DAS BURGENLAND - ERFOLGREICH MIT HIGH-TECH UND HAYDN BR-Präsident Pehm stellt seine Heimat als Technologiestandort vor

Wien (PK) - Bundesratspräsident Georg Pehm ließ in seiner Begrüßungsrede keines der schönes Bilder aus, die viele Menschen mit dem Burgenland verbinden: Josef Haydn und Franz Liszt, Störche und Reiher im Nationalpark, der Neusiedlersee, die pannonische Tiefebene und die sanften Hügel des Südburgenlands. Aber nicht diese weithin geschätzten Werte des traditionell agrarisch geprägten Landes, sondern dessen erstaunliche Entwicklung zu einem Technologiestandort von europäischer und globaler Bedeutung - Stichwort Europäisches Zentrum für Erneuerbare Energie Güssing, Kompetenzzentrum Tridonic Optoelectronics Jennersdorf, Technologiezentren für Biotechnologie sowie für Information und Kommunikation in Eisenstadt - war heute Thema einer Veranstaltung im Parlament, zu der der Bundesratspräsident eine zahlreiches Publikum, allen voran die Zweite Präsidentin des Nationalrates Barbara Prammer, den Landeshauptmann des Burgenlandes Hans Niessl, und dessen Stellvertreter Franz Steindl, Parlamentarier und viel Prominenz aus Politik und Wirtschaft des Burgenlandes begrüßte.

LH NIESSL: BURGENLAND IST SPITZENREITER BEI WACHSTUM UND NEUEN JOBS

Im Gespräch mit dem - burgenländischen - ORF-Nachrichtensprecher Gerald Gross, der launig durch das Programm führte, skizzierte Landeshauptmann Hans Niessl die erfolgreiche Entwicklung des Burgenlandes seit dem EU-Beitritt, die das Land hinsichtlich Wirtschaftswachstum und Schaffung neuer Arbeitsplätze zum Spitzenreiter unter allen Bundesländern werden ließ. Mit besonderem Stolz berichtete der Landeshauptmann von den neuen Technologiezentren mit jeweils eigenen Schwerpunkten, dem Optoelektronik-Zentrum Jennersdorf, dem Europäischen Zentrum für erneuerbare Energie in Güssing und den Biotechnologie- und Informations-/Kompetenzzentren in Eisenstadt. Niessl erinnerte daran, dass das Burgenland das erste Bundesland sein werde, das den Ausbau seines Breitbandnetzes vollenden werde und unterstrich den Einsatz des Landes für Arbeitsplätze junger Menschen und für die grenzüberschreitende Kooperation in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung. Abschließend unterstrich der Landeshauptmann die Notwendigkeit einer Nachfolgeförderung für die auslaufende Ziel 1-Förderung, da das Burgenland an drei neue EU-Mitglieder mit Ziel 1-Förderungen grenze.

LH-STELLVERTRETER STEINDL: WIR SIND AUF EINEM GUTEN WEG

Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl illustrierte die sensationelle Entwicklung des Landes, das bis 1989 am Eisernen Vorhang lag, indem er darauf aufmerksam machte, dass im Burgenland seit 1994 fast 10.000 neue Arbeitsplätze und mehr als 3.000 neue Betriebe gegründet wurden. Wie in den vergangenen Jahren gehe es auch in den nächsten Jahren darum, keinen Förderungseuro in Brüssel liegen zu lassen, betonte Steindl und formulierte sein Ziel, die nach wie vor bestehenden regionalen Disparitäten im Burgenland zu überwinden. Dies brauche intensive Förderung und gute Rahmenbedingungen. "Wir sind auf einem guten Weg", sagte Steindl und
formulierte die Strategie, auch unter geänderten Förderungsbedingungen die Internationalisierung der Betriebe zu unterstützen, ihr Eigenkapital zu fördern und die erfolgreiche Exportoffensive mit zusätzlichen Haftungen fortzusetzen.

GUTER MIX GROßER LEITBETRIEBE UND INNOVATIVER KMU

Die Wirtschaftsservice Burgenland AG (WIBAG) stellten deren Vorstände Peter Schmitl und Werner Eckhardt vor. In einem Zehnjahresrückblick erhielt das Publikum Einblick in die erfolgreichen Bemühungen der WIBAG, Betriebe anzusiedeln, den Wirtschaftsstandort Burgenland zu vermarkten und den Betrieben Förderungen zugänglich zu machen. Zudem widmete sich die WIBAG der Ausbildungsförderung, dem Management der Landesbeteiligungen sowie der Planung, Errichtung und dem Betrieb von Thermenresorts und Technologiezentren. Große Bedeutung haben die KMU des Burgenlandes, aber auch die Leitbetriebe, von denen wichtige Impulse für die regionale Entwicklung, die Arbeitsplätze und die Kaufkraft ausgehen, unterstrichen die WIBAG-Vorstände.

IM ZEICHEN DER NACHHALTIGKEIT - DAS EUROPÄISCHE ZENTRUM FÜR ERNEUERBARE ENERGIE IN GÜSSING

Als erstes einer Reihe zukunftsträchtiger Projekte des Burgenlandes erklärte der Wiener Universitätsprofessor Hermann Hofbauer die erfolgreichen Bemühungen der südburgenländischen Bezirksstadt Güssing um eine autarke Energieversorgung. Am Anfang standen visionäre Burgenländer, die an ihre Heimat und deren Ressourcen glaubten, berichtete Hofbauer. Heute sei Güssing in der Lage, seinen Energiebedarf mit Ressourcen der Region zu decken, führte der Professor aus und stellte das Biomassekraftwerk, die Fernwärmeversorgung und die Produktion von Treib- und Heizstoffen aus Biomasse in Güssing dar.

Der Geschäftsführer des Europäischen Zentrums für Erneuerbare Energie Reinhard Koch stellte die fünfzehnjährige Entwicklung des Technologiezentrums vor und erinnerte daran, dass Güssing einst der ärmste Bezirk Österreichs mit einer enorm hohen Pendlerrate war. Durch die Not erfinderisch gemacht, haben die Güssinger ein Biomassekraftwerk errichtet, Arbeitsplätze geschaffen sowie erfolgreiche und zukunftsträchtige Kooperationen mit Universitäten und Fachhochschulen begründet. Heute gehen von Güssing technische Impulse in alle europäischen Länder aus. Woche für Woche besuchen 400 Öko-Touristen die Stadt, in der 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden und jährlich 10 Mill. € erzielt werden. Das Kompetenzzentrum soll erweitert, zusätzliche 300 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden.

IN JENNERSDORF GEHT DER WELT EIN NEUES LICHT AUF

Die neue LED-Beleuchtungstechnologie, deren physikalische Hintergründe Prof. Günter Leising (Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH) erhellte, erlaubt es mit Hilfe von Halbleitern "kaltes Licht" zu erzeugen. LED gilt als Beleuchtungsquelle der Zukunft. Im südburgenländischen Jennersdorf entstand in den letzten Jahren in Form des Zentrum Tridonic Optoelectronics ein weltweit führender Produktionscluster, an dem mittlerweile mehrere - vielfach weltweit führende - Unternehmen angesiedelt sind. LED werde wegen seiner dreimal höheren Energieeffizienz gegenüber herkömmlichen Energiesparlampen über kurz oder lang alle anderen Lichtquellen verdrängen, zeigte sich auch der Geschäftsführer des Zentrums Stefan Tasch überzeugt. Als Ziele für das österreichische Zentrum für Optoelectronic nannte Tasch die weitere Erhöhung der lokalen Kompetenz, die Ansiedlung weiterer Firmen, den Ausbau der lokalen Forschungsstruktur und die Einrichtung lokaler Ausbildungsstätten - sei es in Form einer Fachhochschule oder in Kooperation mit Universitäten.

Auch der musikalische Rahmen der Veranstaltung war burgenländisch geprägt: Das Bläserquartett des Haydnkonservatoriums Eisenstadt sorgte für pannonische Klänge und erhielt dafür viel Applaus. (Schluss)

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