60 Jahre Kampf für Gerechtigkeit und Solidarität

60 Jahre ÖGB - 60 Jahre Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten

Wien (GPF/ÖGB) - "In der Zeit nach Kriegsende gingen viele unserer Kolleginnen und Kollegen daran, den Schutt und die Trümmer der Vergangenheit wegzuräumen und eine neue Gewerkschaftsorganisation aufzubauen. Wir können heute auf diese 60 Jahre zurückblicken und stolz auf das Erreichte sein", sagte Gerhard Fritz, Vorsitzender der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten, bei einer Gedenksitzung des Gewerkschafts-Präsidiums. ++++

Unmittelbar nach dem Beschluss zur Gründung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes im April 1945 versammelten sich Vertrauenspersonen, um eine Gewerkschaft für Post- und Telegraphenbedienstete Österreichs zu errichten. Bereits am 24. Mai 1945 konstituierte sich der Vorstand der Gewerkschaft der Post-, Telegraphen-, Fernsprech- und Rundfunkbetriebe Österreichs. Der Alliierte Rat stimmte am 10. Oktober 1945 zu, der Generalpostdirektion die Verwaltung für ganz Österreich zu übergeben, und vom 14. bis 17. November fand die erste Länderkonferenz statt.

Der damalige provisorische Zentralsekretär Edmund Holzfeind stellte die Aufgaben dar: Mit allen gewerkschaftlichen Mitteln für ein demokratisches und unabhängiges Österreich einzutreten, mitzuwirken am betrieblichen Aufbau und der weiteren Betriebsgestaltung im Sinne einer zweckbetonten sozialen Wirtschaftlichkeit, Vertretung der materiellen und kulturellen Interessen auf breitester Basis. Viele der zum Teil hart erkämpften Erfolge der Gewerkschaften werden heute von vielen Menschen einfach als Selbstverständlichkeit angesehen. So wurden damals die Grundlagen des Sozialrechts, für Kollektivverträge und Betriebsratstätigkeit erarbeitet. In den siebziger Jahren waren es dann die Arbeitszeitverkürzung oder das Arbeitsverfassungsgesetz. Schließlich wurde im neuen Jahrtausend die "Abfertigung Neu" und der erstmalige Abschluss eines Kollektivvertrages für überlassene Arbeitskräfte durchgesetzt.

Der Vorsitzende sieht Parallelen zur damaligen harten Zeit: "Wenn wir heute mit Zusperrabsichten und Ausverkaufswahn konfrontiert sind, führt uns das wieder in die Vergangenheit. Wir aber möchten eine Zukunft für alle, wir brauchen Ausbau statt Abbau, bessere Qualität der Dienstleistungen statt rücksichtslose Profitmacherei!", so Gerhard Fritz. 300.000 Menschen suchen Arbeit - wir brauchen daher eine Stärkung der Binnennachfrage, Ausbau der Infrastruktur und aktive Arbeitsmarktpolitik. Nur wenn es den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gut geht, kann es auch der Wirtschaft gut gehen.

Regierung und ÖIAG klopfen einander derzeit in teuren Inseratenkampagnen gegenseitig auf die Schultern. "Wer das Familiensilber verscherbelt und Arbeitsplätze vernichtet, kann nicht behaupten, im Interesse der Bevölkerung zu handeln", kritisierte Michael Kolek, Vorsitzender des Telekom-Austria-Betriebsrats. "Der Fetisch Privatisierung wird zur Gewinnmaximierung benutzt. Wir aber brauchen eine funktionierende Infrastruktur, Arbeitsplätze statt Aktien!"

ÖGB, 23. Mai
2005
Nr. 330

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