VISEAR: Vienna Initiative to save European Academic Research 30. 5. 2005

Ein Jahr EU-Direktive zur Vereinheitlichung der GCP-Richtlinien

Wien (OTS) - Am 1. 5. 2004 trat eine EU-Direktive in Kraft, um die Richtlinien für Good Clinical Practice in ganz Europa zu harmonisieren und gesetzlich zu verankern. GCP ist der international anerkannte Standard zur Durchführung klinischer Studien: Wenn neue Therapieformen an Patienten erprobt werden, muss dies unter strengsten ethischen, wissenschaftlichen, rechtlichen und qualitätsbezogenen Auflagen erfolgen, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten und die Zuverlässigkeit der Ergebnisse zu maximieren. Klinische Forschung ist von allen Wissenschaftszweigen jener mit dem größten Wachstumspotenzial und von eminenter Bedeutung auch im ökonomischen Bereich.
Gute klinische Studien stellen die Grundlage für patientenorientierte Medizin dar und genießen daher im Gesundheitssystem höchste Priorität.

Ein Jahr nach dem Inkrafttreten versammeln sich namhafte internationale Experten und Vertreter führender Institutionen und Organisationen in Wien, um die Auswirkungen der Direktive vor allem auf die akademische Forschung zu untersuchen.
Viele Bestimmungen sind maßgeschneidert für die industriegesponserte Forschung, die im Regelfall Marktzulassung und ökonomischen Erfolg zum Ziel hat. Akademische Forschung ist anders motiviert; daher besteht ein Hauptthema in der Überlegung, ob manche der Bestimmungen der Direktive hier ebenso streng anzuwenden sind wie bei der industriegesponserten Forschung.

Dies ist insofern besonders bedeutsam, weil die Implementierung der Direktive massive Auswirkungen auf Forschungsbudgets hat, die im akademischen Bereich um ein Vielfaches kleiner angesetzt sind.

Initiatoren der Konferenz sind die Medizinische Universität Wien (MUW), die Vienna School of Clinical Research (VSCR), das European Forum for Good Clinical Practice (EFGCP) sowie das European Clinical Research Infrastructures Network (ECRIN). Die Idee zur Vienna Initiative to save European Academic Research stammt von Christiane Druml.

Gemeinsam mit den geladenen Experten werden in sechs Arbeitsgruppen sechs verschiedene Schwerpunkte diskutiert, die Risiken und Hürden für die akademische Forschung analysiert und Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Die Themen reichen von der Frage der Sponsorenrolle über die Problematik klinischer Studien mit Intensivpatienten bis hin zu Versicherungspflicht und ethischer Begutachtung.

Die Veranstaltung steht ganz im Zeichen der bevorstehenden EU-Präsidentschaft Österreichs. Vor diesem Hintergrund wird die Diskussion um die Gesundheitssysteme und -budgets in Europa auf breiter Basis initiiert und mitbestimmt werden. Ein detailliertes Programm von VISEAR findet sich unter www.vscr.at

Die Experten: Christoph Aufricht, Gerlinde Benninger-Döring, Jean-Pierre Boissel, Xavier Carne, Asta Cekanauskaite, Francis P. Crawley, Christiane Druml, Hans-Georg Eichler, Harald Etzdorf, Nicola Fabris, Helene Faure, Silvio Garattini, Jozef Glasa, Ralf Herold, Alexander Hönel, Johannes Huber, Marcel Kenter, Ingrid Klingmann, Erwin Kompanje, Denis Lacombe, Ruth Ladenstein, Francois Lemaire, Kathy Liddell, Klaus Lindpaintner, Bogumila Milewska-Bobula, Brian Moulton, Brian B. O'Neill, Elmar Nimmesgern, Christian Ohmann, Christian Rittner, Inga Rossion, Helmut Schuh, Tsveta Schyns, Ernst Singer, Richard Sullivan, Barbara Valenta, Bozidar Vrhovac, Noel Wathion, Christian Wiedermann, Michael Wolzt, Andreas Zoubek

Hintergrund: Seit Juli 2004 hat mit der Vienna School of Clinical Research ein aufsehenerregendes Wiener Erfolgsmodell für die Ausbildung von klinischen Forschern ein neues Zuhause in der Kölblgasse im dritten Bezirk.

Seit der Gründung im Jänner 2001 haben bereits mehr als 1300 Ärztinnen und Ärzte sowie Entscheidungsträger der Gesundheitsbehörden und Ethikkommissionsmitglieder aus Europa, dem Mittleren Osten sowie Afrika ihre postgraduale Ausbildung im Bereich der Klinischen Forschung in der VSCR absolviert.

Ermöglicht wurde dies durch die maßgebliche Unterstützung namhafter Sponsoren sowohl aus dem öffentlichen (Stadt Wien, Europäische Kommission, BM:BWK, Deutsches Wissenschaftsministerium) wie auch aus dem privaten Bereich (Eli Lilly & Company, Boehringer-Ingelheim, Sanofi-Aventis - Impact Malaria, Hotel Intercontinental, Bank Austria Creditanstalt) sowie dank der Zusammenarbeit mit mehr als einem Dutzend internationaler Universitäten.
Diese Sponsoren und Know-how-Träger garantieren für bedeutende Umwegrentabilität in allen Bereichen.

Als Zentrum eines internationalen Netzwerks agiert die VSCR als "Center of Excellence" für Experten der biotechnologischen Forschung und kooperiert vertrauensvoll mit ihren Partnerunis, um zu garantieren, dass in den Kursen Inhalte gelehrt werden, die stets den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen (State of the Art).

Rückfragen & Kontakt:

VSCR
Mag. Christa Janko
Tel.: 01/713 40 51 11 oder
Mobil: 0664/625 91 22

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