Blecha: Schändliche Behandlung der Pensionisten im Jubiläumsjahr

Keine Einschränkungen bei Trümmerfrauen-Regelung

Wien (SK) In Sonntagsreden wird im Jubiläumsjahr 2005 die Wiederaufbaugeneration gelobt. Doch was sind der Regierung die Pensionisten wirklich wert? "Wir brauchen dringend eine Anhebung der noch immer unter der Armutsgrenze liegenden Mindestpension (Ausgleichszulage) und einen Nachschlag bei den Pensionen, weil die Verteuerung des täglichen Lebens und die Belastungen viel höher sind, als die mickrige Anpassung ausmacht. Die Pensionen verlieren seit dem Jahr 2000 massiv an Wert!" ****

Schlechtes Gewissen

Dafür, dass sie die Pensionisten gerade im Jubiläumsjahr so schändlich behandelt, plagt die Regierung jetzt offenbar das schlechte Gewissen: Die "Trümmerfrauen" wurden entdeckt. Es wurde ihnen eine Almosen-Einmalzahlung in Aussicht gestellt. Aber nicht allen. Die Regelung soll nur für Frauen gelten, die vor dem 1.1.1931 geboren wurden, bis 1950 mindestens ein Kind geboren haben und keine eigene Pension beziehen. Die Folge: Proteste von Betroffenen und von PVÖ-Präsident Blecha.

Dass die Mutterschaft Voraussetzung für einen Anspruch ist, erinnert an Zeiten, von denen wir gerade heuer im Gedenkjahr dachten, sie überwunden zu haben. PVÖ-Präsident Blecha sprach sich gegen Einschränkungen aus, "weil wir der Meinung sind, dass alle, die Österreich aus den Trümmern wieder aufgebaut haben, eine Anerkennung verdienen - und zwar mehr als die beschämende Regelung der Regierung. Es gilt der gesamten Wiederaufbaugeneration zu danken, daher sollen auch alle eine uneingeschränkte und angemessene Zuwendung erhalten:
durch eine generelle und unbürokratische Anhebung der Pension um 15 Euro monatlich!"

Mindestpensionen

Ein Armutszeugnis stellt der Pensionistenverband der Regierung auch dafür aus, dass sie nach wie vor nicht bereit ist, die Mindestpension (Ausgleichszulage) zu erhöhen. Der Richtsatz liegt bei 662,99 Euro, somit unter der Armutsgrenze! Der Pensionistenverband fordert vehement eine Anhebung der Ausgleichszulage auf 678 Euro. Es ist eine soziale Schande, dass in einem der reichsten Länder der Welt die Mindestpensionisten unter der Armutsgrenze leben müssen! Die Kosten für die Erhöhung der Ausgleichzulage würden insgesamt rund 35 Millionen Euro betragen. Das entspricht den Kosten eines Drittels eines einzigen Eurofighters. "Armutsbekämpfung statt Abfangjäger", lautet die Devise von Pensionistenverbandspräsident Blecha.

15 Euro Nachschlag

Drittes Beispiel der geringen Wertschätzung der Wiederaufbaugeneration durch die Regierung: Seit fünf Jahren müssen die Pensionisten durch die Nichtabgeltung der Teuerung eine Kürzung ihrer Pension hinnehmen. "Heuer war's besonders arg", berichten viele Pensionisten, die durch die explodierenden Heizkosten, die gestiegenen Rezeptgebühren und die verteuerten Lebensmittel in Existenzangst gerieten. Der Pensionistenverband lässt daher mit seiner Forderung nicht locker: 15 Euro Nachschlag monatlich für Pensionen bis 1.000 Euro. (Schluss) se/mp

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