Städte fordern von Gehrer Mittel für Nachmittagsbetreuung

Spitzengespräch zwischen Städte-Vertretern und Bildungsministerin Gehrer - Städte wollen stärker mitreden

Wien (OTS) - "Das heutige Spitzengespräch mit Ministerin Gehrer verlief sehr konstruktiv, aber klare finanzielle Zusagen vom Bund im Rahmen der Schulreform stehen noch immer aus. Den Gemeinden fehlen trotz erheblicher Elternbeiträge für die geplante Nachmittagsbetreuung insgesamt an die 10 Mio. Euro - und das ist eine eher vorsichtige Schätzung. Wird das Nachmittagsbetreuungsangebot stärker angenommen, wovon auszugehen ist, wird es bis Ende des Jahrzehnts einen starken Kostenanstieg geben", so heute Städtebund-Generalsekretär Pramböck.

Wer trägt Kosten von 1000 Euro pro Jahr und Kind?

Kern des Gesprächs zwischen Städte-Vertretern und Gehrer war die Finanzierung und Organisation der Nachmittagsbetreuung an Österreichs Pflichtschulen. "Österreichs Städte sind in der Nachmittagsbetreuung seit Jahren sehr aktiv, nicht zu vergessen sind dabei auch gemeinnützige und kirchliche Einrichtungen. Mit der verpflichtenden Nachmittagsbetreuung - wenn also mindestens 15 Kinder dafür angemeldet werden - geht aber eine erhebliche Kostenbelastung einher", so Pramböck. Das Ministerium rechnet damit, dass zusätzliche 10.000 Schülerinnen und Schüler dieses Angebot in Zukunft nützen werden.

Städte/Gemeinden tragen Hauptlast

Gehrer will dabei entweder die Kosten für eine Stunde "gegenstandsbezogenes Lernen" mit regulären Lehrkräften übernehmen oder - wenn dies vom Schulforum beschlossen wird - zwei Betreuungsstunden. "Wenn man davon ausgeht, dass die Nachmittagsbetreuung bis 17.00 oder 18.00 dauern soll, dann bleiben die Städte und Gemeinden auf 3 bis 4 Stunden 'sitzen'. Die Elternbeiträge finanzieren nur einen Bruchteil der Kosten. Hier muss Gehrer finanziell jedenfalls ordentlich nachbessern", forderte etwa der Linzer Stadtrat Johann Mayr, der in seiner Eigenschaft als Finanzausgleichsverhandler teilnahm.

Wahlfreiheit bei Betreuung - Schule oder Hort

Nicht ablehnend reagierte Ministin Gehrer auf den Wunsch der Städte, dass bei der Nachmittagsbetreuung eine Gleichbehandlung von Schulen und Horten vorzusehen sei. Hier sei seitens der Städte Klarheit gefordert, gerade dort, wo das Hortsystem sehr gut ausgebaut sei, so Pramböck. In Österreichs Städten wird derzeit in vielen Fällen (z.B. Linz, Salzburg) zumindest die Hälfte der Nachmittagsbetreuung in Horten angeboten.

Kosten für bauliche Maßnahmen völlig offen

Während im ländlichen Raum der Geburtenrückgang Jahr für Jahr bei den Einschreibungen für die Volksschulen immer offenkundiger wird, ist aufgrund des Zuzugs in den Städten davon nichts zu merken. "Wir haben einige Städte, die Jahr für Jahr steigende Schülerzahlen zu verzeichnen haben. Kommt nun die Nachmittagsbetreuung wie geplant, wird man um bauliche Adaptionen und teilweise Neubauten gar nicht herumkommen", verwies Städtebund-Generalsekretär Pramböck auf die spezifische Situation der Ballungszentren.

"Wer die Nachmittagsbetreuung flächendeckend wirklich will, der muss sich die vorhandenen Strukturen und deren Finanzierung ganz genau anschauen und für seine Ideen auch das nötige Geld in die Hand nehmen. Nicht mehr und nicht weniger fordern wir von Ministerin Gehrer", so Pramböck abschließend.

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