• 23.05.2005, 11:05:53
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SCHRECKLICHES WOCHENENDE AUF ÖSTERREICHS STRASSEN: KFV APPELLIERT AN VERNUNFT DER BIKER

Eine erschreckende Serie tödlicher Motorradunfälle trübte das vergangene Wochenende

Wien (OTS) - Das schöne Wetter lockte am Wochenende viele
Motorradfahrer auf die Straße. Erschreckend viele mussten aber ihr
Leben lassen: Alleine in der Steiermark starben vier Motorradlenker,
mehrere wurden schwer oder sogar lebensgefährlich verletzt. In
Salzburg starben zwei Motorradlenker und ein Mitfahrer, in
Niederösterreich wurde ein 25-Jähriger Biker nach einer Kollision mit
einem Pkw regelrecht gepfählt. Ebenfalls in Niederösterreich starb
ein Motorradfahrer nach einem Zusammenstoß, nachdem ein Radfahrer
plötzlich abgebogen und das Ausweichmanöver mißglückt war.

"2004 starben vom 1. Jänner bis 23. Mai 18 Motorradfahrer und
-mitfahrer. Nach diesem Wochenende werden wir diese Zahl wohl kaum
wesentlich unterschreiten", bedauert Dr. Othmar Thann, Direktor des
Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). "Seit Jahren stagnieren wir
bei den Motorradunfällen auf hohem Niveau." Wie sich zeigt, besteht
das größte Risiko am Anfang der Motorradsaison, wenn sich Fahrer und
Bike erst aufeinander einstellen müssen, um eine sichere Einheit zu
ergeben. Ein Motorradfahrer bringt es im Jahr nur auf etwa ein
Drittel der durchschnittlichen Fahrleistung eines Pkw-Lenkers. Der
Übungseffekt ist also wesentlich geringer. "Wir appellieren daher an
alle verantwortungsvollen Biker, von riskanten Überholmanövern
abzusehen und vor allem auch für die anderen Verkehrsteilnehmer
mitzudenken, die sich erst daran gewöhnen müssen, dass wieder mehr
Einspurige unterwegs sind und Motorradfahrer oft schlichtweg
übersehen", redet Thann ins Gewissen. "Ebenso sollten Pkw-Fahrer die
Augen beim Abbiegen offen halten, denn dabei kommt es besonders oft
zu Zusammenstößen mit Motorradfahrern!"

Unfallursache "übersehen werden"

Wenn Pkw und Motorrad kollidieren, hat das meistens einen sehr
banalen Grund: In zwei Drittel der Fälle hat der Autofahrer den
Motorradlenker einfach übersehen, oft weil dieser zu dicht hinter
einem größeren Fahrzeug gefahren ist und vom abbiegenden Pkw
"abgeschossen" wurde. "Nur mit genügend Abstand zum Vordermann wird
man auch mit ausreichender Zuverlässigkeit gesehen", warnt Thann.
"Und auch wenn das Gefühl der Beschleunigung noch so verlockend ist,
beim Überholen sollten Voraussicht und Vorsicht regieren."

Straße "lesen" und bremsen üben

Rund 36 Prozent der getöteten und 31 Prozent der verletzten
Motorradlenker und -mitfahrer mussten 2004 bei Alleinunfällen beklagt
werden. Was für einen Autofahrer kaum ins Gewicht fällt - etwa
Rollsplitt - kann am Motorrad zur Geschicklichkeitsübung werden." Die
Straße "lesen", also Gefahrenquellen in der Straßenbeschaffenheit
rechtzeitig erkennen, ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die
intensiv trainiert werden muss. Eng damit verbunden ist richtiges
Bremsen. Rund 54 Prozent der Motorradunfälle sind durch gutes und
richtiges Bremsen positiv beeinflussbar. Bremsübungen helfen zu
verhindern, dass in einer Schreckreaktion zu stark gebremst wird und
die Räder blockieren. ABS ist auch für Motorräder eine lohnende
Investition, die im Ernstfall Leben retten kann, da der
Durchschnittsfahrer damit eine um 25 Prozent bessere Bremsleistung
erzielt.

Rückfragehinweis:
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Dolores Omann
Marketing & Kommunikation
Tel.: 01-717 70-225
E-Mail: dolores.omann@kfv.at

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