Industrie mahnt vor zuviel Konjunkturoptimismus

Vorzeichen weiter unsicher - Kritik an Verdachtsgesetzgebung im Umweltrecht

Wien (PWK385) - Vor zuviel Konjunkturoptimismus warnt der Geschäftsführer der Bundessparte Industrie, Wolfgang Damianisch. International würden nach wie vor die hohen Energiekosten, der hohe Euro-Kurs und die schwache Inlandsfrage die EU-Wirtschaft prägen. National zeige sich eine Verflachung der Industriekonjunkturdynamik nach dem Höhepunkt im Herbst 2004. Für das 1. Quartal rechnet die heimische Industrie deshalb mit einem fortgesetzten, jedoch leicht abgeschwächten Produktionswachstum zwischen nominell 5 und 8 %, so Damianisch.

Im Hinblick auf eine positive Konjunkturentwicklung ist für das 1. Quartal 2005 mit einem Dämpfer zu rechnen: Bei der Produktion zeigen die Berichte der Fachverbände eine zunehmend vorsichtigere Einschätzung, jedoch auf hohem Niveau. Bei den Auftragseingängen wird eine weiterhin positive Erwartungshaltung mit sinkender Tendenz bestätigt. Diese Beurteilung liegt damit unter den Ergebnissen der fünf Vorquartale etwa auf der Höhe des 3. Quartals 2003. Die Beschäftigungszahl wird mit einem Halten des Letztstands angegeben. Drei Fachverbände erwarten einen leichten Beschäftigtenrückgang.

Rückblickend auf 2004 zeigt sich, dass das Produktionswachstum von den Branchen Fahrzeugindustrie, Eisen erzeugende Industrie, Mineralöl- und Metallwaren-industrie, NE-Metallindustrie, Maschinen-und Stahlbauindustrie sowie Ledererzeugenden Industrie getragen wurde. Die Anzahl der Industriebeschäftigten ging im Gesamtjahr 2004 um 0,8 % auf insgesamt 413.000 Arbeitnehmer zurück. Tragende Säule der Industriekonjunktur ist nach wie vor das Auslandsgeschäft. Im Gesamtjahr 2004 erzielten die - von der Industrie geprägten - Exporte ein weltweites Plus von 13 % auf 89,1 Mrd. Euro. Auch in den ersten beiden Monaten 2005 stiegen die österreichischen Ausfuhren mit 11,4 Prozent stark an.

Neben den internationalen Unsicherheiten (Ölpreis), wird die heimische Konjunktur von innenpolitischen Unsicherheiten beeinflusst. Das Scheitern des Österreich-Konvents verhindert zudem Manövriermöglichkeiten für notwendige Entlastungsoffensiven.

In der österreichischen Umweltpolitik sind weitere wettbewerbsschädigende Verunsicherungen (Klimastrategie, Wasser- und Abfallrecht) zu vermeiden. Die Industrie fordert eine Überprüfung des die Umweltpolitik beherrschenden Vorsorgeprinzips, das in den letzten Jahren eine wahre Flutwelle von neuen Vorschriften ausgelöst hat. "Es handelt sich um eine völlig überzogene "Verdachtsgesetzgebung", die auf die reale Gefährdung wenig Bezug nimmt", kritisiert Damianisch. Das Lebensministerium ist zudem aufgerufen, die umweltrechtlichen Rahmenbedingungen zu entbürokratisieren. Aber auch die EU muss die Prioritäten neu setzen, denn von dort nimmt die Welle neuer Umweltvorschriften meist ihren Ausgang.

Zudem hilft nur "Augenmaß" bei den kommenden Kollektivvertragsverhandlungen und eine von den Sozialpartnern gemeinsam ausgearbeitete vernünftige Lösung bei der Arbeitszeitflexibilisierung, den Industriestandort Österreich zu bewahren bzw. zu stärken. (us)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Bundessparte Industrie
Dr. Wolfgang Damianisch
Tel.: (++43) 0590 900-3420
Fax: (++43) 0590 900-273
bsi@wko.at
http://wko.at/industrie

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0002