AK: Regierung plant Verschlechterung bei der Berufsreifeprüfung

ExpertInnen warnen vor "Verschulung" des erfolgreichen Modells

Wien (OTS) - Bis zu drei von insgesamt vier Teilprüfungen zur Berufsreifeprüfung können in der Erwachsenenbildung abgelegt werden. Die Regierung plant nun, dass auch in der Erwachsenenbildung die Prüfungen in Zukunft unter dem Vorsitz der Schulbehörde stattfinden sollen. Bei mehr als 10.000 Prüfungsantritten pro Jahr warnen die AK-ExpertInnen vor Engpässen: zu wenig Prüfungstermine, lange Wartezeiten für die KandidatInnen, kurzfristige Absagen, langes Warten auf Prüfungsergebnisse bei schriftlichen Arbeiten. Außerdem müssen die KandidatInnen zusätzliche Kosten für die neue Vorsitzführung tragen. Damit - so befürchten die ExpertInnen - wird die Berufsreifeprüfung an Attraktivität verlieren, angesichts der unterdurchschnittlichen Maturantenquote in Österreich keine gute Entwicklung.

Seit ihrer Einführung im Jahr 1997 - eine gemeinsame Initiative der Sozialpartner und Bildungsministerin Gehrer - ist die Berufsreifeprüfung ausgesprochen erfolgreich: Es gibt bereits mehr als 3.000 AbsolventInnen, 6.000 KandidatInnen bereiten sich zur Zeit in den vom Bildungsministerium anerkannten Lehrgängen auf die Berufsreifeprüfung vor. Die Berufsreifeprüfung eröffnet LehrabsolventInnen und Absolventinnen berufsbildender mittlerer Schulen den Weg an die Universität oder zu anderen Bildungswegen, die eine Matura voraussetzen - damit war die Lehrausbildung keine Sackgasse mehr. Außerdem wird die Berufspreifeprüfung im Bundesdienst als Matura anerkannt.

Insgesamt müssen vier Teilprüfungen - Deutsch, Mathematik, Fremdsprache und Fachbereich - absolviert werden, mindestens eine Prüfung muss an einer höheren Schule, bis zu drei Prüfungen können in der Erwachsenenbildung - z.B. am bfi, am WIFI oder an den Volkshochschulen - absolviert werden. Die Prüfungen finden - da es sich ja um Berufstätige handelt - abends, am Freitag nachmittag, an Samstagen, an schulfreien Tagen und in den Schulferien statt.

Die AK warnt davor, das erfolgreiche Modell umzustellen: Die Erwachsenenbildung hat zu einem guten Teil zum Erfolg der Berufsreifeprüfung beigetragen, da die Erwachsenenbildungs-Institute sehr flexibel arbeiten. Müssen nun die vielen Prüfungstermine mit der Schulbehörde abgesprochen und festgelegt werden, verliert die Berufsreifeprüfung ihre Flexibilität - zum Nachteil der berufstätigen KandidatInnen.

So ein erfolgreiches Modell darf man nicht riskieren, so die AK-ExpertInnen. Außerdem kritisiert die AK, dass die KandidatInnen jetzt auch noch die zusätzlichen Kosten für die neuen Vorsitzenden zu tragen hätten. Die Berufspreifeprüfung müsste eigentlich ohne Gebühren absolviert werden können, dazu sollte sich das Bildungsministerium etwas überlegen, sagen die ExpertInnen der AK.

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