Rieder: waff wirkt - Arbeiternehmer und Betriebe profitieren

Erfolgreiche 10-Jahresbilanz des waff: 150.000 Programm-Teilnehmer, 360.000 Menschen informiert und beraten

Wien (OTS) - "Vor 10 Jahren - im Juni 1995 - haben wir den Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) auf Initiative der Interessensvertretungen der Arbeitnehmer gegründet. Damit haben wir ein eigenes, schlagkräftiges arbeitsmarktpolitisches Instrument gegen die negativen Auswirkungen des Strukturwandels in der Wiener Wirtschaft und für die Förderung der beruflichen Weiterqualifizierung der Wiener ArbeitnehmerInnen geschaffen - und das, obwohl Arbeitsmarktpolitik in die Bundeskompetenz fällt", erklärte Finanz-und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder beim Bürgermeister-Mediengespräch am Dienstag. Rieder zog gemeinsam mit Mag. Fritz Meißl, dem Geschäftsführer des waff, eine außerordentlich erfolgreiche Bilanz über die Leistungen des waff zwischen 1995 und 2005.

"Wie wichtig der waff gerade heute in Zeiten einer anhaltenden Konjunkturschwäche mit den damit verbundenen schwierigen Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt ist, lässt sich an einer ganz konkreten Zahl des aktuellen waff-Wirkungsmonitorings illustrieren. Der waff hat allein im Jahr 2004 dafür gesorgt, dass 4.000 Menschen zusätzlich ganzjährig beschäftigt waren. Ohne waff-Maßnahmen wäre dies nicht der Fall gewesen, und der Zuwachs an Arbeitslosigkeit wäre damit wesentlich höher ausgefallen", so Rieder.

Insgesamt haben in den letzten 10 Jahren mehr als 150.000 WienerInnen (davon 57 Prozent Frauen) an waff-Programmen teilgenommen, um ihre berufliche Situation zu verbessern, den Arbeitsplatz abzusichern oder den Wiedereinstieg in den Job zu schaffen. Knapp über 360.000 Beschäftigte und Arbeitslose hat der waff seit 1995 über Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten beraten und informiert. Vom waff profitierten auch die Wiener Betriebe massiv. Rund 15.000 Unternehmen hat der waff seit 1995 unterstützt, zum Beispiel bei der Personalrekrutierung oder der Aus-und Weiterbildung der Beschäftigten.

220 Mio. Euro in die Förderung von ArbeitnehmerInnen investiert - 2005 bringt Rekordinvestition von 51,5 Millionen Euro

Insgesamt hat der waff rund 220 Millionen Euro in die Förderung von ArbeitnehmerInnen investiert. 47 Millionen Euro an EU Mittel wurden für Beschäftigungsprojekte nach Wien geholt.

Die Finanzierung der Aktivitäten des waff erfolgt weitgehend aus Mitteln der Stadt Wien. Dem waff stehen 2005 insgesamt 51,5 Millionen Euro für ArbeitnehmerInnen-Förderung zur Verfügung. Das sind um 9,5 Millionen mehr als im Jahr 2004. Damit können rund 19.500 Personen, Beschäftigte wie Arbeitslose unterstützt werden. Knapp 12.700 - das sind 65 Prozent - werden Frauen sein.

Die Stadt Wien hat ihre Ausgaben für aktive Arbeitsmarktpolitik von 1999 bis 2005 um 72 Prozent gesteigert. Zum Vergleich: Der Bund hat im gleichen Zeitraum das Budget lediglich nur um 22,6 Prozent erhöht.

waff-Wirkungsmonitoring zeigt: waff-KundInnen verdienen 1.750 Euro mehr pro Jahr

Regelmäßig wird die Wirksamkeit des waff überprüft, und zwar von der Forschungsgesellschaft Synthesis. Beim waff-Wirkungsmonitoring 2004 wurden insgesamt 45.000 Personen erfasst, das sind 78 Prozent aller TeilnehmerInnen an den waff-Programmen im Zeitraum 2002 bis 2004. Insgesamt verbuchten die 45.000 TeilnehmerInnen 1,4 Millionen Beschäftigungstage mehr und 840.000 Arbeitslosentage weniger. Ihr Bruttoeinkommen verzeichnet ein Plus von 79 Millionen Euro. Pro Kopf bedeutet das 31 Beschäftigungstage mehr, ein Minus von 19 Arbeitslosentagen sowie 1.750 Euro mehr pro Jahr an Einkommen.

Der waff ist mit ein Grund, dass die Wiener Wirtschaft den schwierigen Strukturwandel ausgezeichnet bewältigt. Betrachtet man nicht nur die Gruppe der unselbständig Beschäftigten, sondern alle erwerbstätigen Personen, so ist in den letzten 10 Jahren in Wien ein klarer Anstieg an "Jobs" zu verzeichnen. Von 841.130 auf 897.943. Das ist ein Plus von 6,8 Prozent. (+56.813). Die Frauenerwerbsquote in Wien ist mit 79,3 Prozent die höchste in ganz Österreich (Österreichschnitt: knapp 63 Prozent).

waff bietet Unterstützung für arbeitslose und beschäftigte WienerInnen genauso wie für Wiener Unternehmen

Das Leistungsangebot des waff für Wiener ArbeitnehmerInnen ist auf vier Schwerpunkte ausgerichtet. "Eines unserer wichtigsten Ziele ist die Förderung beruflicher Entwicklungschancen von Beschäftigten", erklärt Fritz Meißl, Geschäftsführer des waff. "Wir wollen nicht warten, bis jemand arbeitslos wird, wir helfen schon im Job. Durch finanzielle Unterstützung bei beruflicher Weiterbildung und durch Beratung bei geplanten beruflichen Veränderungen", so Fritz Meißl.

Eine eigene Programmschiene ist dem zweiten Schwerpunkt gewidmet, der Integration arbeitsloser Personen. Dritter Schwerpunkt sind die Maßnahmen zur Verbesserung der Standortattraktivität und zur Unterstützung von Wiener Unternehmen. Und nicht zuletzt unterstützt der waff lokale und überregionale Kooperationen und Netzwerke. So beteiligt er sich an den arbeitsmarktpolitischen Programmen der Europäischen Union.

waff innovativ: Vorbildprojekte für ganz Österreich: Vom "Bildungskonto" bis zum "Personalfinder"

Zahlreiche arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und Projekte sind vom waff entwickelt und erstmals in Österreich realisiert worden. Dazu zählen auch das 1995 gestartete Bildungskonto und das neueste im Juni 2004 initiierte Projekt "Personalfinder".

Das Bildungskonto des Wiener Bürgermeisters (BIKO) ist die Basisförderung des waff für Weiterbildung. Mit bis zu 450 Euro können berufstätige wie auch arbeitslose Menschen schnell, unkompliziert und vor allem unbürokratisch unterstützt werden. Insgesamt wurde das BIKO des waff rund 43.800 Mal von WienerInnen in Anspruch genommen, davon knapp 27.900 Mal von Frauen. Der Frauenanteil beträgt somit mehr als 60 Prozent. Im Durchschnitt werden pro TeilnehmerIn 178 Euro für Weiterbildungsmaßnahmen investiert.

Der "Personalfinder - das regionale Vermittlungsservice des waff" läuft seit Juni 2004. Der waff bietet damit für Unternehmen mit Personalbedarf eine völlig neue und umfassende Dienstleistung an. Konkret beinhaltet das Serviceangebot das aktive Suchen offener Stellen, die kostenlose Personalvorauswahl und die Arbeitsvermittlung durch das Team der "Personalfinder". Vom Personalfinder profitieren Wiener Arbeitsuchende und Unternehmen in gleicher Weise. Die elf Personalfinder, die in ganz Wien unterwegs sind, haben bis dato 866 Stellen (von 1.222 akquirierten Stellen) in 491 Betrieben erfolgreich besetzt.

waff innovativ: Arbeitsstiftungen, Jobchance und flexwork sind ebenfalls Musterprojekte

Ebenfalls zu den ältesten Instrumenten des waff zählen die Arbeitsstiftungen zur Unterstützung von gekündigten MitarbeiterInnen im Zusammenhang mit größeren Personalabbaumaßnahmen in Betrieben. Ziel ist es, den Betroffenen in finanziell abgesichertem Rahmen neue berufliche Perspektiven zu eröffnen.

Neben der Verlängerung des Zeitraums für den Bezug von Arbeitslosengeld bieten Arbeitsstiftungen die Chance auf einen grundlegenden beruflichen Neuanfang: Durch Berufsorientierung, durch maßgeschneiderte Aus- und Weiterbildung, durch individuelle Hilfe bei der Jobsuche. Rund 5.500 ArbeitnehmerInnen (5.853 Teilnahmen) hat der waff seit seiner Gründung mit den Arbeitsstiftungen geholfen. Mehr als 30 Prozent davon waren Frauen (1.807 Teilnahmen). Pro Person wurden rund 4.150 Euro für Weiterbildung und Wiederintegration in den Arbeitsmarkt eingesetzt.

Die 1996 gegründete gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung flexwork ist eine spezielle Form der Arbeitskräfteüberlassung für arbeitslose WienerInnen mit erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt. Flexwork bietet für Unternehmen kostenlos ein Full- Service von der Personalauswahl bis zur Personaladministration, egal ob das Unternehmen MitarbeiterInnen auf Zeit oder auf Dauer sucht. Über flexwork haben seit der Gründung rund 4.000 Personen Beschäftigung gefunden.

Die Initiative "Jobchance" hilft Menschen, die Sozialhilfe beziehen und möglichst rasch wieder arbeiten und ein eigenes Einkommen wollen. Seit Laufzeitbeginn von Jobchance 1998 gab es mehr als 2.000 erfolgreiche Vermittlungen von SozialhilfeempfängerInnen in einen Job. So konnten zwei Millionen Euro an Sozialhilfe eingespart werden.

waff: spezielle Maßnahmen für Frauen und Mädchen

Ein wichtiges Ziel des waff ist es, Benachteiligungen von Frauen am Arbeitsmarkt wettzumachen. Dazu gibt es gezielt entwickelte und über gender mainstreaming hinausgehende Maßnahmen und Programme für Mädchen und Frauen. 20.000 Wienerinnen haben an diesen speziellen Frauenprogrammen teilgenommen. Insgesamt beträgt der Frauenanteil an allen - also nicht nur an frauenspezifischen - Programmen rund 57 Prozent. In absoluten Zahlen ausgedrückt waren von den 150.000 Menschen, die seit 1995 an allen waff- Programmen teilgenommen haben, 85.000 Frauen.

Ein Beispiel dafür ist "FRECH - Frauen ergreifen Chancen": FRECH bietet individuelle und vertrauliche Beratung bei Jobwechsel, beruflichem Neuanfang oder über die Chancen einer Karriere im Betrieb. Der waff kann notwendige Weiterbildungsmaßnahmen bis zu einem Maximalbetrag von 3.700,- Euro bzw. 90 Prozent der Kurskosten fördern - sofern "frau" maximal eine berufsbildende mittlere Schule besucht hat oder maximal über eine abgeschlossene Lehre verfügt.

Der waff hat einen wesentlichen Anteil daran, dass vor allem die Frauenbeschäftigung in Wien merkbar gestiegen ist, nämlich von 413.386 im Jahr 2000 auf mittlerweile 435.101 im Jahr 2004 (inklusive atypischer Beschäftigungsformen). Die Frauenbeschäftigungsquote liegt in Wien bei 72,8 Prozent, während sie österreichweit nur 58,8 Prozent beträgt. Die Frauenerwerbsquote lag in Wien im gesamten Zeitraum 1995 bis 2004 immer über 70 Prozent und ist damit die höchste aller österreichischen Bundesländer. 2004 betrug sie in Wien 79,3 Prozent im Gegensatz zum Österreichdurchschnitt mit 62,9 Prozent.

Kontrollamt bestätigt: waff arbeitet effizient

Das Wiener Kontrollamt stellt ein sehr positives Zeugnis aus und bestätigt seine arbeitsmarktpolitische Effizienz: Die aufgrund der waff-Maßnahmen eingetretenen Einkommenseffekte für die TeilnehmerInnen und die geschätzten Kostenersparnisse für Bund und Stadt Wien übertrafen die Kosten des waff. Das Kontrollamt bezeichnete den waff auch als Kompetenzzentrum in Sachen Abwicklung von EU-Projekten und Akquirierung von EU-Fördergeldern für Beschäftigungsprojekte. Der Verwaltungsaufwand des waff beträgt 13 Prozent, laut Kontrollamt angemessen für eine Non - Profit-Organisation!

waff setzt auf Kooperation mit AMS und Sozialpartnern

Für den waff hat die Zusammenarbeit aller wesentlichen Akteure am Arbeitsmarkt entscheidende Bedeutung. Denn eine aktive Arbeitsmarktpolitik braucht vernetzte Lösungsansätze. So kooperiert der waff bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen eng mit dem AMS Wien, den Wiener Sozialpartnern und anderen arbeitsmarktpolitischen Einrichtungen im Rahmen des Territorialen Beschäftigungspaktes und arbeitet auch intensiv mit den Bezirken zusammen. Darüber hinaus beteiligt sich der waff finanziell an arbeitsmarktpolitischen Initiativen anderer Einrichtungen (insbesondere des AMS Wien) und stellt sein know how zur Verfügung (z.B. bei der Abwicklung von EU-Programmen).

Die hohe Kooperationsbereitschaft des waff spiegelt sich auch in den Organen des waff wider, wo die Wiener Sozialpartner eine entscheidende Rolle spielen. Durch die Tatsache, dass sowohl die Interessensvertretungen als auch das AMS in den Gremien des waff vertreten sind, wurde in den letzten 10 Jahren auch bei allen Programmen, Maßnahmen und Projekten des waff ein breiter Konsens erzielt. Das hat sich jedenfalls für die Wiener ArbeitnehmerInnen bezahlt gemacht! (Schluss) gaw/gph

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Tel: 01/4000-81845
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