• 23.05.2005, 11:15:15
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Pröll: Alpine Regionen und Almen sind Garanten für intakte Umwelt

Lebensministerium unterstützt Milka Alpenschutzinitiative

Wien (OTS) - "Die alpinen Regionen und Almen sind Lebensraum
unzähliger Tier- und Pflanzenarten, die in enger Wechselwirkung mit
der Almbewirtschaftung stehen. Nimmt man Österreich die Almweiden,
verliert man ein Viertel der landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die
Auswirkungen auf Naturschutz, Tourismus, Katastrophenschutz und Jagd
wären unabschätzbar. Eine Fortsetzung der Partnerschaft zwischen dem
Lebensministerium, dem Österreichischen Alpenverein und Milka im
Rahmen der Alpenschutzinitiative 2004 ist daher ein wichtiger
Beitrag, um den Bestand der alpinen Regionen und der Almen in
Österreich zu gewährleisten". Dies erklärte Umwelt- und
Landwirtschaftsminister Josef Pröll anlässlich der heutigen
Pressekonferenz für diese Umwelt-Aktion.****

Jede Alm hat ihre eigene Identität, jedes Bundesland hat seine
speziellen Voraussetzungen. Allen Almen gemeinsam ist die Sorge um
die Zukunft der Almwirtschaft und das Bemühen, die Bewirtschaftung
der Almen zu sichern. Das Ziel, die Bewirtschaftung der Almen
langfristig sicherzustellen fordert ein gemeinsames Auftreten. Neben
der landwirtschaftlichen Nutzung wirken Interessen wie Tourismus,
Naturschutz, Forstwirtschaft, Jagd, Katastrophenschutz auf Almen ein.
Diese Faktoren haben auf jeder Alm unterschiedliche Bedeutung. Die
Folge sind konkurrierende Nutzungsansprüche. So verfolgen
Almwirtschaft und Jagd oft unterschiedliche Ziele, so Pröll.

Der Landwirtschaftsminister wies weiters darauf hin, dass im
Berggebiet, wo das Heu im Winter oft knapp wird, die Bewirtschaftung
von Almen unabdingbare Voraussetzung zur Aufrechterhaltung des
landwirtschaftlichen Betriebes ist. Jedoch stehen die Bauern hierbei
vor einer großen Herausforderung. Den niedrigen Preisen stehen im
Berggebiet hohe Produktionskosten gegenüber. Die Bauern sind daher
besonders gefordert, durch innovative Ideen im Bereich Veredelung von
Produkten oder durch professionelle Angebote im
Dienstleistungsbereich wie z.B. Vermietung von Almhütten oder
geführte Wanderungen ihr Einkommen zu verbessern.

Österreich verfügt über eine beträchtliche Fläche an Almweiden,
sie machen ein Viertel der landwirtschaftlichen Nutzflächen in
Österreich aus. "Das sind mehr als 8.000 km2 extensiv genutztes
Gründland und mehr als 8.000 km2 Weidefläche mit hohem
naturschutzfachlichen Wert. Gleichzeitig sind die Almweiden mehr als
8.000 km2 beste Jagdgebiete und mehr als 8.000 km2 Wandergebiete.
Die Leistungen für die Erhaltung der Almweiden werden den Almbauern
jedoch nicht unmittelbar von den "Nutznießern" abgegolten. Ein
Ausgleich durch die Öffentlichkeit ist daher auch weiterhin
unabdingbar", so Pröll.

Der Minister verwies in Folge auch auf das 2004 gestartete Projekt
ALP-Austria, das einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der
österreichischen alpinen Kultur leistet, indem es die Almwirtschaft
mit einer Reihe von Aktivitäten und Projekten wie insbesondere dem
österreichischen Almentwicklungsplan stärkt. Beauftragt wurde ALP
AUSTRIA vom Lebensministerium und sieben Bundesländern mit ihren
Alminspektoren und Almbeauftragten. Von Bedeutung sei, daraus den
Handlungsbedarf zur Erhaltung von Almen und Trends in der Entwicklung
der Almwirtschaft aufzuzeigen sowie Maßnahmen und Instrumente zur
Erhaltung einer nachhaltigen, umweltgerechten Almbewirtschaftung
auszuarbeiten. Zum Interessensausgleich trägt ein praxisorientiertes
Bewertungsschema bei. Dabei werden die Almfunktionen nach ihrer
Bedeutung gereiht. Eine ähnliche Vorgangsweise hat sich in der
Forstwirtschaft mit den Waldentwicklungsplänen bewährt.

Ein besonderes Augenmerk beim Schutz der Alpen muss auf die
Schutzfunktion der Wälder gelegt werden. Schutzwälder sind
unverzichtbar, um den Lebens- und Wirtschaftsraum der Alpentäler vor
Naturgefahren, wie Lawinen, Muren oder Steinschlag zu schützen. Weite
Teile unserer gebirgigen Heimat wären ohne ihn nicht bewohnbar. Doch
zunehmende Belastungen durch Luftverschmutzungen sowie durch die
Folgen der Klimaveränderung, wie extreme Unwetter oder massenhafte
Schädlingsvermehrung, machen dem Wald zu schaffen und schwächen seine
Schutzwirkung. "Wir haben hier eine doppelte Herausforderung zu
bewältigen: einerseits den Kampf gegen die Ursachen -
Luftverschmutzung und Klimawandel - intensivieren, andererseits aber
auch die Schutzwirkung der Wälder aktuell stärken", so Umweltminister
Josef Pröll.

Kraft Foods und Alp Action - "Grünes Dach für Europa"

Alp Action - ein internationaler Umweltfond - und Kraft Foods
haben im Jahr 1991 mit einer europäischen Kampagne mit dem Namen
"Grünes Dach für Europa" begonnen, um der Zerstörung der Wälder
entgegenzuwirken und das ökologische Gleichgewicht in den Alpen
instand zu halten. "Mit der Unterstützung von Kraft Foods konnten in
den letzten 12 Jahren über eine halbe Million Bäume gepflanzt werden.
Damit ist diese Kampagne die größte privat finanzierte
Baumpflanzaktion in den Alpen. Dieses Programm eint das Unternehmen,
die öffentliche Hand, Schulen und die Medien vor dem Hintergrund
einer Zusammenarbeit zur Erhaltung der Alpenwelt, ihrer Flora und
Fauna und zum Schutz der Bergdörfer vor der zunehmenden Erosion der
Berghänge", erklärte Dr. Peter Reinecke, Generaldirektor von Kraft
Foods Österreich.

"Das Engagement von Kraft Foods in dieser wichtigen Kampagne
spiegelt das uneingeschränkte Bekenntnis des Unternehmens zur Natur
wider. Die Nachhaltigkeit der Alpenregion hat aber auch eine ganz
spezielle Bedeutung für Kraft Foods. Neben wichtigen wirtschaftlichen
Interessen in den Alpenländern besteht auch eine starke Abhängigkeit
gegenüber dieser Region: die Alpen sind der Ursprung und die Quelle
der Milch und der Milchprodukte für Europas größte Schokolademarke,
MILKA," so Reinecke.

"Effektiver Umweltschutz setzt starke Partnerschaften und einen
konstruktiven Dialog zwischen allen Beteiligten - sowohl öffentlichen
als auch privaten - voraus, um Differenzen zu überwinden und geeint
für die Erreichung gemeinsamer Ziele einzutreten. Die Aktion "Grünes
Dach für Europa" ist ein Paradebeispiel einer solchen starken
Partnerschaft. Die Kampagne wurde bei der EXPO 2000 in Hannover,
Deutschland, sogar als eines von nur 200 weltweit herausragenden
globalen Sozial- und Umweltprojekten anerkannt. Zielsetzungen wie die
vom Lebensministerium, Milka und dem Österreichischen Alpenverein
gestartete Alpenschutzinitiative 2004 tragen dazu bei, eine
nachhaltige und umweltgerechte Almwirtschaft zu ermöglichen und
weiterzuentwickeln", so Minister Pröll abschließend.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823

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