Eröffnung des "Brandlhofs" in Radlbrunn

Pröll: Ein Anker in einer bewegten Zeit

Radlbrunn (OTS) - Im Zuge der Vorbereitungen für die diesjährige niederösterreichische Landesaustellung am Heldenberg (Bezirk Hollabrunn) wurde auch der in der Ortsmitte der Katastralgemeinde Radlbrunn gelegene "Brandlhof" revitalisiert. Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll nahm heute die Eröffnung des historischen Bauwerks vor.

"Der Brandlhof ist eine der vielen Perlen des Schmidatals, die sich rund um die heurige Landesausstellung ranken. Die heutige Eröffnung ist eine historische Stunde, in der man sich bewusst wird, dass bereits vor 800 Jahren hier Menschen gelebt und uns den Weg bereitet haben. Damit hauchen wir heute nicht nur einem alten Gemäuer Leben ein, sondern setzen auch ein Signal für künftige Generationen auf dem Weg nach vorne", meinte Pröll. Mit der Eröffnung des Brandlhofs finde auch eine ganz persönliche, jahrzehntelange Liebe und Sehnsucht des Landeshauptmannes ihre Erfüllung und Vollendung. Der revitalisierte Hof solle künftig möglichst vielen Menschen ein Anker in einer bewegten Zeit sein, so Pröll.

Der Brandlhof, ein ehemaliger Meierhof des Stifts Lilienfeld, wurde erstmals im Jahre 1209 urkundlich erwähnt und seit dem 18. Jahrhundert von der Familie Brandl bewirtschaftet. Bis in die Fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde der Hof als Musterbetrieb geführt, danach versank er allmählich in einen Dornröschenschlaf. Im Jahre 2002 erstand die Marktgemeinde Ziersdorf den Hof, als Betreiberin fungiert seitdem die Volkskultur Niederösterreich. In der Folge wurde mit der Revitalisierung des architekturhistorisch und agrargeschichtlich bedeutenden Denkmales, welches ein typisches Beispiel für den Lehmbau im Weinviertel darstellt, begonnen.

Im Rahmen dieser Revitalisierung wurde besonders darauf geachtet, dass der ursprüngliche Charakter des Hofes erhalten bleibt. So wurden etwa Fenster und Türen in ihrer unregelmäßigen Form belassen, Fensterstöcke und Rahmen wurden so weit wie möglich saniert und der Vorlage entsprechend genau nachgebaut. Die aus gehackten Hölzern bestehende Dachkonstruktion konnte weitgehend erhalten bleiben, der Dachstuhl wurde neu geglättet und mit alten Ziegeln wieder gedeckt. Auch die stillgelegten Kamine wurden als wesentliches Charakteristikum dieser Dachlandschaft erhalten. In den ehemaligen Stallungen des Gebäudes wurde eine Ausstellung zur Geschichte des Hofes, im früheren Wohnhaus eine Wirtsstube eingerichtet. Zudem dient der Hof künftig als Zentrum für die Volkskultur im Weinviertel. Ebenso wird er dem Museumsmanagement Niederösterreich als Seminarzentrum dienen. In den Wintermonaten werden für die Kustoden der niederösterreichischen Museen Lehrgänge angeboten, im Sommer vervollständigen Veranstaltungen mit Volksmusik und traditionellem Handwerk das Programm vor Ort.

Die Kosten für die Restaurierung des Bauwerks beliefen sich auf rund 1,1 Millionen Euro. Aufgebracht wurde diese Summe aus Mitteln des Landes, der Europäischen Union, des Bundesdenkmalamts und der Marktgemeinde Ziersdorf. Bei der heutigen Eröffnung, die noch bis 18 Uhr dauern wird, spielen verschiedene Musikensembles aus dem Weinviertel auf. Außerdem werden alte Handwerke wie das Klöppeln, Spinnen oder Weben präsentiert.

Der Brandlhof ist ab sofort bis zum 1. November jeden Samstag und jeden Sonntag und Feiertag von 10 bis 17 Uhr sowie von Montag bis Freitag für angemeldete Gruppen ab 5 Personen geöffnet; die Besichtigungen sind kostenlos.

Nähere Informationen: Brandlhof, Tel.: 02275 / 4660; email:
weinviertel@volkskulturnoe.at , www.volkskulturnoe.at/brandlhof

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Manuela Hesch
Mobil: 0676 812 121 56

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK0001