SCHRECKLICHES WOCHENENDE AUF ÖSTERREICHS STRASSEN: KFV APPELLIERT AN VERNUNFT DER BIKER

Eine erschreckende Serie tödlicher Motorradunfälle trübte das vergangene Wochenende

Wien (OTS) - Das schöne Wetter lockte am Wochenende viele Motorradfahrer auf die Straße. Erschreckend viele mussten aber ihr Leben lassen: Alleine in der Steiermark starben vier Motorradlenker, mehrere wurden schwer oder sogar lebensgefährlich verletzt. In Salzburg starben zwei Motorradlenker und ein Mitfahrer, in Niederösterreich wurde ein 25-Jähriger Biker nach einer Kollision mit einem Pkw regelrecht gepfählt. Ebenfalls in Niederösterreich starb ein Motorradfahrer nach einem Zusammenstoß, nachdem ein Radfahrer plötzlich abgebogen und das Ausweichmanöver mißglückt war.

"2004 starben vom 1. Jänner bis 23. Mai 18 Motorradfahrer und -mitfahrer. Nach diesem Wochenende werden wir diese Zahl wohl kaum wesentlich unterschreiten", bedauert Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). "Seit Jahren stagnieren wir bei den Motorradunfällen auf hohem Niveau." Wie sich zeigt, besteht das größte Risiko am Anfang der Motorradsaison, wenn sich Fahrer und Bike erst aufeinander einstellen müssen, um eine sichere Einheit zu ergeben. Ein Motorradfahrer bringt es im Jahr nur auf etwa ein Drittel der durchschnittlichen Fahrleistung eines Pkw-Lenkers. Der Übungseffekt ist also wesentlich geringer. "Wir appellieren daher an alle verantwortungsvollen Biker, von riskanten Überholmanövern abzusehen und vor allem auch für die anderen Verkehrsteilnehmer mitzudenken, die sich erst daran gewöhnen müssen, dass wieder mehr Einspurige unterwegs sind und Motorradfahrer oft schlichtweg übersehen", redet Thann ins Gewissen. "Ebenso sollten Pkw-Fahrer die Augen beim Abbiegen offen halten, denn dabei kommt es besonders oft zu Zusammenstößen mit Motorradfahrern!"

Unfallursache "übersehen werden"

Wenn Pkw und Motorrad kollidieren, hat das meistens einen sehr banalen Grund: In zwei Drittel der Fälle hat der Autofahrer den Motorradlenker einfach übersehen, oft weil dieser zu dicht hinter einem größeren Fahrzeug gefahren ist und vom abbiegenden Pkw "abgeschossen" wurde. "Nur mit genügend Abstand zum Vordermann wird man auch mit ausreichender Zuverlässigkeit gesehen", warnt Thann. "Und auch wenn das Gefühl der Beschleunigung noch so verlockend ist, beim Überholen sollten Voraussicht und Vorsicht regieren."

Straße "lesen" und bremsen üben

Rund 36 Prozent der getöteten und 31 Prozent der verletzten Motorradlenker und -mitfahrer mussten 2004 bei Alleinunfällen beklagt werden. Was für einen Autofahrer kaum ins Gewicht fällt - etwa Rollsplitt - kann am Motorrad zur Geschicklichkeitsübung werden." Die Straße "lesen", also Gefahrenquellen in der Straßenbeschaffenheit rechtzeitig erkennen, ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die intensiv trainiert werden muss. Eng damit verbunden ist richtiges Bremsen. Rund 54 Prozent der Motorradunfälle sind durch gutes und richtiges Bremsen positiv beeinflussbar. Bremsübungen helfen zu verhindern, dass in einer Schreckreaktion zu stark gebremst wird und die Räder blockieren. ABS ist auch für Motorräder eine lohnende Investition, die im Ernstfall Leben retten kann, da der Durchschnittsfahrer damit eine um 25 Prozent bessere Bremsleistung erzielt.

Rückfragen & Kontakt:

Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Dolores Omann
Marketing & Kommunikation
Tel.: 01-717 70-225
E-Mail: dolores.omann@kfv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KVS0001