KHOL ENTHÜLLT GEDENKSTEIN FÜR JÄGERSTÄTTER UND 90 WEITERE NS-OPFER "Nie mehr wieder" zentrale Botschaft Khols in Brandenburg/Havel

Brandenburg/Havel (PK) - „Unter den über 2700 im Zuchthaus in Brandenburg an der Havel hingerichteten Menschen befanden sich etwa 90 Österreicher, an die mit dem heute enthüllten Gedenkstein erinnert werden soll. Mit Brandenburg an der Havel verbinde ich den furchtbaren Missbrauch der Justiz durch das NS-Regime, das jeglichem Naturrecht zuwider Unrecht zu Recht machen wollte. Zwischen 1940 und 1945 wurden mindestens 2700 Menschen aus 17 europäischen Ländern aus politischen Gründen hingerichtet. Die zentrale Botschaft ‚Nie mehr wieder' gilt auch hier und soll ganz besonders auf den Missbrauch der Justiz hinweisen", sagt heute Nationalratspräsident Dr. Andreas Khol anlässlich der Enthüllung des Gedenksteins für hingerichtete Österreicher.

Das Zuchthaus Brandenburg war für 1800 Häftlinge ausgelegt, unter dem NS-Regime waren zeitweise bis zu 4300 Häftlinge in der Anstalt. Seit August 1940 wurde das Zuchthaus zur Hinrichtungsstätte. Am größten war die Zahl der Hinrichtungen nach dem 20. Juli 1944. Unter den österreichischen Opfern finden sich der Bauer Franz Jägerstätter, eine in ganz Österreich verehrte Zentralfigur des katholischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Sein Seligsprechungsverfahren im Vatikan ist auf gutem Wege. Jägerstätter wurde dem Wort Papst Leo XIII. gerecht, der gesagt hat, „wenn die Staatsgesetze sich offen gegen das göttliche Recht auflehnen, dann ist Widerstand Pflicht". Weitere Opfer waren Pater Franz Reinisch, Mitglieder einer kommunistischen Widerstandsgruppe wie Leopold Ecker, Eduard Powolny, Emil König, Friedrich Höllisch, Andreas Schneider, Sozialisten wie etwa Richard Zach, Christlichsoziale wie Philipp Postl, „Kirchenzugehörige" wie Richard Kaysenbrecht sowie farbentragende katholische Studenten. 1975 wurden im historischen Hinrichtungstrakt Gedenkräume eingerichtet.

UNRECHT WIRD AUCH DURCH GERICHTE NICHT ZU RECHT

„Mir ist wichtig, als Nationalratspräsident immer wieder an den Missbrauch von Einrichtungen der Justiz für Zwecke des Unrechts und der Unterdrückung zu erinnern. Es ist notwendig, immer daran zu erinnern, welches Unrecht im nationalsozialistischen Staat auf verschiedenen Ebenen statt gefunden hat und mit diesem Wissen kritisch und verantwortungsvoll in die politische Zukunft zu blicken", so der Nationalratspräsident abschließend. (Schluss)

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