Gipsbein statt grüner Daumen

Das Institut Sicher Leben prognostiziert für Juni allein bei der Gartenarbeit 1.900 Unfälle, die ins Spital führen - vor allem Männer sind betroffen

Wien (OTS) - In den letzten Tagen ist es endlich richtig warm geworden - höchste Zeit für den Hobbygärtner seinen Garten auf Vordermann zu bringen. Für 1.900 Pflanzenfans wird das schöne Hobby im Juni jedoch ein jähes Ende nehmen - wenn sie sich am sonnigen Wochenende statt umringt von Blumen umringt von Ärzten in der Notaufnahme wieder finden. So etwa erging es am 30.5. einer Salzburgerin, der nach glücklosem Rasen mähen, ihre verlorenen Fingerglieder wieder angenäht werden mussten. "Immer wieder ereignen sich Unfälle, die mit einfachen Sicherheitsvorkehrungen vermieden werden können", erklärt Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts Sicher Leben.

Rund 63 Unfälle täglich

Im Garten kann’s gefährlich werden: Allein für den Juni prognostiziert das Institut Sicher Leben rund 63 spitalsreife Unfälle pro Tag bei der Gartenarbeit, das sind fast doppelt so viele wie im Mai. Im Jahr 2004 war der Juni Unfallmonat Nummer eins: Rund 20 Prozent von insgesamt etwa 10.000 Unfällen, die letztes Jahr bei der Gartenarbeit passierten, ereigneten sich im ersten Sommermonat. Über 60 Prozent der erwarteten Unfälle werden Stürze sein. Mehr als die Hälfte aller Stürze werden aus der Höhe - von Leiter oder Baum -passieren. Stress bedeutet Unfallgefahr, da über die Hälfte der Unfälle auf Unkonzentriertheit und Hektik zurückzuführen sein werden. Die Verletzungen sind nicht zu unterschätzen, denn voraussichtlich führt in 40 Prozent der Fälle der Weg ins Gipszimmer, in 28 Prozent müssen offene Wunden versorgt und in 14 Prozent Prellungen behandelt werden. Der typische Spitalsbehandelte ist männlich und über 45 Jahre alt. "Obwohl die Gartenarbeit eine Frauendomäne ist, verletzen sich Männer häufiger, da sie oft die gefährlicheren Arbeiten verrichten wie etwa Hecken oder Äste schneiden", erläutert Kisser.

Sicher beim Gärtnern - Freude am Garten

Im Juni geht es im Garten hauptsächlich ans Rasen mähen, Hecken schneiden und Kirschen pflücken. Grundlegende Sicherheitsmaßnahmen sollte man bei diesen Tätigkeiten jedenfalls beachten. Regel Nummer eins ist eine adäquate Ausrüstung: Festes Schuhwerk, lange, anliegende Hosen und Gartenhandschuhe gehören in das Repertoire jedes selbsternannten Gartenarchitekten.
Beim Rasen mähen muss man auf die sachgerechte Handhabung des Geräts achten. Oberstes Gebot ist niemals blockierendes Gestrüpp bei angestecktem Elektromäher oder gar bei laufendem Motor aus dem Mäher zu entfernen. Außerdem mäht der Gartenprofi immer parallel zum Hang, damit er im Falle eines Sturzes nicht unter den Mäher rutscht. Wenn man reife Kirschen vom Baum holen möchte, ist es wichtig, dazu immer eine standsichere Leiter zu verwenden, die auf festem Untergrund steht. Am besten sind Leitern, die an dicken Ästen eingehängt werden können. Keinesfalls Haushaltsleitern auf weichem Untergrund verwenden. Bei der Gartenarbeit ist Bequemlichkeit fehl am Platz:
Lieber einmal mehr absteigen und die Leiter neu positionieren als sich zu weit vorlehnen. Vorsicht ist auch beim Umgang mit Heckenscheren geboten. Diese sind durch ihre freiliegenden scharfen Klingen besonders gefährlich. Elektrische Heckenscheren sollen Hobbygärtner immer mit beiden Händen führen und das Schermesser vom Körper weghalten. So vermeiden sie Schnittwunden. Besonders wichtig:
Die Hände von Helfern haben in der Nähe von Heckenscheren nichts verloren! Und: Alkohol erst nach getaner Arbeit!

Selbstüberschätzung regiert den Garten

"76 Prozent aller Personen, die sich beim Gärtnern verletzten, bezeichneten sich in einer Studie des Instituts Sicher Leben als Gartenprofi, lediglich 24 Prozent bezeichneten sich als Gelegenheitsgärtner", erläutert Kisser. "Daran erkennt man, wie oft die Anforderungen bei der Gartenarbeit unterschätzt werden."
Eine gute Schutzausrüstung, fachgerechte Handhabung der Geräte und Vorsicht bringen dem Hobbygärtner unfallfreie Freude am grünen Traum und verhindern schlimme Verletzungen - denn auch Gärtnern will gelernt sein!

Wien, am 31.05.2005

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Mag. Katharina Kaschel
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