AVISO/Aktion: ÖBB-Lehrlinge überreichen Ex-Generaldirektor "1,2 Millionen Euro"

Lehrplätze in Gefahr: "Butterbrote für Lehrlinge, Millionen für Vorstände"

Wien (GdE/ÖGB) - Deutlich weniger vollwertige Ausbildungsplätze, Hungerlöhne und eine schlechtere rechtliche Stellung drohen zukünftig Lehrlingen bei den ÖBB. "Die Lehrlingsausbildung bei den ÖBB muss in vollem Umfang aufrecht bleiben", verlangt deshalb die Jugendabteilung der Gewerkschaft der Eisenbahner (GdE-Jugend) von Bundeskanzler Schüssel und den zuständigen Ministern Gorbach und Bartenstein. Ihre Forderung unterstreicht die GdE-Jugend morgen Mittwoch, 1. Juni 2005, um 10 Uhr vor dem Bundeskanzleramt am Ballhausplatz, 1010 Wien mit einer Straßenaktion: Unter dem Motto "Nur mehr Butterbrote für die Lehrlinge, aber Millionen für die Vorstände" werden als Bundeskanzler und Minister verkleidete AkteurInnen einem Ex-ÖBB-Generaldirektor "1,2 Millionen Euro" überreichen. Die VertreterInnen der Medien sind dazu herzlich eingeladen - die AktivistInnen der GdE-Jugend stehen gerne für Fotos zur Verfügung. ++++

Erstmals in der ÖBB-Geschichte gibt es Anfang Juni noch immer keine feste Zusage, wie viele Lehrlinge ab Herbst einen Ausbildungsplatz erhalten. Es sollen nun nicht mehr wie bisher gut 350 Lehrlinge mit einem vollwertigen Lehrvertrag bei den ÖBB aufgenommen werden - derzeit sind nur noch 54 Plätze fix. Für die weiteren fast 300 Ausbildungsplätze gibt es bisher nur eine vage Zusage einer vom Arbeitsmarktservice zu bezahlenden selbstständigen Ausbildungseinrichtung in den ÖBB-Lehrwerkstätten.

Bleibt es dabei, würde ein "Lehrling" nur mehr 225 Euro im Monat als finanzielle Entschädigung bekommen. Über die gesamte Ausbildungszeit gerechnet bedeute dies einen Verlust von über 70 Prozent im Vergleich zur bisher üblichen Lehrlingsentschädigung. Nicht nur dass die betroffenen Jugendlichen auch vom sozialrechtlichen Standpunkt her schlechter gestellt wären. Es sei auch unklar, in wie weit sie die Ausübung betrieblicher Mitbestimmungsrechte (u. a. Jugendvertrauensrätewahl), die "normalen" Lehrlingen zusteht, wahrnehmen könnten, gibt die GdE-Jugend zu bedenken.

Die GdE-Jugend bezweifelt, dass es die Regierung mit der Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit ernst nehme. "Mit derartigen Methoden wird nur das duale Ausbildungssystem unterminiert und junge Menschen, die eine Ausbildung absolvieren wollen, werden zu Bittstellern degradiert" - Regierung und Unternehmen dürften sich nicht einfach aus der Verantwortung stehlen und müssten dafür sorgen, dass die Lehrlingsausbildung in den ÖBB in vollem Umfang aufrecht bleibt, bekräftigt die GdE-Jugend.

Termin: 1. Juni 2005

Zeit: 10 Uhr

Ort: Ballhausplatz, Bundeskanzleramt, 1010 Wien

ÖGB, 31. Mai
2005
Nr. 348

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