RIDI STEIBL WARNT VOR DEN GEFAHREN DURCH SEKTEN

Sektenbericht im Familienausschuss - Aufklärungsbedarf nach wie vor hoch!

Wien, 31. Mai 2005 (ÖVP-PK) Die Vorsitzende des Familienausschusses, ÖVP-Familiensprecherin Abg. Ridi Steibl warnte heute, Mittwoch, vor den Folgen und Gefahren von Sekten. "Der Aufklärungsbedarf über Sekten und sektenähnliche Gruppierungen ist nach wie vor hoch; auch im Jahr 2003 ist die Zahl von Betreuungsfällen und Anfragen angestiegen. Das zeigt der sechste Tätigkeitsbericht der Bundesstelle für Sektenfragen, der heute, Dienstag, im Familienausschuss diskutiert wird", so Steibl. Aufgabe der Bundesstelle für Sektenfragen ist die Dokumentation und Information über Gefährdungen, die von Sekten oder sektenähnlichen Aktivitäten ausgehen können. Die Bundesstelle steht als österreichweite zentrale Servicestelle für Dokumentation, Information und Beratung allen BürgerInnen, privaten Institutionen und staatlichen Einrichtungen zur Verfügung. ****

Im Jahr 2003 konnte mit 644 die bisher höchste Anzahl an Beratungsfällen an der Bundesstelle verzeichnet werden. 2002 waren es noch 631. Die Kontakte, die in diesem Rahmen notwendig waren, erfuhren ebenfalls eine Steigerung auf 2.776 (2002: 2.649).

Großteils war die Beziehung der anfragenden Person zur betroffenen Person familiärer Natur (177). Um fast 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr sind jene Fälle gestiegen, in denen ein beruflicher Kontext vorlag (137). Die größte Gruppe der Anfragenden stellten erstmals Privatpersonen dar (453). Auch 54 SchülerInnen und StudentInnen sowie 175 LehrerInnen und MultiplikatorInnen wandten sich an die Bundesstelle. In den meisten Fällen wurde Informationsmaterial zusammengestellt und übermittelt bzw. die anfragenden Personen zu Gesprächen an die Bundesstelle eingeladen. 99 Personen erkundigten sich in eigener Sache. Insgesamt wandten sich im Beobachtungszeitraum 1.602 Personen mit ihren Anliegen an die Bundesstelle. "Das spiegelt nach wie vor den hohen Bedarf wider", so die Abgeordnete.

Nicht zuletzt aus geographischen Gründen kamen - wie auch schon in den Jahren zuvor - die weitaus meisten Beratungsfälle aus Wien, gefolgt von Anfragen aus Niederösterreich, der Steiermark und Oberösterreich. Dabei wandten sich etwa gleich viele Frauen (331) wie Männer (313) mit Anfragen an die Bundesstelle, berichtete Steibl aus dem Sektenbericht.

Der Trend zur Zersplitterung der weltanschaulichen Szene zeigte sich ein weiteres Mal eindrucksvoll, heißt es in dem Bericht: 2.076 Anfragen zu mehr als 296 verschiedenen Gruppierungen wurden gestellt (2002: 2.289 Anfragen zu 254 Gruppierungen). "Das bei weitem größte Interesse der Anfragesteller galt 2003 Scientology (150), gefolgt von Satanismus (122), und Jehovas Zeugen (102). Dahinter rangieren Pfingstler, Evangelikale und Charismatiker (51). Im Spitzenfeld neu hinzu kam der Bruno Gröning-Freundeskreis mit 48 Thematisierungen an fünfter Stelle und die Freie Christengemeinde/Pfingstgemeinde mit 42 Thematisierungen an siebenter Stelle. Nach wie vor unter den ersten zehn befinden sich Sahaja Yoga, Esoterik und Sri Chinmoy. Der Bereich Esoterik ist mit 26 Anfragen auf Platz acht vertreten.

"Der Sektenbericht ist für uns alle eine wichtige Informationsquelle und vor allem ein notwendiges Instrument, um zu wissen, wo und wie man in der nach wie vor aktuellen Problematik der Sekten ansetzen soll und kann", schloss Steibl.
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