"profil": Albertina-Chef Schröder ortet "Entmachtung" in Fragen der Kunstausfuhr

Albertina-Chef bezweifelt Vereinbarkeit der nunmehrigen Situation mit dem Bundesmuseengesetz

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, verschärft Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder seine Gangart im schwelenden Streit mit dem Bundesdenkmalamt (BDA): Der Museumsleiter äußert nun Zweifel daran, dass die Hoheit des BDA in Fragen der Kunstausfuhr mit dem Bundesmuseengesetz vereinbar sei.

Schröder, der wegen der rigiden neuen Kunstausfuhrpolitik des BDA eine große Londoner Schiele-Ausstellung absagen musste, konstatiert, dass er zwar den Titel Direktor trage, allerdings nicht die Erlaubnis habe, die Verantwortung für die Kunstwerke seines Hauses zu übernehmen. "Ich bin kein wehleidiger Mensch", sagt Schröder im Gespräch mit "profil". Tatsache sei jedoch, dass die Letztentscheidung über die Genehmigung von Leihgaben an ausländische Museen "heute im BDA und nicht mehr in den Museen" getroffen werde. Museumsdirektoren hätten bloß noch ein Vorschlagsrecht, welche Werke in welchen Ausstellungen gezeigt werden sollten.

Schröder wertet dies als "Revidieren der Funktion des Direktors". Er sei sich diesbezüglich "nicht sicher, ob das tatsächlich dem Geist des Bundesmuseengesetzes entspricht, das mit der Vollrechtsfähigkeit bewusst die kunsthistorische Verantwortung von der - ehedem vorgeordneten - Dienststelle des Ministeriums ins Museum verlagert hat". Die für Oktober geplante Ausstellung der grafischen Arbeiten Egon Schieles in der Londoner Royal Academy wurde von Schröder bereits Anfang dieses Jahres abgesagt.

Eva-Maria Höhle, Generalkonservatorin im BDA, hält fest, dass ihre Behörde bezüglich der beabsichtigten Londoner Ausstellung offiziell nicht befasst gewesen sei. Es habe ein so genanntes Erhebungsverfahren für die derzeit laufende Schiele-Ausstellung in Amsterdam stattgefunden, "der wir ja zugestimmt haben. Für London hat Schröder nicht angesucht, da ihm bewusst war, dass wir seinen Antrag wohl negativ beantworten hätten müssen."

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