Pröll: Alpine Regionen und Almen sind Garanten für intakte Umwelt

Lebensministerium unterstützt Milka Alpenschutzinitiative

Wien (OTS) - "Die alpinen Regionen und Almen sind Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten, die in enger Wechselwirkung mit der Almbewirtschaftung stehen. Nimmt man Österreich die Almweiden, verliert man ein Viertel der landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die Auswirkungen auf Naturschutz, Tourismus, Katastrophenschutz und Jagd wären unabschätzbar. Eine Fortsetzung der Partnerschaft zwischen dem Lebensministerium, dem Österreichischen Alpenverein und Milka im Rahmen der Alpenschutzinitiative 2004 ist daher ein wichtiger Beitrag, um den Bestand der alpinen Regionen und der Almen in Österreich zu gewährleisten". Dies erklärte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Josef Pröll anlässlich der heutigen Pressekonferenz für diese Umwelt-Aktion.****

Jede Alm hat ihre eigene Identität, jedes Bundesland hat seine speziellen Voraussetzungen. Allen Almen gemeinsam ist die Sorge um die Zukunft der Almwirtschaft und das Bemühen, die Bewirtschaftung der Almen zu sichern. Das Ziel, die Bewirtschaftung der Almen langfristig sicherzustellen fordert ein gemeinsames Auftreten. Neben der landwirtschaftlichen Nutzung wirken Interessen wie Tourismus, Naturschutz, Forstwirtschaft, Jagd, Katastrophenschutz auf Almen ein. Diese Faktoren haben auf jeder Alm unterschiedliche Bedeutung. Die Folge sind konkurrierende Nutzungsansprüche. So verfolgen Almwirtschaft und Jagd oft unterschiedliche Ziele, so Pröll.

Der Landwirtschaftsminister wies weiters darauf hin, dass im Berggebiet, wo das Heu im Winter oft knapp wird, die Bewirtschaftung von Almen unabdingbare Voraussetzung zur Aufrechterhaltung des landwirtschaftlichen Betriebes ist. Jedoch stehen die Bauern hierbei vor einer großen Herausforderung. Den niedrigen Preisen stehen im Berggebiet hohe Produktionskosten gegenüber. Die Bauern sind daher besonders gefordert, durch innovative Ideen im Bereich Veredelung von Produkten oder durch professionelle Angebote im Dienstleistungsbereich wie z.B. Vermietung von Almhütten oder geführte Wanderungen ihr Einkommen zu verbessern.

Österreich verfügt über eine beträchtliche Fläche an Almweiden, sie machen ein Viertel der landwirtschaftlichen Nutzflächen in Österreich aus. "Das sind mehr als 8.000 km2 extensiv genutztes Gründland und mehr als 8.000 km2 Weidefläche mit hohem naturschutzfachlichen Wert. Gleichzeitig sind die Almweiden mehr als 8.000 km2 beste Jagdgebiete und mehr als 8.000 km2 Wandergebiete. Die Leistungen für die Erhaltung der Almweiden werden den Almbauern jedoch nicht unmittelbar von den "Nutznießern" abgegolten. Ein Ausgleich durch die Öffentlichkeit ist daher auch weiterhin unabdingbar", so Pröll.

Der Minister verwies in Folge auch auf das 2004 gestartete Projekt ALP-Austria, das einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der österreichischen alpinen Kultur leistet, indem es die Almwirtschaft mit einer Reihe von Aktivitäten und Projekten wie insbesondere dem österreichischen Almentwicklungsplan stärkt. Beauftragt wurde ALP AUSTRIA vom Lebensministerium und sieben Bundesländern mit ihren Alminspektoren und Almbeauftragten. Von Bedeutung sei, daraus den Handlungsbedarf zur Erhaltung von Almen und Trends in der Entwicklung der Almwirtschaft aufzuzeigen sowie Maßnahmen und Instrumente zur Erhaltung einer nachhaltigen, umweltgerechten Almbewirtschaftung auszuarbeiten. Zum Interessensausgleich trägt ein praxisorientiertes Bewertungsschema bei. Dabei werden die Almfunktionen nach ihrer Bedeutung gereiht. Eine ähnliche Vorgangsweise hat sich in der Forstwirtschaft mit den Waldentwicklungsplänen bewährt.

Ein besonderes Augenmerk beim Schutz der Alpen muss auf die Schutzfunktion der Wälder gelegt werden. Schutzwälder sind unverzichtbar, um den Lebens- und Wirtschaftsraum der Alpentäler vor Naturgefahren, wie Lawinen, Muren oder Steinschlag zu schützen. Weite Teile unserer gebirgigen Heimat wären ohne ihn nicht bewohnbar. Doch zunehmende Belastungen durch Luftverschmutzungen sowie durch die Folgen der Klimaveränderung, wie extreme Unwetter oder massenhafte Schädlingsvermehrung, machen dem Wald zu schaffen und schwächen seine Schutzwirkung. "Wir haben hier eine doppelte Herausforderung zu bewältigen: einerseits den Kampf gegen die Ursachen -Luftverschmutzung und Klimawandel - intensivieren, andererseits aber auch die Schutzwirkung der Wälder aktuell stärken", so Umweltminister Josef Pröll.

Kraft Foods und Alp Action - "Grünes Dach für Europa"

Alp Action - ein internationaler Umweltfond - und Kraft Foods haben im Jahr 1991 mit einer europäischen Kampagne mit dem Namen "Grünes Dach für Europa" begonnen, um der Zerstörung der Wälder entgegenzuwirken und das ökologische Gleichgewicht in den Alpen instand zu halten. "Mit der Unterstützung von Kraft Foods konnten in den letzten 12 Jahren über eine halbe Million Bäume gepflanzt werden. Damit ist diese Kampagne die größte privat finanzierte Baumpflanzaktion in den Alpen. Dieses Programm eint das Unternehmen, die öffentliche Hand, Schulen und die Medien vor dem Hintergrund einer Zusammenarbeit zur Erhaltung der Alpenwelt, ihrer Flora und Fauna und zum Schutz der Bergdörfer vor der zunehmenden Erosion der Berghänge", erklärte Dr. Peter Reinecke, Generaldirektor von Kraft Foods Österreich.

"Das Engagement von Kraft Foods in dieser wichtigen Kampagne spiegelt das uneingeschränkte Bekenntnis des Unternehmens zur Natur wider. Die Nachhaltigkeit der Alpenregion hat aber auch eine ganz spezielle Bedeutung für Kraft Foods. Neben wichtigen wirtschaftlichen Interessen in den Alpenländern besteht auch eine starke Abhängigkeit gegenüber dieser Region: die Alpen sind der Ursprung und die Quelle der Milch und der Milchprodukte für Europas größte Schokolademarke, MILKA," so Reinecke.

"Effektiver Umweltschutz setzt starke Partnerschaften und einen konstruktiven Dialog zwischen allen Beteiligten - sowohl öffentlichen als auch privaten - voraus, um Differenzen zu überwinden und geeint für die Erreichung gemeinsamer Ziele einzutreten. Die Aktion "Grünes Dach für Europa" ist ein Paradebeispiel einer solchen starken Partnerschaft. Die Kampagne wurde bei der EXPO 2000 in Hannover, Deutschland, sogar als eines von nur 200 weltweit herausragenden globalen Sozial- und Umweltprojekten anerkannt. Zielsetzungen wie die vom Lebensministerium, Milka und dem Österreichischen Alpenverein gestartete Alpenschutzinitiative 2004 tragen dazu bei, eine nachhaltige und umweltgerechte Almwirtschaft zu ermöglichen und weiterzuentwickeln", so Minister Pröll abschließend.
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