Frauen bewegen Salzburg. Im StadtBus.

Salzburg/ Österreich (OTS) -

  • Flexible Arbeitszeitmodelle für mittlerweile neun Obusfahrerinnen
  • Gezielte Suche nach Frauen, die sich zur Obusfahrerin ausbilden lassen möchten
  • Vorbildhafte Kooperation Frau & Arbeit und Salzburg AG

Erst vor kurzem veröffentlichte das World Economic Forum (WEF) eine Studie, die zeigt, dass es in Österreich um die Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen nicht gut bestellt ist. Die Salzburg AG will dem entgegenwirken und fördert Frauen auch in untypischen Berufen, zum Beispiel als Obusfahrerinnen. 1999 hat die erste Frau als Busfahrerin angefangen, heute lenken bereits neun Frauen bei der Salzburg AG Obusse. Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes von Salzburg AG und Frau & Arbeit werden seit Herbst 2004 gezielt Frauen gesucht, die sich zur Obusfahrerin ausbilden lassen möchten. Durch diese Offensive gibt es bereits sieben neue Obusfahrerinnen.

Frauen in nichttraditionellen Berufen

"Eines der Ziele des Büros für Frauenfragen und Chancengleichheit ist, Frauen neue Berufschancen zu eröffnen. Insbesondere in nichttraditionellen Berufen, wie zum Beispiel als Busfahrerinnen," sagt Landeshauptfrau und Frauenbeauftragte Mag. Gabi Burgstaller. Im Büro für Frauenfragen und Chancengleichheit werden mit einem Budget von fast 1,3 Millionen Euro auch Wiedereinsteigerinnen gezielt gefördert. So soll echte Wahlfreiheit und Chancengleichheit erreicht werden.

Lob von der Landeshauptfrau geht an Salzburg AG-Vorstandssprecher Dr. Arno Gasteiger für die Förderung von Frauen in atypischen Berufen in der Salzburg AG. "Vor allem Wiedereinsteigerinnen arbeiten als Busfahrerinnen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung," so Burgstaller.

Flexible Arbeitszeitmodelle durch Fahrdienst

Die Salzburg AG unterstützt gerne Projekte zur Förderung von Frauen im Berufsleben. Als technisch orientiertes Unternehmen hat die Salzburg AG aus ihrer Historie heraus einen eher geringen Frauenanteil. Dieser wird aber seit Jahren kontinuierlich gesteigert, z.B. durch Busfahrerinnen: "1999 hat die erste Frau als Obusfahrerin bei der Salzburg AG angefangen, heute lenken bereits neun Frauen Obusse. Das wirkt sich auch positiv auf das gesamte Betriebsklima aus," so Gasteiger. Durch den Fahrdienst bei der Arbeit als Obusfahrer/in können flexible Arbeitszeitmodelle angeboten werden. Gerade für Wiedereinsteigerinnen, für die Gruppe der Frauen ab 40, ist das sehr wichtig. Das Durchschnittsalter der Obusfahrerinnen bei der Salzburg AG liegt bei 44 Jahren. "Als Busfahrerin benötigt man sehr viele emotionale Qualitäten, soziale Kompetenz, Stabilität und Lebenserfahrung. Man ist ja nicht nur Fahrer/in, sondern gleichzeitig Buskapitän, Ansprechpartner/in für alle möglichen Belange rund um den öffentlichen Verkehr oder im Notfall auch Erste-Hilfe-Leister. Kritischen Situationen muss man gewachsen sein. Gerade Frauen haben, auch durch die Kindererziehung, gegenüber Männern einen großen Vorsprung in diesen Bereichen," betont Gasteiger.

Vom Taxi zum Obus

Irmgard Innerlohinger ist eine der sieben neuen Obusfahrerinnen und seit 4. April 2004 angestellt. Sie war vorher als Taxifahrerin und im Wachdienst tätig. "Ich bin sehr froh, dass ich diese Anstellung bekommen habe. In meinem Alter ist es nicht einfach, einen guten Job zu finden." Die Ausbildung hat Innerlohinger gerade erfolgreich abgeschlossen. "Es ist eine große Umstellung vom PKW auf den Obus, vor allem weil beim Obus die Oberleitung mitbedacht werden muss. Beim Pkw schaut man nach links und rechts, nach vorne und hinten, aber nicht nach oben," betont Innerlohinger.

Wertvolle Erfahrungen von Frau & Arbeit

Im Rahmen des Projektes technik.A wurde der Grundstein für die Ausbildungsoffensive in der Salzburg AG gelegt. Dieses EU-Projekt hat das Ziel, Frauen für technische Berufe zu interessieren und auszubilden. "Im Rahmen von technik.A haben wir unter anderem auch die Ausbildung zur Lok-Führerin initiiert. Die Erfahrungen, die wir in diesem Zusammenhang gesammelt haben, konnten wir jetzt der Salzburg AG zur Verfügung stellen," sagt Projektleiterin Mag. Friederike Blum. Um Frauen für einen von Männern dominierten Beruf zu gewinnen, müssen die Frauen über Öffentlichkeitsarbeit und gezielte Anzeigentexte direkt angesprochen werden. Bei der Salzburg AG wurden reine Frauengruppen organisiert. Frau & Arbeit übernahm die Auswahl der Teilnehmerinnen sowie die Organisation der Vor-Qualifikationen.

Gezielte Suche nach Obusfahrerinnen

Seit Herbst 2004 werden bei der Salzburg AG im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes mit Frau & Arbeit gezielt Frauen gesucht, die sich zur Obusfahrerin ausbilden lassen möchten. Voraussetzung für vier- bis sechswöchige Ausbildung ist der Führerschein D (Autobus). Jährlich besteht ein Bedarf von 5-10 Nachwuchskräften, Bewerberinnen über 40 Jahren werden bevorzugt.

"Dass schon vieles geschehen ist, sieht man sehr deutlich daran, dass es bis vor wenigen Jahren beim StadtBus in der Alpenstraße noch nicht einmal Umkleideräume oder Toiletten für Frauen gab. Heute sind diese Einrichtungen selbstverständlich," sagt Direktor Gunter Mackinger, Leiter des Geschäftsfeldes Verkehr in der Salzburg AG.

StadtBus und Lokalbahn im Überblick

Insgesamt sind im Geschäftsfeld Verkehr 555 Mitarbeiter beschäftigt, 30 davon sind Frauen, 525 Männer. Die StadtBus-Fahrgastzahlen sind 2004 weiter gestiegen, ebenso das Güteraufkommen bei der Salzburger Lokalbahn. "Die Güterbeförderung auf der Strecke der Lokalbahn hat um 41,7 % - das sind 119.135 Tonnen - auf rund 405.000 Tonnen zugenommen. Das Transportvolumen konnte durch die Ausweitungen von Betriebsführungen stark ausgeweitet werden," sagt Mackinger.

Fotos und weitere Unterlagen ab 14.00 Uhr unter www.salzburg-ag.at/presse

Rückfragen & Kontakt:

Sigi Kämmerer, Salzburg AG
Tel. 0662/8884-2800, pr@salzburg-ag.at
Michael Wimmer, Büro Landeshauptfrau
Tel. 0662/8042-5003, michael.wimmer@salzburg.gv.at
Friederike Blum, Frau&Arbeit
Tel. 0662/880723-20, f.blum@frau-und-arbeit.at

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