitlichen der erste ÖVP-Bundeskanzler seit über 30 Jahren.

Schüssels Kanzlerschaft ist seitdem geprägt durch eine forcierte Umsetzung seines politischen Weltbildes. Seine politischen Vorstellungen konnte er dabei trotz des teilweise geharnischten Protests der Opposition und des hinhaltenden Widerstands der Gewerkschaften ungeschmälert durchsetzen. Der Wähler schien diesen entschlossenen Kurs zu honorieren, gelang es Schüssel doch bei den Wahlen im Herbst 2002 tatsächlich, seine Partei vom dritten auf den ersten Platz zu führen, was zuletzt Josef Klaus im Jahr 1966 gelungen war. Schüssel setzte die Koalition mit der FPÖ fort, wobei das regierungsinterne Gewicht nun eindeutig zu seinen Gunsten verschoben war. Vor einigen Wochen feierte seine Partei fünf Jahre Kanzlerschaft Schüssel, zu den nächsten Zielen des Kanzlers zählt wohl der österreichische EU-Vorsitz im 1. Halbjahr 2006, wo Schüssel seine Vorstellungen auch auf europäischer Ebene entsprechend umzusetzen gewillt ist. (Schluss)

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