Zinggl: Morak hat freies Kunstbudget um 30 Prozent gekürzt

Nicht gebundene Mittel sanken in Ära Morak um 29 Mio. Euro

Wien (OTS) - "Die Ausgaben des Bundes für Kunst sind, nicht wie
von Morak in der Pressestunde behauptet, gestiegen, sie sind vielmehr um mehr als 30 Prozent gesunken", kritisiert Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen, vor der heutigen Beratung des Kunstberichtes von Staatssekretär Morak im parlamentarischen Kulturausschuss. Im Jahr 2001, das war das letzte Budgetjahr, das Morak noch nicht zu verantworten hatte, wurden noch 246 Mio. Euro für Kunst ausgegeben. Im Jahr 2004 hingegen (und das ist das bislang letzte ausgewiesene Budget des Staatsekretärs) waren es nur noch 220 Mio. Die gebundenen Mittel abgezogen, bleiben für die aktuelle Kunst Euro 80Mio.o, also um 29 Mio. weniger als im Jahr 2001 (109 Mio.). Inflationsbereinigt seien das mehr als 30% weniger.

Ausschlagggebend sei aber nicht nur die Höhe des Budgets, sondern auch das Wofür. Im Bericht für das Jahr 2004 findet sich beispielsweise die Ausgabe für das Filmfestival Diagonale, das bekanntlich nie stattgefunden hat, mit 172.000 Euro und 267.000 Euro sowie ein drittes Mal im Kunstbericht des Jahres davor mit 125.000 Euro (als Vorauszahlung auch für 2004).
Mit 1,6 Mio. Euro wurden auch die gescheiterten Wörtherseefestspiele mit 1,6 Mio. Euro gefördert, die Wiener Philharmoniker werden mit 2,18 Mio. Euro subventioniert, obwohl sie auch aus dem Bundestheaterbudget budgetiert werden. Festspiele und Großveranstaltungen verzeichnen, obwohl die Wiener Festwochen nichts mehr erhielten, einen Anstieg auf 14,7 Mio. Euro. Die Kulturinitiativen im ganzen Land erhalten dagegen zusammen nur 4,3 Mio. Euro.

In der ORF Pressestunde schwärmte Morak auch ungebremst davon, dass pro Kopf in Österreich doppelt soviel für Kultur ausgegeben werde wie in Deutschland, nämlich 235 Euro. "Das ist statistischer Quatsch", so Zinggl. Bei 8 Mio. Einwohnern wären das Ausgaben in der Höhe von 1,9 Milliarden Euro. Dieser Betrag käme nur zusammen, wenn alles, was im Lande irgendwie für Kultur ausgegeben wird (inklusive Universitäten, Parks, Kirchen) eingerechnet werden würde. Dann allerdings müsste der Staatssekretär das auch in Deutschland machen und so eine Rechnung würde die Relation zu Österreich anders aussehen lassen.

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